Literatur



Neuerscheinungen:

Jonathan Safran Foer

Tiere essen

Verlag Kiepenheuer & Witsch Köln 2010, 400 Seiten, geb., Format ca. 22 x 14,5 cm, 19,95 €(D). (Titel der amerik. Originalausgabe: Eating Animals)


Den amerikanischen Erfolgsschriftsteller Foer braucht man hier wohl niemandem mehr vorzustellen. Kaum eine Zeitung, die nicht lang und breit über ihn und sein neues Buch berichtet hat. Die Ursache dieser Medienflut können wir nicht ergründen; war es die Tatsache, dass die Viehwirtschaft abseits jeder Ideologie als mitverantwortlich für den Klimawandel erkannt wurde, war es das Werk eines Werbegurus, sei es was immer, wir als Vegetarier können uns über so viel Medienpräsenz nur freuen.
Übrigens, das Buch ist es wert hervorgehoben zu werden. Es unterscheidet sich von der übrigen meist doch etwas doktrinären Art der Vegi-Bücher.
Foer erzählt in einfachen Worten seine Ent-wicklungsgeschichte weg vom Fleisch. Wie das war in seiner Familie mit dem Essen, wie er als Neunjähriger erstmals mit Vegetarismus in Berührung kam, als seine Babysitterin die angebotene Hühnersuppe mit den Worten ablehnte: Ich möchte niemandem wehtun. Wie er dann als Heranwachsender mal Fleisch aß, dann wieder Vegetarier wurde, u.a. um den Brüsten von Aktivistinnen näher zu kommen; nebenbei ein bisher in den vegetarischen Werbeschriften sträflich vernachlässigtes Argument. Wie er sich dann, als sein Kind auf die Welt kam entschloss, der Sache mit dem Fleisch ernsthaft auf den Grund zu gehen, drei Jahre lang recherchierte, auf Betrieben, in der Literatur und so zum überzeugten Vegetarier wurde. Er erzählt alle seine Erlebnisse und Erkenntnisse unprätentiös ohne erhobenen Zeigefinger, grausliche und schöne.
Es wäre erstaunlich, würde, wer das Buch liest, nicht zum Vegetarier.


Claus Leitzmann / Markus Keller

Vegetarische Ernährung


2.Auflage, Eugen Ulmer Verlag Stuttgart 2010 (UTB 1868), 366 Seiten, kart., ca. 19 x 12 cm, 22,90 €(D)


Vor dreizehn Jahren hatte der Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann, Professor am Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Gießen gemeinsam mit Andreas Hahn dieses grundlegende wissenschaftliche Werk veröffentlicht. Die im Jänner erschienene völlig neu bearbeitete zweite Auflage wurde von Leitzmann, in der Zwischenzeit emeritiert, zusammen mit dem Ökotrophologen (Haushalts- und Ernährungswissenschaften) Doz. Markus Keller verfasst. Im Format zwar größer wurde das Buch inhaltlich gestrafft und setzt die Schwerpunkte teilweise etwas anders. So fehlt etwa das Kapitel ‚toxikologische Aspekte’ dafür wird die ‚Prävention chronischer Erkrankungen’ ausführlicher behandelt. Adressaten sind primär Studenten und Lehrende der Ernährungswissenschaften, Medizin und verwandter Gebiete, aber auch Berater und überhaupt alle, die sich mit der vegetarischen Ernährung tiefer befassen möchten.


Hauptgegenstand des Buches ist die ernährungsphysiologische Bewertung der vegetarischen Ernährungsformen. Insbesondere inwieweit sie die Versorgung mit potentiell kritischen Nährstoffen (bestimmte Vitamine und Mineralstoffe, Protein) sichern, besonders in Schwangerschaft, Kindheit und Alter, wird beurteilt.
Eingehender als in der ersten Auflage wird die historische Entwicklung des Vegetarismus und seine Verzweigungen dargestellt, wobei sich natürlich über die Gewichtung von Einzelheiten diskutieren lässt. So wird das Buch auch für Menschen, die sich nicht in die Ernährungslehre vertiefen sondern sich allgemein über Vegetarismus und seine Geschichte informieren wollen, interessant.
Schlagwortartige Zusammenfassungen der einzelne Abschnitte in Kernsätzen geben einen raschen Überblick Darüber hinaus gibt besonders wertvoll ein spezielles Kapitel abseits ernährungswissenschaftlicher Details praktische Ratschläge

.
Die Beurteilung der vegetarischen Ernährung ist die in der nachfolgend beschriebenen Kurzausgabe als Fazit wiedergegebene. Noch einige Kernsätze aus dem abschließenden Resümee im Buch:
Vegetarische Kostformen sind artgerecht und zeitgemäß.
Vegetarier weisen ein geringeres Risiko für eine Reihe von chronischen ernährungassoziierten Krankheiten auf.
Auch für Vegetarier kann eine Ernährungsberatung hilfreich sein.


Claus Leitzmann

Vegetarismus – Grundlagen, Vorteile, Risiken


Verlag C.H.Beck München, 3.Auflage 2009, Taschenbuch, 125 Seiten, 7,90 €(D)


Das erstmals 2001 erschienene, 2007 aktualisierte Taschenbuch folgt in Aufbau und Darstellung weitgehend dem vorne beschriebenen grundlegenden Werk ‚Vegetarische Ernährung’ erster bzw. zweiter Auflage. Es bietet so einen kurz gefassten Überblick über den Vegetarismus: seine Arten, Beweggründe, Geschichte, Ernährungsphysiologische Bewertung unter Bezug auf die maßgeblichen Nährstoffe und Lebensphasen, Einfluss auf Erkrankungen etc., ohne den Leser durch zu viele Details zu belaten.
Das Fazit: ‚Eine abwechslungsreiche, gut zusammengestellte vegetarische Ernährung ist geeignet, die artgerechten Ernährungsbedürfnisse des Menschen in optimaler Weise zu befriedigen. Auf der anderen Seite bergen vegetarische Kostformen mit deutlich eingeschränkter Nahrungsmittelauswahl wie etwa die vegane Ernährung, auch das potentielle Risiko einer unzureichenden Versorgung mit verschiedenen Nährstoffen. Zur Mängelvermeidung sind hier besonders sorgfältige Lebensmittel-Zusammenstellung und ausgeprägtes Ernährungswissen angezeigt.’
Eine Anregung: Für den Leser hilfreich wäre ein Kapitel ‚Praktische Umsetzung der vegetarischen Ernährungsweise’, wie es die große Ausgabe enthält.



Gabriela Kompatscher
mit Albrecht Classen und Peter Dinzelbacher

Tiere als Freunde im Mittelalter -
eine Anthologie

, Wissenschaftlicher Verlag Bachmann Badenweiler 2010, 560 Seiten, kart., 20 x 13 cm, 29,50 €(D), ISBN 978-3-940523-08-2, w ww.bachmann-verlag.de

Das Mittelalter, die Zeit etwa vom 6. bis zum 15 Jahrhundert, gilt nicht gerade als Periode besonderer Menschenfreundlichkeit und schon gar nicht Tierfreundlichkeit. Nüchterne Beob-achter, fürchte ich, könnten allerdings diesen Mangel auch in unserer heutigen Welt erkennen, wenn auch von Worthülsen verdeckt. Immerhin hat der amerikanische Politwissenschaftler Rudolph Rummel die Zahl der im 20. Jahrhundert im staatlichem Auftrag ermordeten Menschen mit 170 Millionen beziffert (zitiert nach Yaacov Lozowick in ‚Hitlers Bürokraten’). Massentierhaltung, Tierversuche sind wohl auch nicht Punkte, die uns positiv vom Mittelalter unterscheiden.
Sei dem wie immer, Gabriela Kompatscher, Universitätsprofessorin in Innsbruck, Fach Latinistik, Spezialgebiet lateinische Texte des Mittelalters, nahm es als Wissenschaftlerin und dazu Tierrechtlerin verdienstvoll auf sich, in dieser gemeinhin als dunkel bezeichneten Zeit Zeichen der Empathie gegenüber Tieren aufzuspüren. Mitgearbeitet haben hiebei die Univer-sitätsprofessoren Albrecht Classen, u. a mit deutscher Literatur im Mittelalter befasst, und Peter Dinzelbacher, Histo-riker.
Das Ergebnis ist die vorliegende Anthologie mit ungefähr siebzig Textstellen, religiöse und weltliche, Gedichte, Erzählungen, Auszüge aus Romanen etc. Alles Stellen, die von einer gefühlsmäßigen Bindung an Tiere oder doch von einfühlsamer Beobachtung ihres Verhaltens zeugen. Breiten Raum nehmen natürlich Heilige ein, nicht nur Franziskus, insbesondere auch irische Mönche der Frühzeit. (Berichte. die nur die Macht des Heiligen über Tiere aufzeigen wollen, wurden nicht aufgenommen).
Die einzelnen Texte werden erläuternd ein-begleitet, als wissenschaftliche Arbeit ergänzt durch Anmerkungen und Quellenangaben. Dem meist lateinischen oder mittelhochdeutschen Originaltext ist jeweils die deutschen Übersetzung gegenübergestellt; sie hält sich möglichst an den Wortlaut des Originals.
In der ausführlichen Einleitung widmen sich Kompatscher und Dinzelbacher mehr den positiven Beziehungen, insbes. dem Verhältnis Heilige und Tiere, während Classen das Tier und seinen Gebrauch im Mittelalter allgemein behandelt.


Es ist nicht immer leicht, eine andere Zeit zu verstehen, und es macht wenig Sinn, sie überheblich am Geist der eigenen zu werten. (Wobei nebenbei bemerkt die eine oder andere heutige Zeitströmung etwa einstigen Hexenwahn begreifbar macht).

Viele Texte werden den Lesenden nahe sein; sie erkennen mit Freude, Tierliebe lebt in jeder Zeit und ist etwas zutiefst Menschliches.
Manch Heiligengeschichte wird uns vielleicht ferner sein. Da gilt, was Gotthard M. Teutsch in seinem Lexikon der Tierschutzethik zum Stichwort Heilige und Tiere sagt:

„Das Leben der Heiligen ist wie ein Stück vorweggenommener Verheißung“. Und er zitiert Gertrude und Thomas Sartory, die in ihrer Anthologie Ich sah den Ochsen weinen mit christlichen Texten aus römischer Zeit (1979) meinen:
„ Hier wird ahnbar und in bestimmten Augen-blicken sogar sichtbar, wie der Mensch eigentlich gemeint ist – und von welcher Art seine Beziehung zum Tier nach dem Willen des Schöpfers hätte sein sollen. Dieser Hauch von Paradies gibt den Geschichten von Heiligen und Tieren ihren eigentümlichen Zauber – so als schaute man durch ein Guckloch in den Garten Eden.“

 

Helmut F. Kaplan:

"Ich esse meine Freunde nicht"

Neuerscheinung zur Tierethik, Oktober 2009

Trafo Wissenschaftsverlag Oktober 2009, Taschenbuch 131 Seiten,12,80 €{D), ISBN-13: 978-3896269416, www.trafoberlin.de

Fast alle bisherigen Bücher zur Tierethik sind entweder tendenziell esoterisch oder aber ausgesprochen akademisch. Beides verhindert den wünschenswerten praktischen und politischen Brückenschlag zu brisanten Themen wie ethische Ernährung, artgerechte Tierhaltung, Tierversuche, Welthunger, Umweltzerstörung oder Klimawandel. In seinem neuen Buch erläutert der renommierte Tierethiker Helmut F. Kaplan ebenso fundiert wie allgemeinverständlich, was an unserem Umgang mit Tieren moralisch falsch ist.
„ Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“, erkannte Albert Schweitzer in der Folge eines Offenbarungserlebnisses am Ogowefluß in Gabun. Wenn wir uns in keiner Konfliktsituation befinden (was die Regel ist), ist dies ein hinreichender Leitsatz für moralisches Handeln. Einfache Regeln reichen meistens aus, um uns zu sagen, was wir tun sollen. George Bernard Shaws berühmtes Diktum „Tiere sind meine Freunde ... und meine Freunde esse ich nicht“ ist eine andere einfache und einleuchtende Aussage bzw. Regel. Darum geht es in diesem Buch: um praktikable Grundsätze für moralisches Handeln. „Ethik ist praktisch, oder sie ist nicht wirklich ethisch“, sagt der in Princeton lehrende Philosoph Peter Singer.
In den vergangenen Jahrzehnten entstand eine umfangreiche Literatur zur Tierethik. Unsere moralische Verantwortung gegenüber Tieren ist mittlerweile de facto philosophisch besser begründet als unsere moralische Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen. Aber komplexe Theorien beeinflussen die tägliche Praxis nun einmal kaum. Das vorliegende Buch beseitigt dieses Theorie-Praxis-Gefälle für einen Großteil der Tierethik und schafft damit die notwendige Voraussetzung für gesellschaftspolitische Diskussionen und praktische Veränderungen.
Helmut F. Kaplan zählt zu den Pionieren der Tierrechtsbewegung und schrieb viele Bücher und Hunderte von Aufsätzen und Artiken zur Tierethik bzw. zu Tierrechten. Er ist Autor des mehrfach übersetzten Bestsellers „Leichenschmaus - Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung“ und Verfasser des Artikels „Vegetarianism“ der 2011 erscheinenden „Encyclopedia of Applied Ethics“ (Elsevier, Oxford).

Weitere Bücher von Helmut f.Kaplan:

Der Verrat des Menschen an den Tieren

Tierversuche, Tiertransporte, Massentierhaltung, Rinderwahn, Vogelgrippe - diese und andere Tierthemen bestimmen zwar häufig die Schlagzeilen, aber die Hauptopfer, die Tiere, spielen dabei meist keine oder nur eine kleine Rolle. Auf diesen intellektuellen und ethischen Skandal will der Tierrechtsphilosoph Helmut F. Kaplan mit seinem jüngsten Buch aufmerksam machen. Kaplan folgt nicht dem mittlerweile fast zum Dogma avancierten Tierrechte-light-Ansatz, wonach man den Menschen auf keinen Fall die grausamen Fakten im Umgang mit Tieren zumuten dürfe: Durch Würde-Floskeln und Wohlfühl-Bilder narkotisiert, verharrten die Menschen dann nämlich in ihrer Ausbeuterrolle, anstatt diese endlich zu verlassen.
Folgende Themen werden im Buch behandelt:
Terror gegen Tiere;
Einheit der Ethik;
Strategien für Tierrechte.
Diese Themen repräsentieren auch Inhalt und Programm des Buches:
Wir üben gegenüber Tieren eine welthistorisch beispiellose Schreckens- und Terrorherrschaft aus.
Diese steht in krassem Widerspruch zu JEGLICHER Ethik und zu ALLEN unseren moralischen Prinzipien.
Diesen Skandal gilt es zu erkennen und zu beseitigen.
Helmut F. Kaplan über mögliche Motive, sich für Tierrechte zu engagieren (aus der Einleitung):
« Zum Beispiel ein rationales Weltbild, das unbestreitbare biologische und psychologische Fakten im Hinblick auf tierliches und menschliches Erleben ernst nimmt. Oder das Bekenntnis zu einer konsequenten Ethik, die Wesen nicht aufgrund der Beschaffenheit der Behaarung oder der Anzahl der Beine diskriminiert. Oder einfach der Wunsch, einen Beitrag zur Beendigung des größten Gewaltverbrechens der Menschheitsgeschichte zu leisten.»
« Der Verrat des Menschen an den Tieren»
Erschienen im Vegi-Verlag, 2006
ISBN 3-909067-06-9
260 Seiten
Preis: 15 Euro / 24 SFr.
Erhältlich in der Buchhandlung oder bei Amazon übers Internet.
Der Autor steht für Interviews zur Verfügung:
Kontakt: verlag@vegetarismus.ch
Homepage: www.tierrechte-kaplan.org

 

ALTEXethik
Erscheint einmal jährlich im Dezember in deutscher Sprache. Vertrieb: Weinmanng. 86, CH-8700 Kuessnacht ZH; Tel. ++41 44 380 0830; Fax +41-44-380 0832, email: abo @altex.ch; Abopreis 15 €
Jahresabo für Privat-Bezieher 90 €, (für Tierschutzorg.mitglieder u. Studie-rende Sonderkonditionen), Abo für Altex-Ethik allein 15 €. www .altex.ch
(Die vier englischen Ausgaben und ALTEXethik zusammen für Private 90€, für Studenten 42€)


Wie schon vor einem Jahr vermerkt wurde die Zeitschrift ALTEX - Alternatives to Animal Experimentation geteilt. Die ursprünglich ‚Ein vierteljährliches Journal für neue Wege in den biomedizinischen Wissenschaften’ benannte der 3R Idee (Tierexperimente replace, reduce, refine) verpflichtete wissenschaftliche Vierteljahresschrift wird jetzt englisch geschrieben und befasst sich vorwiegend mit medizinisch/biologischen wissenschaftlichen Fachthemen. Zum Jahresende erscheint dazu ein fünftes deutschsprachiges Heft: Altex-Ethik. Es enthält den Literaturbericht zu anspruchsvolleren Neuerscheinungen auf dem Gebiet der Mensch-Tier-Beziehung, dann Hauptartikel zu mehr grundsätzlichen Fragen vor allem aus dem ethisch-philosophisch-rechtlichem Bereich, dazu Zusammenfassungen der in den englischen Heften des Jahres erschienenen naturwissenschaftlichen Artikel, weiters Nachrichten etc.
Das 128 Seiten starke Ethik-Heft 2009 ist wieder eine Fundgrube für am Themenkreis Tierversuche und darüber hinaus eingehender Interessierte. Wir greifen heraus, eine Abhandlung zur Patentierung von Versuchstieren (Krebsmaus), über die Güterabwägung im Tierversuchbereich, eine Ethikkommissions-Stellungnahme zu Interspezies-Mischwesen. Der Literaturbericht behandelt anders als seinerzeit Gotthard Teutsch weniger Werke (rund 30), teils deutsche, teils englische, diese aber viel ausführlicher.
Aus den Zusammenfassungen besonders interessant ist eine Arbeit über die ökonomischen Aspekte von Tierversuchen. Die Kosten für Toxizitäts- und Sicherheitsprüfungen in Europa betragen über 600 Mill € im Jahr, weltweit über 2 Mrd.€. 50 % der Auftragsforschung werden in einigen wenigen, großen Auftragslabors darunter auch Covance und Huntington (HLS) durchgeführt. Der Industriezweig hat einen Gamtumsatz von mehr als 4 Mrd. €. Die Durchführung des REACH-Programms (die von der EU angeordnete Chemikalienprüfung) soll über 50 Millionen Wirbeltiere und fast 10 Mrd. € erfordern. Die Zahlen zeigen, welch wirtschaftliche Macht da beteiligt ist.
E.L.


In Englisch:
Katharina Wirnitzer

BikeeXtreme – Performance determining factors and vegan nutrition pattern to successfully complete the Transalp Challenge

SVH – Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften Saarbrücken 2009, Taschenbuch 120 Seiten, 22 x 15 cm, 58 €(D). ISBN: 978-3-8381-0912-1


Die Autorin, vegane Physikerin, Sportwissenschaftlerin, geprüfte Tierschutzlehrerin und Tierrechtlerin, seit 10 Jahren in verschiedenen Bereichen für Tierschutz und Tierrechte aktiv, hat nach Abschluss ihrer Dissertation zur BIKE Transalp Challenge, dem härtesten Mountainbike(MTB)-Rennen der Welt, diese als Buch veröffentlicht.
Die Transalp Challenge (TAC) ist ein MTB-Rennen über acht Tages-Etappen (Eckdaten: insgesamt 22.500 m Höhendifferenz mit 662 km Distanz, täglicher Durchschnitt von 2810 m und 83 km). Was die Tour de France für den Straßenrad-Rennsport, das ist die TAC für den MTB-Marathon-Rennsport und verlangt den Athleten (Profis und Amateure) physisch und mental alles ab (Dropout-Quote: 19 %). Die Autorin selbst nahm zweimal an diesem äußerst selektiven MTB-Rennen teil und erreichte 2004 zusammen mit ihrem Mann in ihrer Kategorie als erstes Amateur-Team nach der Weltelite der professionellen MTBer den 16. Rang.
Die Sportwissenschaftlerin untersuchte das Belastungsprofil und die Belastungsverteilung während der TAC u. a. mittels Herzfrequenz, die belastungsinduzierte Verschiebung der Körperwasser-Pools und ausgewählter Blut-Parameter ebenso wie die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme eines veganen Ernährungs-Plans. Die Autorin rollt die Entwicklung des tiefgreifendsten kulturellen Ernährungs-Fehlers unserer Zeit – Fleisch sei Lebenskraft – in einem eigenen Kapitel systematisch, detailliert, wissenschaftlich und umfassend auf.
Diese Studie ist die erste, die ein extremes MTB-Rennen und auch erstmals eine Frau während dieses Rennens untersucht. Sie ist auch die erste, die eine vegane Nahrungs- und Flüssigkeits-Aufnahme während acht Wettkampftagen untersucht. Das Ergebnis: vegane Ernährung ist höchst geeignet.
Siehe auch www .wirnitzer.at und bikeextreme.org .

 


 


ETHIK; TIERSCHUTZ

Helmut F.Kaplan, Die ethische Weltformel
Eine Moral für Menschen und Tiere
Vegi-Verlag, CH 9315 Neukirch-Egnach, 2003, 108 Seiten, EUR 9.90 (D), sfr 14.50 ,
Ausserhalb der Schweiz bitte bei Amazon.de bestellen
Das neuste Buch des Tierrechtsphilosophen Helmut Kaplan. In Anspielung auf die Suche nach der Weltformel der Physik, zeigt er in diesem Buch auf, wie eine ethische "Grundformel" für Menschen und Tiere aussehen könnte. Mit diesem Buch wird aufgezeigt, dass es durchaus nicht notwendig ist, eine Ethik für die Tiere und eine andere für die Menschen zu haben. Man kann beides vereinheitlichen ohne die unterschiedlichen Bedürfnisse zu übergehen zu müssen. Manchmal ist die Lösung so nah, dass man sie gar nicht wahr nimmt.


Herma Brockmann und Renato Pichler: Wegbereiter des Friedens – Die lebendigen Philosophien der Bishnois und Jains. Vegi-Verlag, ISBN 3-909067-02-6, 2001, Fr. 19.– 88 Seiten. Seit Jahrhunderten zeigen die Bishnois, wie ein Leben auch ohne Gewalt gegen Mensch, Tier und Bäume möglich ist. Die Jains leben sogar schon seit Jahrtausenden mit dem Ziel möglichst kein Leben zu schädigen. Da in den Medienvor allem übr Kriege und andere Konflikte berichtet wird, sind diese beiden Gemeinschaften aus Indien in Europa wenig bekannt. Dieses Büchlein bringt deshalb die Lebensweise dieser beiden Gruppen dem Leser näher.

Helmut F.Kaplan, Wozu Ethik? Über Sinn und Unsinn moralischen Denkens und Handelns, ASKU-PRESSE 2001, 76 Seiten, Broschur DM 23,47, öS 165,00, sfr 22,00, EUR [D] 12,00 ab 01.01.2002

Helmut F.Kaplan, Tierrechte - Die Philosophie einer Befreiungsbewegung, 160 Seiten, Echo-Verlag Göttingen 2000, 139 öS, 19 DM

Helmut F.Kaplan
TIERE haben RECHTE
Argumente und Zitate von A bis Z
Reihe Tierrechte - Menschenpflichten, Band 1
Harald Fischer Verlag, Erlangen 1998, 107 Seiten

Helmut F.Kaplan
Leichenschmaus
Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung
(Erstauflage 1993 rororo), Neuauflage Echo-Verlag Göttingen, 204 Seiten, broschiert, 7.90 € (D), ISBN 3-499-19513-5


Helmut F.Kaplan
Warum ich Vegetarier bin
Prominente erzählen, warum sie Vegetarier geworden sind
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 1995, rororo-Sachbuch 9675, 159 Seiten

Peter Singer
Henry Spira und die Tierrechtsbewegung ,
Reihe Tierrechte - Menschenpflichten Band 5
Harald Fischer Verlag Erlangen 2001 ; Titel der amerikanischen Originalausgabe 1998 "Ethics into action"), 224 Seiten, kart., 228 Seiten und 16 Sei-ten Abb., 2001, DM 36,- / öS 263,- / sFr 33,-

Peter Singer
Befreiung der Tiere
- Eine neue Ethik zur Behandlung der Tiere (Titel der englischen Ausgabe: Animal Liberation; deutsche Erstausgabe 1982, Hirthammer Verlag, München, 302 Seiten), rororo-Taschenbuch 1996, öS 196. Dieses Werk war Anstoß zur modernen Tierrechtsbewegung

Gotthard M. Teutsch
Mensch und Tier
Lexikon der Tierschutzethik
Vlg.Vandenhoek & Ruprecht 1987, 301 Seiten, 265 öS, DM 36

Gotthard M. Teutsch
Die Würde der Kreatur
Erläuterungen zu einem neuen Verfassungsbegriff am Beispiel des Tieres, eine rechtsphilosophische Betrachtung mit ausführlichen Text-Belegen
Verlag Paul Haupt 1995, 120 Seiten, 297 öS, 38 DM

 

 

Gotthard M. Teutsch
Gerechtigkeit auch für Tiere – Beiträge zur Tierethik, Biblioviel Verlag Bochum 2002, 148 Seiten, 19 €
Prof. Teutsch war eine der ersten Philosophen und Ethiker im deutschen Sprachraum, die sich des Tieres angenommen haben. Bekannt sein Lexikon der Tierschutzethik und die Anthologie Da Tiere eine Seele haben und der jährliche Literaturbericht Mensch und Mitgeschöpf in der Zeitschrift ALTEX. Das vorliegende Taschenbuch sammelt einige seiner Aufsätze zur Tierethik: Schweitzers Beitrag zur Ethik der Mensch-Tier-Beziehung. Gewalt gegen Tiere. Leben und Tod der Tiere nach dem Gleichheits-grundsatz. Sollen wir Tiere wie Menschen behandeln? Zur ethischen Abwägung von Tierversuchen. Wie konsequent sollen Tier-versuchsgegner sein?
Für jeden, der sich mit den kontroversen Themen ernster beschäftigen will, eine wertvolle Hilfe.

Steven Rosen
Die Erde bewirtet euch festlich
Vegetarismus und die Religionen der Welt Mit einem Vorwort von Isaac B. Singer und einem Essay von Eugen Drewermann
Verlag Adyar, Satteldorf 1992, 158 Seiten, 27 DM, 210 öS

Wilhelm Brockhaus (Hrsg).
Das Recht der Tiere in der Zivilisation - Einführung in Naturwissenschaft , Philosophie und Einzelfragen des Vegetarismus, 310 Seiten, Hirthammer Verlag, München 1975

Albert Schweitzer,
Die Ehrfurcht vor dem Leben Grundtexte aus fünf Jahrzehnten, Beck'sche Reihe 1997 (7.Auflage)165 Seiten, 123 öS.

Manuela Linnemann (Hg.)
Brüder, Bestien, Automaten
Reihe Tierrechte - Menschenpflichten, Band 3
Das Tier im abendländischen Denken - eine Anthologie, von Empedokles und Platon bis Th.w. Adorno, E. Canetti und Jacques Derrida
Harald Fischer Verlag, Erlangen 2000, 380 Seiten

Paola Cavalieri
Die Frage nach den Tieren
Für eine erweiterte Theorie der Menschenrechte
Reihe Tierrechte - Menschenpflichten, Band 8 Harald Fischer Verlag, Erlangen, 2002, , (ital. Originalausgabe "La questione ani-male" 1999), 179 Seiten, 19,8 Eur (D)
Eine philosophisch-wissenschaftliche Abhandlung

Martin Liechti (Hrsg.)
Die Würde des Tieres
Reihe Tierrechte - Menschenpflichten, Band 7
Harald Fischer Verlag, Erlangen, 2002, 378 Seiten, 27 Eur(D)
28 Referate, gehalten beim Symposium "Die Würde des Tieres" an der Universität Basel im März 2001
Johann S. Ach
Warum man Lassie nicht quälen darf
Tierversuche und moralischer Individualismus, ein philosophisch-wissenschaftliches Werk
Harald Fischer Verlag, Erlangen 1999, 293 Seiten

Und zu den Pflanzen:
Ortwin Maritsch
Der Pflanzensprecher
Ethische Betrachtungen über pflanzliche Nahrung,
Können Pflanzen denken und fühlen?, Herstellung von Blütenessenzen, Der Weg der mentalen Wahrnehmung
Osliebia Verlag 2001, 114 Seiten, zu beziehen bei Oslieba, Radlingstr. 55, A-8990 Bad Aussee, Tel. 03622-52 188
Der Autor von Beruf Drogist führt uns nicht den wissenschaftlich-technischen Pfad, er fühlt mit den Pflanzen und lehrt uns, alles Leben, nicht nur das der Menschen und Tiere, zu achten. Zugleich vermittelt er uns Erfahrungen seines Lebens. Schließlich enthält das Büchlein noch praktische Anleitung zur Herstellung von Blütenessenzen

Howard F.Lyman (with Glen Merzer)
Mad Cowboy
Plain truth from the cattle rancher who won't eat meat
23 US $, 223 Seiten, ISBN 0-684-84516-4, 1998.


ALLGEMEIN und ERNÄHRUNG

So geht's vegetarisch - jetzt einsteigen
Praktische Inofs für den leichten Einstieg mit Rezepten,
herausgegeben vom VEBU, bei der ÖVU erhältlich, ca. 3 € +Versandkosten

Kath Clements
Vegan
Über Ethik in der Ernährung und die Notwendigkeit des Wandels
6. aktualisierte und ergänzte Auflage 2008
Deutsch von Daniel Bauer und Lars Thomsen, mit einem Vorwort von Ingrid Newkirk
und einem Extra-Kapitel von Sebastian Zösch
Echo Verlag D-37083 Göttingen, 144 Seiten, Euro 8,50, ISBN 978-3-926914-28-6
www.echoverlag.de

 

Barbara Rütting
... und dennoch

Erfahrungen eines Lebens
Herbig Verlag München 2005, 412 Seiten 24,90 €(D), 43,70 CHF


Barbara Rütting ist unseren Lesern keine Unbekannte. Nicht wenige ihrer Bücher haben wir in der anima schon vorgestellt. Unter den noch im Buchhandel erhältlichen seien genannt:
Lachen wir uns gesund!
Bleiben wir schön gesund
Essen wir uns gesund
Barbara Rüttings Koch- und Spielbuch für Kinder
„ Schauspielerin, Friedensaktivistin, Tierschützerin, Gesundheitsberaterin, Bestsellerautorin, Politikerin ... Barbara Rüttings Leben war und ist der unbedingte Einsatz für eine gerechte und friedliche Welt. Mitreißend, unterhaltsam und mit viel Humor präsentiert sie hier ihre Quintessenz der vergangenen Jahrzehnte: Bekenntnisse einer Aufmüpfigen.“ – heißt es zum neuen Buch im Verlagsprospekt.
Die „Memoiren“ dieser außergewöhnlichen Frau sind kein chronologischer Lebensbericht, vielmehr Schlaglichter auf wesentliche Momente in einer langen Spanne, vom preußischen Flüchtlingsmädchen bis zu ältesten Abgeordneten im bayrischen Landtag. Über ihre Karriere als Filmschauspielerin erfahren wir kaum etwas, um so mehr über ihr reiches Leben nach jener Zeit. Wie sie Vegetarierin wurde, ihre Friedens – und Umweltaktivitäten, vom Kampf gegen Tierversuche, eine Art Dokumentation über die Geschichte der Alternativszene der letzten dreißig Jahre. Ein Tagebuchprotokoll über den mühsamen und schließlich gescheiterten Versuch einer Öko-Siedlung: „Alte nicht ins Altenheim, elternlose Kinder nicht ins Kinderheim, herrenlose Tiere nicht ins Tierheim – alle helfen sich gegenseitig, um das Leben ein bißchen glücklicher zu machen“, von seelischen Höhen und Tiefen, von den Wegen, Kraft aus dem Geistigen zu schöpfen. Mehr als ein Lebensbericht, ein Buch zum Nachdenken.

Victor S.Sussman
Die vegetarische Alternative
Eine ausführliche Information über Vegetarismus mit dem Schwerpunkt Ernährung
Hans Nietsch Verlag, 2.Auflage 1997, Taschenbuch 238TSeiten, 24 DM, 180 öS;
Vergriffen. Gebraucht fallweise bei amazon.de erhältlich.

Barbara Rütting,
Grüne Rezepte für den blauen Planeten, Taschenbuch Goldmann Verlag, 1997, 350 Seiten, 109 öS Zahlreiche Rezepte, doch nicht nur ein Kochbuch, eine Anleitung für gesunde Vollwerternährung und über unse-re Möglichkeiten, der Ausbeutung von Mitmenschen (in der Dritten Welt) und von Tieren gegenzusteuern.

Helma Danner
Jetzt werde ich Vegetarier- Der einfache Weg zu einem gesünderen Leben ohne Fleisch
Econ Taschenbuch Verlag, 2.Auflage 1998, 206 Seiten, 109 öS, 14,80 DM
Eine leicht lesbare Einführung in den Vegetarismus in seinen verschiedenen Aspekten, betr. die gesundheitlichen Gefahren der konventionellen, fabriksmäßigen Ernährung und in die Grundprinzipien der vegetarischen vitalstoffreichen Vollwertkost nach Prof.Kollrath / Dr.Bruker, mit Rezepten.
Vergriffen. Gebraucht fallweise bei amazon.de erhältlich.
Anmerkung: Die in diesem Buch (Seite 47, 48) und auch in einigen anderen hier angeführten Werken vertretene optimistische Meinung bezüglich der Vitamin B12 - Versorgung von Veganern wird von der Wissenschaft nicht geteilt. Siehe dazu das Stichwort Wissenschaft . Um irreversible Schäden, die gerade bei rohkostreicher veganer Kost zu spät bemerkt werden können, zu vermeiden, sollten Veganer diesem Punkt besonderes Augenmerk zuwenden.
Die Autorin scheint uns auch bei Freilandeiern(S 76, 77) zu optimistisch: Auch die sind leider nicht vor Salmonellen gefeit. Unbeschadet dessen sind Freilandeier schon aus Tierschutzgründen Käfig- und Bodenhaltungseiern vorzuziehen.

Jetzt geht's los
Praktische Tips für den Einstieg in die vegetarische Ernährung
Herausgeber Vegetarische Initiative Hamburg 1996, 40 Seiten. Kurzgefaßte Information über die vegetarische Lebensweise und ihre Gründe, Rezepte, Infos, Vergriffen.

Axel Meyer
Fleisch...oder die Folgen einer unbewußten Eßgewohnheit
ein Plädoyer gegen den gleichermaßen gedankenlosen wie lebens-und naturbedrohenden Fleischverzehr,
Taoasis Verlag 1993, 158 Seiten, 19.80 DM, ca. 160 öS.
Vergriffen. Gebraucht fallweise bei amazon.de erhältlich.


ERNÄHRUNG

Claus Leitzmann, Marus Keller
Vegetarische Ernährung
siehe oben

Prof.Dr.Claus Leitzmann / Dr.oec.troph. Andreas Hahn
Vegetarische Ernährung - Gesund und bewußt essen
Trias (ThiemeVerlag) Stuttgart 1998, ISBN 3-89373-426-0, 239 Seiten mit zahlreichen Abbild., 218 öS.
Die beiden Ernährungswissenschaftler haben nach obigem wissenschaftlichen Werk nun auch eine für den Laien leicht faßliche Information über Vegetarismus nach dem derzeitigen Stand der Ernährungswissenschaft geschrieben. Grundbegriffe der Ernährungslehre - Ratschläge für Vegetarier - Rezepte
Vergriffen. Gebraucht fallweise bei amazon.de erhältlich ; bei der ÖVU entleihbar..

Claus Leitzmann
Vegetarismus Grundlagen, Vorteile, Risken
siehe oben

Neal Barnard
Iss dich fit - Die vitalisierende Kraft der Ernährung rororo-TB 1998 318 Seiten, 123 öS
Der amerikanische Arzt und Ernährungsfachmann plädiert, gestützt auf zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen für vegane Ernährung:" Die in diesem Buch beschriebenen gesundheitlichen Vorteile ergeben sich ausschließlich aus pflanzlicher Ernährung. Die 4 Grundpfeiler einer gesunden Ernährung: Gemüse - Hülsenfrüchte- - Vollkornprodukte - Obst - (mit Vitamäin B12-Ergänzung)
Vergriffen, jedoch bei der ÖVU noch erhältlich (9,50 €, +Versandkosten) .

 

Neal Barnard
Iss dich fit - Die vitalisierende Kraft der Ernährung rororo-TB 1998 318 Seiten, 123 öS
Der amerikanische Arzt und Ernährungsfachmann plädiert, gestützt auf zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen für vegane Ernährung:" Die in diesem Buch beschriebenen gesundheitlichen Vorteile ergeben sich ausschließlich aus pflanzlicher Ernährung. Die 4 Grundpfeiler einer gesunden Ernährung: Gemüse - Hülsenfrüchte- - Vollkornprodukte - Obst - (mit Vitamin B12-Ergänzung)
Vergriffen. Gebraucht fallweise bei amazon.de erhältlich .
.

Gill Langley
Vegane Ernährung, Echo Verlag Göttingen 1999, 240 Seiten, 11,30 € (D). Das bisher umfassendste Werk zur veganen Ernährung, häufig als "vegane Bibel" bezeichnet. Siehe auch unter "Einkaufsführer -Vegan".

Die britische Wissenschaftlerin Dr. Gill Langley hat die wissenschaftliche Literatur zum Thema Vegane Ernährung ausgewertet und das Ergebnis in einem umfassenden Bericht erstmals 1988 veröffentlicht. 1995 erschien in England eine erweiterte Neuauflage, die nun in deutscher Übersetzung vorliegt.

Siehe auch die Besprechung weiter unten.


James Peden
Vegetarische Hunde- und Katzenernährung (Übersetzung der amerikanische Originalausgabe "Cats & Dogs" 1999), Echo-Verlag Göttingen 2003, 240 Seiten, 17,80 EUR (D), ISBN 3-926914-40-8


Vegetarische Kochbücher

Buchbespechungen aus der anima, Herbst 2010:

AngelikAa Eckstein
Vegane Weihnachtsbäckerei
Vollwertige Rezepte,pala-verlag, Darmstadt, 2010, 160 Seiten, Hardcover, Format ca. 17 12 cm, 9,90 €(D), ISBN: 978-3-89566-275-1
Für ein persönliches Weihnachtsfest gehört der Duft von Keksebacken im Advent einfach dazu. Und diese Zeit nähert sich ja schon mit großen Schritten. Noch immer weit verbreitet ist die Meinung, man könne doch nicht ohne Eier, Butter und Milch Bäckereien herstellen. Doch weit gefehlt! Vegan Backen ist gar nicht schwer, wie uns Angelika Eckstein mit ihrem Backbuch zeigt. Und zudem sind diese Backwaren auch noch gesündern, weil sie kein Cholesterin enthalten und durch die Verwendung von Vollkornprodukten zusätzlich den Körper mit Mineralstoffen und Vitaminen ver-sorgen. Auch Allergiker haben einen reichen Fundus in diesem Buch, weil kaum Sojaprodukte verwendet werden.
Das Buch beginnt mit wertvollen Hinweisen zu den Rezepten, die alles vom Planen, Einkaufen, Backtemperaturen bis hin zu Mengenangaben und Grundsätzliches zum Backen mit Vollkornmehl beinhalten. Dann folgen rund 75 vollwertige Rezepte die Schritt für Schritt leicht verständlich erklärt werden, unterteilt in Kapitel wie Lebkuchen & CO.; Kekse, Cookies, Spritzgebäck & Co.; Doppeldecker, Kugeln, Päckchen & Co.; Schnitten, Riegel, Ecken & Co.; Süße Versuchungen; Konfekt; Stollen, Striezel, Weihnachtsbrot & Co.
Bei Köstlichkeiten wie Schokowürfel, Limettensterne, Paranuss-Bananen-Kekse, Sesam-Hirse-Plätzchen, Orangenkringel, gefüllte Kirschkugeln, Ingwerecken, Pistazienkugeln, Mohn-Walnuss-Striezel, Haselnussstollen und vieles mehr, bleibt kein Leckermäulchen unbefriedigt.
Bei vielen Rezepten gibt es wertvolle Extra-tipps die zum besseren Verarbeiten, Verzieren und Gelingen beitragen, aber auch zu kreativen Experimenten einladen. Illustriert sind die Rezepte zusätzlich mit stimmungsvollen Weihnachtsmotiven von Sabine Metz.
Allen Bäckerinnen und Bäckern viel Freude beim Kneten, Verzieren und Genießen der veganen Köstlichkeiten.

 

Vom Vegetarierbund Deutschland zum Kochbuch des Jahres 2010 gewählt:

Heike Kügler-Anger
Cucina vegana
Vegan genießen auf italienische Art
pala-verlag Darmstadt 2008,
200 Seiten, Hardcover, Format ca. 21 x 14 cm, 14 €(D), , ISBN: 978-3-89566-247-8

Wer liebt sie nicht, die Köstlichkeiten der italieníschen Küche? Zudem lassen mediterrane Speisen bei den meisten Menschen, wie auch bei der Autorin dieses Kochbuches, Erinnerungen an vergangene Tage und Erlebnisse im sonnigen Süden wach werden. Selbst einfachste Dinge, wie der Duft sonnengereifter Tomaten, fruchtiges Olivenöl und Pizzabrot aus dem Holzofen können zum Träumen verführen.
Die 110 Rezepte sind ein Streifzug durch alle Regionen Italiens, wobei die Autorin durch jahrelanges Probieren, Verändern und Erfinden ganz ohne tierische Zutaten, ohne Tofu oder Sojamilch auskommt, was vegane Sojaallergiker besonders freuen wird.
Die Autorin beginnt mit einer interessanten Einführung in die italienischen Essgewohnheiten und deren Entwicklung, Traditionen, beleuchtet die gesundheitlichen Vorteile der „Arme-Leute-Küche“, informiert über Vegetaris-mus in Italien und gibt eine Auflistung der Grundzutaten, die niemals in der italienischen Küche fehlen dürfen.
Das erste Rezeptkapitel führt uns in den „Olivenhain“ – denn ohne Olivenöl geht in der italienischen Küche gar nichts. Hier erfahren wir unter anderem, wie wir z. B. Olivenöl mit Zitronenarmoma oder Basilikumaroma selbst herstellen und wie köstliche Pesto-Variationen und marinierte Paprika am besten gelingen.
Dem Streifzug im Olivenhain folgen das „Querbeet“ mit kleinen Vorspeisen, Suppen und Eintöpfen wie sizilianisches Auberginengemüse, Brotsuppe mit Tomaten und umbrische Zwiebelsuppe. Im „Gemüsegarten“ warten Salate, Gemüsebeilagen, Aufläufe und Pfannengerichte wie Birnen-Fenchel-Salat, Gemüsebällchen, Knoblauchtomaten, Radicchio mit Pinienkernen und Rosinen, Bauernauflauf mit Riesenbohnen und Venezianische Kartoffelpfanne. „Von Feld und Acker“ macht uns Teigwaren mit Sauce, gefüllte Teigwaren, Gerichte mit Reis, Maisgrieß und Kartoffelklößchen schmackhaft.
Wir lernen in diesem Kapitel wie wir selbst hausgemachte Pasta herstellen und daraus Mangoldlasagne mit Haselnusssauce oder Cappelletti mit roter Pestofüllung zaubern. Venezianisches Erbsenrisotto, Kräuterpolenta und Kürbisklößchen mit frittierter Petersilie schmecken aber auch nicht weniger gut. Der nächste Rezeptteil bringt uns Brot, Pizza und geröstetes Weißbrot „Aus dem Holzofen“. Da gibt es toskanische Rosmarinbrötchen und Vollkornfladenbrot mit Zwiebeln. Auf der knusprigen Pizza mit gegrilltem Gemüse fehlt nichts, schon gar nicht Käse. Auch die Pizzataschen mit Tomaten und Kapern, Crostini mit Trauben und Nüssen oder Pilzcreme schmecken un-schlagbar gut.
„ Von Baum und Strauch“ vollendet das Menü mit Desserts, Halbgefrorenes und Fruchteis, Kuchen und Gebäck. Espresso-Mandel-Kuchen, Schokoladen-Bananen-Eis und gefüllte Birnen sind ein mehr als würdiger Ab-schluss.
Der Vegetarierbund Deutschland E.V. hat dieses Kochbuch als „Kochbuch des Jahres 2010“ ausgezeichnet. Wenn auch Sie sich mit diesem Buch auf einen kulinarischen Spaziergang durch Italien einladen lassen, werden Sie es ganz sicher nicht bereuen, sondern vielmehr ein Fest der Sinne erleben.
Beim Nachkochen dieser unwiderstehlich guten Rezepte wünsche ich Ihnen
buon appetito, Ihre Michaela Schaller

Buchbesprechungen aus der anima, Sommer 2010

Lena Brorsson Alminger
Schwedisch backen – Kuchen, Torten & Gebäck

pala-verlag, Darmstadt,114 Seiten, Hardcover, Forma ca. 21 x 14 cm, 12,80 €(D), ISBN: 978-3-89566-269-0
Kaffeekränzchen mit süßem Backwerk haben in Schweden eine lange Tradition. „Sieben Sorten Kuchen“ ist ein alter und bekannter Begriff in Schweden und geht darauf zurück, dass sieben verschiedene Kuchen zu einem Kaffeekränzchen serviert werden sollten. Heute ist diese Üp-pigkeit nicht mehr ganz so üblich, aber noch immer trinken die Schweden gerne in Gesellschaft Kaffee und Tee und essen dazu Hefegebäck, weiche Kuchen und Kleingebäck.
„ Fika“ nennt man diese Zusammenkünfte am Nachmittag. Die Autorin, die an der Westküste Schwedens lebt, zeigt mit diesem Buch, welche Vielfalt an süßen Le-ckereien hierbei geboten werden. Außerdem stellt sie neun wunderschöne Cafés vor, die an besonderen Plätzen liegen und jeweils ein Rezept einer Gebäckspezialität verraten.
Nach einer Einführung über besondere Zutaten, Backtemperaturen und Backzeiten geht es los mit Hefegebäck, süße Leckereien ohne Backen, Kekse, Muffins und weiche Rührkuchen, Tartes und Torten. Die Autorin hat viele traditionelle Rezepte modernisiert, in dem sie Vollkornmehl anstatt Weißmehl und weißen Zucker durch Rohrzucker ersetzt. Die Backanleitungen sind verständlich geschrieben, so dass auch Ungeübte gut zurecht kommen.
Für Veganer ist das Kochbuch allerdings nicht geeignet, da die Rezepte reichlich Eier, Sahne, Milch und Honig enthalten. Wenn Sie die üppig süße Seite Schwedens aber kennen lernen möchten sind Zimt-schnecken, Zitronenmuffins, Apfelhörn-chen, Mandelkränze und Schwedenkuchen mit Vanillecreme eine gute Wahl.


Herbert Walker
Vollwertig kochen für mich
Vegetarische Rezepte für eine Person
pala-verlag, Darmstadt,176 Seiten, Hardcover, Format ca. 21 x14 cm, 12,80 €(D), ISBN: 978-3-89566-272-0

Es gibt immer mehr Alleinlebende, und darunter viele, die meinen, es lohne sich nicht, für eine Person zu kochen. Viele leben dann überwiegend von Fertiggerichten die weder gesund noch billig sind.
Der Autor dieses Buches, der als enga-gierter Tierschützer zum Vegetarismus kam und eine Ausbildung zum Gesundheitsberater absolvierte, will mit über 100 Rezepten zeigen, dass frisch Gekochtes nicht nur besser schmeckt und gesünder ist als Fertignahrung, sondern dass man dabei auch seine Kreativität spielen lassen und Spaß haben kann. Legt man außerdem Wert auf eine vegetarische vollwertige Kost, gibt es zum selbst kochen ohne-dies wenig Alternativen.
Für Singles spielen oft Aspekten wie Zeit und Platz beim Kochen eine große Rolle. Daher gibt der Autor viele Tipps und Hinweise, wie aus jeweils gleichen Grundzutaten, die man nur einmal vorbereitet, die unterschiedlichsten Gerichte zubereitet werden können und wie man Gerichte so verändert, dass am nächsten Tag nicht nur aufgewärmt wird, sonder ein neues Gericht daraus entsteht. Außerdem gibt es praktische Tipps für eine vernünftige Küchenausstattung, für richtiges Einkaufen, Lagern, Aufbewahren und Planen.
Die meisten Rezepte sind ovo-lacto-vegetarisch. Es gibt jedoch auch mit einem Symbol gekennzeichnete vegane Rezepte und Rezepte, die nur geringe Mengen tierisches Eiweiß, wie Butter oder Sahne enthalten und problemlos veganisiert werden können, mit ersatzweise Pflanzenmargarine und Sojasahne
Der Rezeptteil ist unterteilt in Salate, Suppen und Eintöpfe, Gemüsegerichte, Kartoffelgerichte, Nudelgerichte, Pikante Kuchen und Pizzen, Küchle und Bratlinge, Pikante Aufläufe, Toasts, Aufstriche und Chutneys, Süßes, Kuchen, Fertiggerichte optimieren und Getränke.
Alle Rezepte sind für eine Person berechnet, die Zubereitung gut beschrieben und meist gibt es noch einen interessanten Extratipp. Die Zutatenliste ist oft sehr lange, was vielleicht manchen die Rezepte aufwendig erscheinen lässt. Doch lassen Sie sich nicht abschrecken! Vieles ist einfacher und schneller auf den Tisch, als es auf den ersten Blick erscheint. Außerdem ermuntert der Autor, Mut zu haben, Grundrezepte nach eigenen Vorstellungen und persönlichen Geschmack zu verän-dern. Genießen Sie z. B. mit Gewürzen und Kräutern zu experimentieren und neue Geschmacksvarianten zu entdecken.
Auch wenn man alleine lebt, sollten wir es uns wert sein, frisch und gesund für uns selbst zu kochen. Und schließlich geht ja nichts über selbst gemachte Tomatensuppe, überbackene Kürbisnudeln, frischen Gurkensalat, Spinatpizza und duftenden Zwetschgenkuchen.
Guten Appetit! Ihre Michaela Schaller

 

Buchbesprechungen aus der anima, Frühjahr 2010

Heike Kügler-Anger
Vegan unterwegs – Schnell zubereitet und verpackt – für Schule, Beruf und Freizeit

pala-verlag Darmstadt 2009, 180 Seiten, Format 21,5 x 14 cm, Hardcover, 14 €, ISBN 978-3-89566-264-5
Wenn man als VeganerIn unterwegs ist und sich der Magen meldet, ist es oft schwer, gutes und gesundes Essen zu finden. Denn Pommes frites, die im Schnitzelfett frittiert wurden, sind schließlich nicht das, wovon VeganerInnen in der Regel träumen. Wem es nicht möglich ist, seine Mahlzeiten zuhause einzunehmen und trotzdem abwechslungsreich essen möchte, wird in diesem Kochbuch sicher genügend Anregungen finden, wie er sich ein köstliches Lunchpaket zusammenstellt. Weiters gibt es auch gute Tipps, für die Vorratshaltung, für praktische Transportbehälter und wie man Pannen wie durchweichte Brötchen oder matschige Salate vermeidet.
Neben nicht alltäglichen Pausenbroten gibt es Burger, Wraps, Dips, Obst- und Gemüsespieße, kleine Knabbereien und für kalte Tage wärmende Suppen aus der Isolierkanne. Auch Schleckermäulchen kommen mit Muffins, süßen Riegeln und fantasievollen Desserts auf ihre Rechnung.
Kostprobe gefällig? Brötchen mit Austernpilzen und Basilikumcreme, Vollkornwraps mit mediterraner Füllung, Reisnudelsalat mit Cashewkernen, Melonen-Räuchertofu-Spieße, Lauch-cremesuppe, Bananenbrownies und ....
Dieses Kochbuch wird Ihnen das vegane Alltagsleben außerhalb Ihrer Küche sicher genussvoll erleichtern.

Christoph Stertak
Wahrlich, Natürlich, KöstlichVegane, vegetarische und vollwertige Gerichte aus biologischen Zutaten
Eigenverlag Graz 2009, 120 Seiten, 14,90 €, ISBN: 978-3-200-01692-7, Vertrieb auch über www .stertak.net

Der Autor, gelernter Koch, hat sich aus ethischen Gründen seit Jahren der vegetarischen und veganen Küche verschrieben und kocht im Bioladen Matzer in Graz, der Österreichs ältester Bioladen ist. Mit seinem ersten Kochbuch möchte er nun seine jahrelangen Erfah-rungen weitergeben und beweist damit, dass sich Vegetarier nicht nur von Müsli und Beilagen ernähren müssen. Vielmehr zeigt sein Kochbuch, das vegetarsiche/vegane Gerichte äußerst schmackhaft, fantasievoll und gesund sein können. Von exotisch anmutenden Eigen-kreationen bis hin zur bodenständigen Hausmannskost, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und besonders wichtig: Man muss kein Profikoch sein, um all die Köstlichkeiten nach kochen zu können. Die Zubereitungsarten werden leicht verständlich Schritt für Schritt erklärt, so dass auch wenig routinierte Köche und Köchinnen sich und ihre Liebsten kulina-risch verwöhnen können.
Gegliedert ist das Buch nach einigen wertvollen Küchentipps und einer kleinen Warenkunde in Suppen, Suppeneinlagen, Salate, Hauptspeisen, Desserts und warme Süßspeisen.
Zu jedem Rezept gibt es eine Abbildung der Speise, die dazu anregt, das eine oder andere gleich ausprobieren zu wollen.
Also, wie wäre es mit Karotten-Ingwersuppe, Gurken-Kürbissalat mit Avocadomarinade, Polenternockerl mit Spargelsauce und Apfel-Mangotiramisu? Oder Erbsen-Safransuppe, Krautstrudel auf Kürbiskernsauce und Erdbeer-Hirseknödel auf Vanillesauce?
Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind und Ihnen das Wasser im Munde zusammenläuft - besorgen Sie sich dieses Kochbuch! Dann steht einem vegetarischen, veganen, vollwertigen, biologischen, wohlschmeckenden, gesunden Schlemmen nichts mehr im Wege.
Viel Spaß beim Kochen und guten Appetit
wünscht Ihnen
Ihre Michaela Schaller

Barbara Rütting
Essen wir uns gesund
30 Jahre Erfahrung mit Vollwerternährung , Herbig Verlag 2002, 24,90 EUR (D)

 

Buchbesprechungen aus der anima -Zeitschrift für Tierrechte, 2009:

Nadja Schäfer
Histaminarm kochen – vegetarisch
Köstliche Rezepte und Praxistipps bei Histaminintoleranz
,
pala verlag Darmstadt 2009, 158 Seiten, Hardcover, 21,5 x 14 cm, 14 EUR(D), ISBN 978-3-89566-263-8

Heute gibt es leider immer mehr Menschen, die unter irgend einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden. Nadja Schäfers litt selbst jahrelang unter Blähbauch, Bauchschmerzen, verstopfter Nase etc., ohne dass Ärzte einen auffälligen Befund liefern konnten. Durch Zufall stieß sie letztendlich selbst darauf, dass sie an einer Histamin-Unver-träglichkeit leiden muss. Betroffenen Menschen fehlt ein Enzym, das Histamin aus Lebensmitteln vollständig im Darm abbaut. Den Verzehr von Schokolade, Rotwein, Käse, Salami, Erdbeeren und leider vieles mehr, müssen Betroffene mit Schmerzen teuer bezahlen.
Um ihnen zu helfen, machte sich Nadja Schäfers daran, einen Ratgeber zu schreiben und Rezepte zu entwickeln, die zeigen, dass man trotz Histaminintoleranz gesund und vegetarisch gut essen kann.
Die Autorin beschreibt zunächst die Hintergründe zur Unverträglichkeit von Histamin, führt Symptome der Histaminintoleranz an, zeigt Möglichkeiten zur Diagnose und erläutert Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente bei Histaminintoleranz. Weiters werden Lebensmittelgruppen angeführt, die viel bis wenig Histamin enthalten sowie jene, die gut verträglich sind. Ratschläge wie man Lebensmittel richtig lagert, zubereitet und kombiniert, fehlen ebenso wenig wie Tipps wie Histaminallergiker mit Gewürzen, Essig etc. umgehen.
Schließlich folgen 85 lakto-ovo-vegetarische Rezeptvorschläge für histaminarmes Kochen. Sie finden Aufstriche, Dressings, Suppen, Pikantes aus dem Ofen, Gemüse und Wokgerichte, Nudel-. Und Reisgerichte, Gebratenes, sowie Desserts und Kuchen. Die Kochanleitungen sind Schritt für Schritt leicht verständlich geschrieben, und zu vielen Rezepten gibt es noch interessante Extratipps. Rezeptanleitungen für Kürbis-Kokos-Suppe, Dinkelpizza mit Pesto und Rucola, Safranrisotto, Zucchini-Lauch-Puffer und Sauerkirschsorbet lassen einen neugierig werden, auch wenn man nicht Histaminallergiker ist.
Zum Schluss bietet das Kochbuch noch ein Ernährungstagebuch mit den „Top-Sünden“ bzw. den „All-time-Favourites“ mit Platz für eigene Ergänzungen.
Kurz und gut, ein interessantes Kochbuch, das allen etwas bietet, die sich für vegetarische Ernährung interessieren und gerne Neues ausprobieren.

Wolfgang Hertling
Kochen mit Hirse – fantastisch vegetarisch

pala verlag Darmstadt 2009, aktualisierte Neuauflage, 158 Seiten, Hardcover, ca. 17 x 12 cm, 9,90 EUR(D), ISBN 978-3-89566-260-7, pala-verlag.de
Durch den Trend zu einer vollwertigeren gesünderen Ernährung hält Hirse, nachdem sie viele Jahrzehnte ganz in Vergessenheit geraten ist, wieder Einzug in unsere Küchen. Und das ist gut so. Nicht umsonst wird dieses Getreide das goldene Korn genannt. Neben wertvollen Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren enthält Hirse eine Reihe von Mineralstoffen und Spurenelementen. Neben Magnesium und Kalium steckt auch wesentlich mehr Eisen in den kleinen Körnchen, als in anderen Getreidearten. Auch unserer Schönheit hilft die Hirse, weil sie durch ihren hohen Gehalt an Fluor und Silizium Zahnschmelz, Haut, Haare und Nägel stärkt. In der Welternährung hat Hirse schon immer eine große Rolle gespielt, vor allem in Ländern der „Dritten Welt“. Chinesen zählten sie zu den fünf heiligen Pflanzen, Pythagoras empfahl Hirse für Gesundheit und Kraft und Hunnenkönig Attila bewirtete seine Gäste ausschließlich mit Hirse. Ein Getreide also, das eine große und alte Geschichte hat.
Was mit Hirse heute in der Küche alles möglich ist, zeigt uns Wolfgang Hertling mit seinem Kochbuch. Hirse ist geradezu eine „Verwandlungskünstlerin“ wie kein anderes Getreide. Es lässt sich nämlich sowohl süß als auch pikant variantenreich zubereiten, schmeckt gut und ist äußerst bekömmlich.
Die 120 ovo-lacto-vegetarischen Rezepte bestehen aus Frühstücksideen, Suppen, Hirse als Beilage, Gemüsegerichte, Hirse als Füllung, Pfannengerichte, kalte Hauptgerichte, Süßes aus Hirse und Backen mit Hirse. Für Veganer sind die meisten Rezepte einfach zu veganisieren, in dem man Milch durch Sojamilch, Quark durch Tofu, Sahne durch Sojasahne etc. ersetzt.
Ergänzt werden die Rezepte noch mit praktischen Tipps, wie man Hirse richtig zubereitet, sowie Interessantes über Anbau, Sorten und Geschichte.
Ob man nun Süßes oder Pikantes bevorzugt, hier dürfte jeder etwas für seinen Geschmack finden. Pilzhirse, Paprikaauflauf, Hirsebratlinge, gefüllte Pfannkuchen, Apfelpudding, Carobcreme und Napfkuchen mit Hirse würden vielleicht auch in Ihren Speiseplan Abwechslung bringen? Dann besorgen Sie sich dieses Kochbuch und einem gesunden Schlemmen steht nichts mehr im Wege.
Guten Appetit, wünscht Ihnen
Ihre Michaela Schaller

Sigrid Oldendorf-Caspar
Das Beerenbuch
pala-verlag Darmstadt 2009, Hardcover, 158 Seiten ca.17 x 12 cm (LxB), 9,90 €(D),ISBN 978-3-89566-258-40
Ein Gartenratgeber und ein Kochbuch in ei-nem, den gerade für die vegetarische Ernährung so wertvollen Beeren gewidmet, vom Einsetzen der Pflanzen in die Erde bis zur Frucht in zahlreichen Variationen im Mund. Die Autorin behandelt die zehn bekanntesten der landläufig Beeren bezeichneten Früchte, von der Ribisel (Johannisbeere) und Erdbeere bis zum Holunder und Sanddorn. Auf 70 Seiten erfahren Gartenamateure das Wichtigste zu Anbau und Pflege, dazu Informationen über Vitamingehalt etc. Rund 100 Seiten sind dem Genuß vorbehalten, ob roh, gebacken oder gekocht, als Saft oder Eis: 70 Rezepte (ovo/lacto-vegetarisch).
E.L.


Irmela Erckenbrecht
Rosmarin und Pimpinelle - Das Kochbuch zur Kräuterspirale - Vegetarische Rezepte, pala-verlag Darmstadt 2009, Hardcover, 158 Seiten, 21,5 x 14. 12,80 €(D), ISBN 978-3-89566-256-0
Wer eine Kräuterspirale sein Eigen nennen darf, oder vor hat, seinen Garten damit zu bereichern, wird an diesem Buch garantiert Freude haben und so manche brauchbare Anregung finden. Die Autorin gibt Tipps, wie wir für ein Kräuterbeet ideale Standortbedingungen schaffen und dieses ein wahres Schmuckstück für jeden Garten werden kann. Wahrscheinlich werden Sie staunen, dass Sie mit nur geringem gärtnerischen Aufwand mit der Kräuterspirale vom zeitigen Frühjahr bis weit in den Herbst hinein stets eine große Palette frischer Würzkräuter zur Auswahl haben können.
Weiter geht es mit Tipps, wie Sie Ernteschätze für den Winter trocknen, einfrieren oder einlegen können, damit der Winter keine geschmacklose Zeit wird. Und schließlich geht es in die Kräuterküche: Insgesamt 22 Küchen-kräuter mit ihren kulinarischen Besondemheiten und speziellen Anwendungsmöglichkeiten werden vorgestellt und ausführlich beschrieben.
Die ovo-lacto-vegetarischen Rezepte für Salate, Suppen, Aufläufe, Pizzen und Pfannengerichte, Gebäcke und Drinks lassen einem schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Veganer werden bei den Rezepten sicher keine Schwierigkeiten haben, Schlag- durch Sojasahne, Butter durch Margarine, Parmesan durch Hefeflocken, Ei durch Sojamehl etc. zu ersetzen.
Und wenn Siei schließlich Ihre Lieben oder Gäste mit Kerbelcremesuppe, Salbeispaghetti, Maistaler mit Petersiliensauce, Kräuterpfannkuchen mit Pilzen oder Kräuterlasagne verwöhnen, sind sicher alle begeistert. Auch Ge-tränkekreationen wie Lavendelmilch oder Pfefferminzbowle werden überraschen.
Toll an den Rezepten ist, dass sie nicht nur gut schmecken, sondern auch bekömmlich, gesund und preiswert sind.
Lassen Sie sich anhand dieses Kochbuches von den köstlichen Kräuteraromen doch einfach zu neuen Kochabenteuern verführen.

Susanne Bodensteiner
Veggie Grillen

Reihe: GU Just cooking, Gräfe und Unzer Verlag, Softcover mit runder Ecke, 48 Seiten mit ca. 30 Farbfotos. 18 x 15 cm, 4,90 €D 5,10 €A
Wenn das Wetter schön ist und man ein Plätzchen im Grünen hat, ist Grillen angesagt. Wer bis dato meinte, dass nur Fleischesser dabei zu lukullischen Genüssen kommen, irrt und wird über die vielen fleischlosen Varianten in Veggie Grillen überrascht sein. Die sommerlich leichten Rezepte sind ovo-lacto-vegetarisch, lassen sich jedoch auch leicht veganisieren.
Zu Beginn gibt die Autorin Tipps, die ein entspanntes Grillvergnügen garantieren. Hiezu zählt Wissenswertes über Gas-, Holzkohle und Elektrogrills sowie das passende Zubehör. Weiters erfährt man, wie man Feuer macht, optimale Grillzeiten, -temperaturen und welche Öle geeignet sind.
Für spontane Veggie-Griller gibt es Rezeptvorschläge, die keine Vorbereitung brauchen und in jedem Supermarkt oder beim Bäcker zu bekommen sind und so im Handumdrehen auf dem Rost landen können. Die Hauptgerichte wie Gewürzpolenta mit Minzetomaten, Zucchi-nirädchen mit Tofu und Shitake, Mini-Paprika mit Couscous, Sesamfladen oder Lorbeerkartoffeln mit Schalottenbutter schmecken sicher nicht nur überzeugten Vegetariern. Für Naschkatzen gibt es zum Schluss noch eine gegrillte Banane oder Früchtepäckchen mit Kokos-Mascarpone-Sauce.
Lustige Infos über das Grillen runden die Lektüre noch ab und machen garantiert Lust auf junges Gemüse frisch vom Feuer.
Also: Los geht´s, die Grillsaison ist eröffnet!


Torsten Merz
Gemüse ist mein Fleisch - Vegetarisch grillen,
Verlag Parkstraße, München 2009 (2. Aufl.), Paperback,70 Seiten, 22x15 cm, 6,80 €(D) ISBN:978-3-941556-00-3; als Hörbuch (auf USB-Karte) ISBN 978-3-941556-01-0), inklusive Buch 14,80 €(D)
Wer aufgrund des Titels meint, dass Grillen mit Gemüse wenig spektakulär ist und dabei einfach nur Zucchini, Paprika und Tomaten auf den Rost gelegt werden, der irrt. Torsten Mertz zeigt uns nämlich in einem äußerst übersichtlichen Buch 50 Rezepte, die auch mit wenig Kochroutine zubereitet werden können und dennoch originell sind.
Zu den Kapiteln Grillgemüse, Spieße, Päckchen und Fruchtiges gibt es jeweils eine „kleine Warenkunde“ dazu, in der wir erfahren, welche Produkte sich wie besonders eignen. Z. B wird die Herstellung und Verwendungsmöglichkeit von Fleischimitaten wie Seitan, Tofu und Tempeh erklärt.
Das Kochbuch ist ovo-lacto-vegetarisch, beinhaltet aber auch zahlreiche gekennzeichnete vegane Rezepte. Kostprobe gefällig? Grünkern-Cevapcici, Seitan-Frühlingszwiebel-Spie-ße, Feta-Zucchini-Schiffchen, Knusprige Kür-bisspalten, Birnenhälften mit Roquefort und Ananas „indisch“.
Appetit bekommen?
Mein Tipp: Lassen Sie den Sommer nicht ohne Grillparty vergehen und genießen Sie die kulinarische Vielfalt auf dem Grillrost
Ihre Michaela Schaller

 

Jutta Grimm
Vegetarisch grillen – Vollwertige Rezepte
Mit Cartoons von Renate Alf
pala-verlag Darmstadt, überarbeitete Neuauflage 2008, Hardcover, 160 Seiten , ca. 17x12 cm, 9,90 €(D), ISBN 978-3-89566-242-2
Ein Klassiker unter den Grill-Büchern, die erste Auflage erschien 1992. Da das Buch erst kurz vor Redaktionsschluß einlangte, konnte sich unsere Fachfrau nicht mehr damit beschäftigen. Nur soviel, es enthält schätzungsweise 130 Rezepte, die teils über das eigentliche Grillen hinausgehen, darunter viele vegane, dazu auf über 30 Seiten Anleitungen zum Grillen, und zahlreiche originelle Cartoons zum Thema.

 

Buchbesprechungen aus der anima - Zeitschrift für Tierrechte, Frühjahr 2009:

Jutta Grimm
Brotaufstriche selbst gemacht
– Süßes und Pikantes aus der Vollwertküche, 3. überarbei-tete Auflage, pala-verlag Darmstadt 2008 (www .pala-verlag.de), 172 Seiten, Format ca. 17 x 12 cm, Hardcover, 9,90 Euro(D), ISBN: 978-3-89566-248-5
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Doch was die meisten sich aufs Brot schmieren bzw. legen, ist häufig tierischer Herkunft, extrem fett oder wenn es um Marmeladen geht, verkocht und viel zu süß. Jutta Grimm zeigt uns mit diesem Buch, dass es vielfältige Alternativen gibt, die nicht nur gesünder und billiger sind, sondern auch noch viel besser schme-cken.
160 vegetarische Rezepte bieten Abwechslung beim Frühstück, für Jausenbrote, kalte Buffets, Picknicks etc. Sie finden Rezepte mit Milchprodukten und Eiern, aber auch viele Rezepte ohne tierisches Eiweiß, die zudem gekenn-zeichnet sind. Wer ganz auf tierisches Eiweiß verzichten will, kann in vielen Rezepten die Milchprodukte einfach durch Sojaprodukte ersetzen.
Das Kapitel Warenkunde und Küchengeräte verrät, wie die praktische Umsetzung in der Küche leichter funktioniert. Doch dann fällt die Entscheidung schwer, was man zuerst ausprobiert. Egal, ob man mit selbst gemachter Marmelade und Butter beginnt, oder pikante Aufstriche aus Getreide, Hülsenfrüchte oder Tofu zubereitet, man erlebt immer neue Geschmacksvarianten und bekommt sicher Lust, auch noch Kokosbutter, Mandel-Bananen-Creme, Avocadocreme, Bohnenpüree, Oliven-
Walnuss-Tofu, Buchweizen-Paprika-Aufstrich, Hafer-Mohn-Creme und Gemüsepesto auszuprobieren.
Kurz und gut: Mit den gesunden fantasievollen Rezepten in diesem Buch können wir unkompliziert und rasch unser tägliches Brot zu einem lukullischen Hochgenuss machen.


Heide Hasskerl
Holunder, Dost und Gänseblümchen ...– Vegetarische Rezepte mit wilden Kräutern und Früchten, 3. überarbeitete Auflage, pala-verlag Darmstadt 2008 (www .pala-verlag.de), 196 Seiten, Format ca. 21,5 x 14 cm, Hardcover, 14 Euro(D), ISBN: 978-3-89566-253-9
Heide Hasskerl war das Kind von Kleinbauern, und so wurde ihr durch ihr Lebensumfeld das Wissen um Wildpflanzen sozusagen in die Wiege gelegt. Sie gibt Tipps zum sicheren Bestimmen (auch wenn die Arbeit nicht als Bestimmungsbuch gedacht ist) und Sammeln und erstellt von über 30 Pflanzen Porträts in denen wir auch erfahren, wann die beste Sammelzeit ist, welche Standorte die Pflanzen haben, welche Pflanzenteil für die Küche verwendbar sind und welche Heilkräfte sie besitzen.
Weiters gibt es zu jedem Pflanzenporträt wunderbare Rezeptideen wie Bärlauchnudeln, Salbeispätzle, Brennnesselspinat oder gebackene Holunderblüten. Neben Salate, Suppen, Aufstriche, kleine warme Gerichte und süße Desserts, verrät die Autorin zahlreiche erprobte Rezepte der Marmeladen- und Geleebereitung. Auch Konservierungsmethoden wie Trocknen, Aromatisierung von Öl und Essig, alkoholische Kräuterauszüge und Liköre sowie Teekräuterbereitung werden erläutert. Und selbst wer schon immer einmal wissen wollte, wie man Hauswein zubereitet, wird in diesem Buch fündig.
Abgerundet wird das Buch von persönlichen Anekdoten der Autorin, Beschreibung alter Bräuche in Zusammenhang mit Kräutern sowie einem übersichtlichen Sammelkalender.
Wer jetzt neugierig geworden ist und neben den heilkräftigen Eigenschaften von Wildpflanzen auch deren geschmackliche Vielfalt probieren will, findet in diesem Buch jede Menge Möglichkeiten dies auszuprobieren.
Viel Spaß beim Experimentieren und Genießen
Michaela Schaller

Buchbesprechung aus der anima - Zeitschrift für Tierrechte, 2004::

Silvia Maritsch-Rager
Die Pflanzensprecherin kocht -
vegetarisch-vegane Gaumenfreunden, Osliebia Verlag Bad Ausee 2004, ISBN 3-9501529-2-X, 178 Seiten, 73 Farbabbildungen, 190 Rezepte, Preis: 19,50 €
Die Autorin hat mit diesem Buch versucht, ihre jahrzehntelangen Erfahrungen mit der vegetarischen Küche weiterzugeben. Ihre fantasievollen Eigenkreationen, die oft äu-ßerst exotisch und außergewöhnlich anmuten, werden all jene überraschen, die meinen, dass sich Vegetarier nur von Müsli und Beilagen ernähren. Bananen- und Avocadosuppe, Himbeer-Balsamico Spagetti oder Rote Rüben Schnitzel finden Sie sicher nicht in jedem Kochbuch. Dieses Kochbuch wird daher all jene freuen, die neugierig auf Neues sind und Lust am Experimentieren mit gesunden Lebensmitteln und Gewürzen haben. Die zahlreichen wunderschönen Abbildungen der Speisen, regen jedenfalls dazu an, das eine oder andere auszuprobieren. Aber auch Liebhaber der bodenständigen Küche kommen nicht zu kurz. Denn Rezepte für Teigtaschen mit Kürbiskernen, gefüllte Spinatknödel, Kartoffelstrudel mit Salbei sind ebenso zu finden wie Haferflocken- oder Tomatensuppe. Kurz und gut, ein Kochbuch, das sicher für jeden Geschmack einiges zu bieten hat.
Gegliedert ist das Buch nach Salaten, Suppen, Hauptspeisen, Toast und Imbiss, Auf-striche und Beilagen. Aber auch eine Ein-führung in verschiedene vegetarische Er-nährungsformen und Systeme wie Ayurve-da, Fünf-Elemente-Lehre, Makrobiotik etc. sowie ethische und gesundheitliche Überle-gungen zum Thema Vegetarismus und sei-ner Geschichte bietet uns die Autorin in diesem Buch. Die Motivation zu diesem Buch beschreibt die Autorin so: „Jeder Mensch, der ernsthaft nach dem Lebenssinn sucht, gelangt an einen Punkt, wo er das Töten von Tieren zur eigenen Esslustbefriedigung mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren kann.“ M.Sch. Anm.: Zu optimistisch scheinen uns die Angaben über den Vitamin B 12-Gehalt einiger Lebens- und Genußmittel. Veganern wird im allgemeinen sicherheitshalber B12-Ergänzung empfohlen.

 

 

Weiteres aus der Fülle vegetarischer Kochbücher finden Sie unter Praxis



Englisch:

Howard F.Lyman (with Glen Merzer)
Mad Cowboy
Plain truth from the cattle rancher who won't eat meat
23 US $, 223 Seiten, ISBN 0-684-84516-4, 1998. Auch bei der ÖVU (Adresse unten) erhältlich: 279 öS .
Howard F.Lyman war lange Jahre in vierter Generation ein bedeutender Rinder-Farmer in Montana, ehe er zum Vegetarier und Lebensmittelschutz-Aktivisten wurde.Er kennt also die Praktiken in der Rinderzucht aus eigener Anschauung. In einer US-weiten Talkschau plauderte er 1996 aus der Schule. Er und die Leiterin der Talkshow Oprah Winfrey, eine der bekanntesten in USA, wurden daraufhin von texanischen Rinderzüchtern geklagt, gewannen jedoch den Prozeß in erster Instanz. Überdie Berufung der cattle rancher ist noch nicht entschieden. (Näheres siehe http://www.madcowboy.com/). H.F.Lyman ist auch Präsident der Internationalen Vegetarier Union (IVU).

(Aus dem Verlagsprospekt: In the tradition of Upton Sinclairs's The Jungle and Rachel Carson's Silent Spring, an alarming exposé about the beef industriy that could change the way you eat forever....


Auszüge aus früheren Buchbesprechungen in unserer Zeitschrift anima:

Gill Langley
Vegane Ernährung


Die britische Wissenschaftlerin Dr. Gill Langley hat die wissenschaftliche Literatur zum Thema Vegane Ernährung ausgewertet und das Ergebnis in einem umfassenden Bericht erstmals 1988 veröffentlicht. 1995 erschien in England eine erweiterte Neuauflage, die nun in deutscher Übersetzung vorliegt.
Langley behandelt in der herkömmlichen Art in einzelnen Kapiteln die maßgeblichen Nahrungsbestandteile (Proteine, Kohlehydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe), beschäftigt sich darüber hinaus auch mit Mutter und Kind, Milch und Gesundheit, dem Gesundheitsstatus von Veganern und mit veganer Ernährung als Therapie. Die den Ausführungen zu den einzelnen Punkten jeweils nachgestellte Zusammenfassung erleichtert das Studium.
Für Laien leicht verständlich geschrieben, bietet das Buch auch Fachleuten durch reiche Litera-turangaben und kritische Würdigung allfälliger Problembereiche solide Information. Ärzten und Diätberuflern, von denen leider viele bezüglich veganer und manchmal auch vegetarischer Ernährung noch nicht zu den Fachleuten zu zählen sind, könnte es helfen, ihre aus Vorurteil noch häufig vertretenen Bedenken gegen die vegane Lebensweise zu überdenken. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studien zeigen, daß sich der Mensch mit einer ausgewogenen vielseitigen veganen Kost gesund ernähren und daraus sogar gesundheitliche Vorteile ziehen kann, wie dies bereits Neal Barnard in Iss dich fit darlegt.
Bezüglich Einzelheiten, insbes. betr. Sonderfällen wie Kleinkinderernährung sei auf das Werk verwiesen. Generell gelte ein abwechslungsreicher Speiseplan aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten (z.B.Tofu), frischen Gemüsen, frischem und ge-trocknetem Obst, Nüssen und Samen. Bemerkenswert die Angabe, daß es entgegen älterer wissenschaftlicher Meinung nicht nötig sei, sich über die Kombination verschiedener Eiweißarten in jeder Mahlzeit den Kopf zu zerbrechen. Ein abwechslungsreicher Speiseplan, der täglich aus zwei oder mehr Pflanzengruppen zusammengestellt ist, liefere ausreichend Protein.
Ebenso wie Barnard empfiehlt auch Langley ausreichende Vitamin-B12-Zufuhr durch entsprechend (künstlich) angereicherte Lebensmittel. Die heutige Form der Milch- und Eigewinnung aus spezialisierten "Einzweck-Tieren" bedeutet, was Tötung und Tierqual betrifft, nur mehr wenig Unterschied zur Fleischgewinnung. Viele sehen daher in veganer Lebensweise ein ethisches Gebot. Das Buch ist hier eine wertvolle Hilfe. anima Nr.


anima 1/1999:

Neal Barnard
Iss Dich FIT

- Die vitalisierende Kraft der Ernährung,
rororo-Taschenbuch 1998, 318 Seiten, 123 öS, 16.90 DM.
(Die amerikanische Originalausgabe erschien 1995 in New York)
Der amerikanische Arzt, Psychiater und Ernährungsfachmann hält hier allen, die sich so ernähren, wie es in Amerika, in West- und Mitteleuropa typisch ist, ein Plädoyer. Er zeigt wie man mit Lebensmitteln viele Aspekte der Gesundheit beeinflussen, Krankheiten hindern und aufhalten kann. Seine Vorschläge basieren auf zahlreichen wissenschaftlichen Studien (das Literaturve-zeichnis im Anhang ist zwanzig Seiten lang).
Das Buch ist in flüssigem Stil, leicht verständlich und amüsant geschrieben. Das Resümee des Fachmanns:
Die im Buch beschriebenen gesundheitlichen Vorteile ergeben sich ausschließlich aus pflanzlicher Ernährung.
Siehe auch den Abschnitt "Ernährung und Gesundheit der website.


Helmut F .Kaplan
Tierrechte - Die Philosophie einer Befreiungsbewegung

Echo Verlag Göttingen 2000, 160 Seiten, 139 öS, 19 DM, Mit seinen neuen Buch ist es dem - auch unseren Lesern durch zahlreiche hervorragende Artikel bekannten - Tierrechtler Helmut F. Kaplan ge-lungen, ein modernes Standardwerk zum Thema Tierrechte und Tierbefreiung zu schaffen, das wir sozusagen als Pflichtlektüre allen unseren Lesern ans Herz legen möchten. Auch jene, denen der Tierschutz bisher ein vorwiegend emotionales Anliegen ist, werden dankbar zur Kenntnis neh-men, daß ihre Bestrebungen hier auch in klarer, geschliffener Sprache eine wissenschaftliche Be-stätigung finden. Keine Angst: Trotz überzeugender philosophi-scher Abhandlungen und Deduktionen ist das Buch, infolge der Auflockerung und Erläuterung durch zahlreiche Fallbeispiele, auch für den philosophisch weniger routinierten Laien überaus spannend zu lesen. So vermag es zu überzeugen und auch jene in seinen Bann zu ziehen, die sich vorwiegend dem praktischen Tierschutz widmen. Interessant für Kenner der Tierrechte-Literatur ist sicher auch seine Auseinandersetzung mit Peter Singer (Gleichheitsprinzip - Utilitarismus) und dem Amerikaner Ton Regan, der hier zu weiter-reichenden Überlegungen kommt, aber leider im deutschen Sprachraum noch zu wenig bekannt ist. "Bei Singer spielt das Leiden bzw, die Leidensfä-higkeit eine herausragende Rolle - praktisch wie theoretisch. Regan betont hingegen, daß es neben dem Leiden auch noch andere Übel gibt, die be-achtet und bekämpft werden müssen. Es muß nicht alles wehtun, was schadet. Auf diesen im-mens wichtigen Punkt hingewiesen zu haben, ist eines der größten Verdienste von Regan." (4,2 S. 99; Anm. In diesem Zusammenhang müßte auch der weite Bereich der genetischen Manipulation am Tier untersucht werden!) Das neue Werk Kaplan's gibt aber auch allen jenen wertvolle Argumentationshilfen in die Hand, die bei Diskussionen oder intellektuellen Gefechten mit "Andersdenkenden" den üblichen Angriffen ausgesetzt sind, dies gilt auch für man-che Vertreter des traditionellen Tierschutzes. Ein Buch, das vieles erklärt, aber auch ungelöste Fragen aufgreift und in jeder Hinsicht zum Nach-denken und Weiterdenken anregt. Möge es seinen Weg machen und in zahlreiche Hände gelangen!


Kathryn Solisti/ Michael Tobias (Hsg.)
"Ich spürte die Seele der Tiere",

Kosmos-Verlag, Stuttgart, 1997, 350 Seiten, DM 39.80, ca. 298 öS
Außergewöhnliche Begegnungen und Erfahrungen von Jane Goodall, Penelope Smith, Dorit Feddersen-Petersen, Reinhart Brandau, Linda Telling-ton-Jones und vielen anderen, heißt es im Untertitel.
36 Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Berufen, Wissenschaftler verschiedenster Sparten, Künstler, Tier-Praktiker, Esoteriker usw. berichten über ihre Beziehungen mit Tieren, die sie bewegten, prägten oder ihren Lebensweg beeinflußten. Einige Sätze aus dem Beitrag der bekannten Schimpansenforscherin Jane Goodall haben wir auf der letzen Seite dieser Nummer im Bericht "Es ist ihnen wurscht" über die Gleichgültigkeit maßgebender Politiker gegenüber mieser Versuchstierhaltung, zitiert.
Auch die Wissenschaft ist Zeitströmungen und sogar Moden unterworfen, meint Heini Hedinger, langjähriger Zoodirektor und Wissenschaftler in seinem 1980 , nicht nur für den Laien geschrie-benen Werk "Tiere verstehen - Erkenntnisse eines Tierpsychologen". Die Tierpsychologie, die sich mit Subjekten, erlebenden, fühlenden und bis zu einem gewissen Grade einfühlbaren Sub-jekten beschäftigt, nämlich mit Tieren, sei von der Ethologie verdrängt worden, die Tiere als sozusagen anonyme Objekte betrachtet, die sie gar nicht zu verstehen sucht , sondern zum Gegenstand von Statistiken macht. Diese behaupte, über Subjekti-ves könne und dürfe man keinerlei wissenschaftlich gültige Aussage machen und verweist alle Gefühle in den Bereich des Spekulativen.
So betrachtet, läßt sich von einigen Beiträgen abgesehen, kaum eine Sammlung als unwissen-schaftlicher bezeichnen als diese. Dennoch kann sie in manchem zu einem tieferen Verständnis unserer Mitgeschöpfe führen als viele landläufige ethologische Abhandlungen.


Primatenbericht

Bericht über die Verwendung von Primaten zu wissenschaftlichen Versuchszwecken in der Europäischen Union sowie über deren Herkunft und Haltung,
Deutscher Tierschutzbund 1998, 64 Seiten (A4), zahlreiche s/w Abbildungen, 12 DM +Versandspesen, erhältlich beim Deutschen Tierschutzbund e.V., Baumschulallee 15, D-53115 Bonn

Dieser im Auftrag des Deutschen Tierschutzbundes von Irmela W.Ruhdel und Ursula G.Sauer, Akademie für Tierschutz,1998 verfaßte Bericht dient der wissenschaftlichen Unterstützung der Tierschutz-Forderung nach Abschaffung der Ver-suche mit Affen.
Der Inhalt: Versuche an Primaten mit Versuchsbeschreibun-gen , Erfassung der auftretenden Belastungen für Primaten und kritische Diskussion, in der Grundlagenforschung (Neurophysiologie, Aids, BSE, Parkinson, Alzheimer) und in der angewandten Forschung (Toxikologie, Impfstoff-produktion, dentale Werkstoffe) Anzahl der in der EU verwendeten Primaten ihre Herkunft mit Importzahlen Die Haltung von Versuchsprimaten Zusammenfassende Diskussion und Forderungen des DTB.


Erika Gartmann
Die Notwendigkeit einer neuen Mensch-Tier-Beziehung

- Zur Begründung der wahren Humanität,
Sonnenverlag, D-35274 Kirchhain 1999, 165 Seiten, kart., DM 45,80
Aus dem Klappentext: So sagt man dem Kind: ,Schweine sind zum Schlachten da'. Das heißt, das Kind erfährt die ungeheuerlichste Grausamkeit unter dem Vorzeichen der Normalität. Gegen diese Normalität gilt kein Einwand. Das Kind fällt in einen Schock, der aber von niemandem wahrge-nommen wird, nicht mal von ihm selbst.". Die Traumatisierung der Kinder durch Gewalt am Tier hat ebenso verheerende Folgen wie die Gewalt seitens der Erwachsenen gegenüber dem Kind. Wir besprechen das Buch in der nächsten Num-mer.


anima 3/1999:

Johann-Günther König
Alle Macht den Konzernen

- Das neue Europa im Griff der Lobbyisten,
rororo - Taschenbuch 1999, 318 Seiten, öS 123, 16.90 DM
Es mag erstaunen, in einer den Tieren zugewandten Zeitschrift ein Buch zu finden, das vor-dergründig nichts mit Tieren zu tun hat. Aller-dings nur vordergründig. Howard Lyman, einst Fleisch vertilgender Rinderzüchter in Montana, USA, dann Lobbyist in Washington, schließlich bis zum Vorjahr Präsident der Internationalen Vegetarier Union, hat einmal gesagt: "In den fünf Jahren als Lobbyist für Öko-Bauern im USA-Kongreß habe ich die sogenannte goldene Regel gelernt: diejenigen, die das Geld haben, machen die Regeln. Wenn die amerikanische Öffentlichkeit etwa denkt, ihre Probleme werden vom Kongreß gelöst werden, dann täuscht sie sich gewaltig."

Tierfreunde, die die Verbesserung von Gesetzen zugunsten der Tiere anstreben, tun gut, sich mit diesen Verhältnissen vertraut zu machen. Wie schon Hans-Peter Martin in der Globalisierungsfalle beschreibt König die Ergebnisse der Globalisierung, die internationalen Großkonzerne, in denen Mensch (wie Tier) zum zu minimierenden Kostenfaktor werden.
Ein Schwerpunkt des Buches liegt beim Lobbytum in der EU, bei den Lobbyisten und ihren Tricks.


Wenn Sie vom oben zitierten H.F.Lyman mehr erfahren wollen, siehe oben unter "Englisch":
Howard F.Lyman (with Glen Merzer)

Mad Cowboy- Plain truth from the cattle rancher who won't eat meat,
1998, 23 US $, ca. 290 öS, 223 Seiten
(in englisch; erhältlich im Wege der anima-Redaktion)


V.Angres/C-P.Hutter/L.Ribbe
Bananen für Brüssel

- Von Lobbyisten, Geld-vernichtern und Subventionsbetrügern,
Verlag Droemer, München 1999, 318 Seiten, 289 öS 39.90 DM
Über die Subventionspraxis - und verschwendung bei der EU, insbesondere auch auf dem Gebiet der Viehwirtschaft und die Gefahren, die wie Karremann denen drohen, die da hineinstochern.


A.Wang
Leben - ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten,

Dragon Verlag Berlin, 3.Auflage 1998, 540 Seiten, 38 DM, ca. 280 öS
Wang zeigt uns, daß wir uns eine schönere Welt machen könnten als die der Macht des Geldes und des Kriegs. Die Grundlage seiner "naturanen" Lebensweise - die Gleichwertigkeit allen Lebens. Das Prinzip des Nichttötens und der Gewaltlosigkeit gilt für ihn auch gegenüber pflanzlichem Leben. Anders als manche Tierrechtler, die eine Art Apartheidpolitik, die strikte Trennung von Menschen- und Tierreich propagieren, setzt Wang auf Miteinanderleben und Kooperieren, schließt also Produkte vom lebenden Tier wie Milch und Eier, so ohne Verletzung und Ausbeutung gewonnen, nicht aus dem Speiseplan.
Das Buch ist als umfassende Lebenshilfe gedacht, für Körper und Geist, gibt eine Fülle von Ratschlägen, über manche läßt sich streiten, vom Speiseplan und vom Fensterputzen bis zum "Gehirnputzen". Der Autor ist sich im klaren, daß sein Werk nur der Versuch einer Annäherung an ein kaum erreichbares Ideal ist.
Viele werden darüber lächeln. Betrachten wir unsere übliche Lebensweise und was wir auf dieser Welt damit so alles angerichtet haben, wir müssen dazu nicht einmal nach Jugoslawien schauen, ist Lächeln tatsächlich weniger angebracht.



Fritz-Albert Popp
Die Botschaft der Nahrung

- Unsere Lebensmittel in neuer Sicht,
Fischer-Taschenbuch 1993/95, 156 Seiten, vergriffen


Marco Bischof
Biophotonen - Das Licht in unseren Zellen,

Zweitausendeins 1995, 522 Seiten, ca. 500 öS in Graz erhältlich über die Bücherstube, Prokopigasse 16)
Lebensmittel sind mehr als Kalorien und Chemie. Die beiden Bücher, das erste kurz gefaßt, das zweite ausführlich, geben einen faszinierenden Einblick in die in Österreich leider vernachlä-sigte Biophotonen-Forschung und ihre praktische Bedeutung.



Peter Singer
Wie sollen wir leben?

- Ethik in einer egoistischen Zeit,
dtv-Taschenbuch 1999, 300 Seiten, 131 öS, 17.90 DM

Wozu leben wir? Mit dieser Frage beschäftigt sich der in Australien wirkende Philosoph Peter Singer in seinem jüngst ins Deutsche übersetzen,1993 geschriebenen Werk How are we to live?
Singer, Professor für Philosophie an der Monash Univer-sity in Melbourne ist Tierfreunden ein Begriff. Mit dem 1975 erschienenen Buch animal liberat-on,(deutsch 1982: Befreiung der Tiere, jüngste Auflage Rowohlt 1996) gilt er als Vater der Tierrechtsbewegung. Er ist u.a. Mitbegründer und Präsident des Great Ape Project einer internationalen Bewegung zur Durchsetzung von Rechten für die Großen Menschenaffen.
In Deutschland war er, Enkel im KZ ermordeter österreichischer Juden, Ziel heftiger, gefühlsbetonter Angriffe von Behindertenverbänden, die seine These "Ich verfolge die Absicht, den Status der Tiere zu he-ben, nicht den der Menschen zu senken" nicht zur Kenntnis nehmen wollten.
In seinem Buch führt er uns durch Religion, Philosophie, Wirtschafts(geschichte), Geschichte, Gegenwart, Biologie und Soziologie.

Er wendet sich (wir zitieren den Klappentext) gegen die pessimistische Auffassung, daß die genetische Ausstattung den Menschen zum Egoismus verurteilt und beschreibt, wie die Evolution zur Förderung altruistisch orientierter Lebensweisen beitragen kann. Eigeninteresse und Ethik müssen nicht in Konflikt miteinander stehen. An Hand konkreter Beispiele zeigt er uns, daß sich unser Leben wesentlich und tiefgreifend verändern kann. Singer: Ein ethisches Leben zu führen, bedeutet nicht Selbstaufopferung sondern Selbsterfüllung .

itat:Verglichen mit den Bedürfnissen der Menschen , die in Somalia verhungern, wird der Wunsch, die Weine führender französischer Weingüter zu kosten, völlig unbedeutend. Verglichen mit den Leiden fixierter Kaninchen, denen Shampoo in die Au-gen geträufelt wird, ist ein besseres Haarwaschmittel ein unwürdiges Ziel. Peter Singer in "Wie sollen wir leben?"


Th.Bartels/W.Wegner

Fehlentwicklungen in der Haustierzucht

-§ 11b (Deutsches) Tierschutzgesetz - Zuchtextreme und Zuchtdefekte in der Haustierzucht,
Ferdi-nand Enke Verlag, Stuttgart 1998, 119 Seiten, 39,80 DM, ca. 300 öS
Bis heute führt in der Tierschutzszene ein Thema ein Schattendasein, von dem man eigentlich annehmen sollte, daß es keins ist. Denn die unmittelbar betroffenen Akteure nennen sich Tierfreunde, sind doch vorwiegend Heimtiere (Hunde, Katzen, Hauskaninchen, Ziergeflügel, Zierfische) betroffen, denen die ganze Liebe ihrer Halter gilt.

Haltung, Krankheitsfürsorge, schmerzfreie Tötung, hier ist das Engagement groß. Über vorprogrammierte Qualen durch widernatürliche Hochzüchtungen, die in Wahrheit Mißgeburten sind, schweigt man; im Gegenteil, sie werden häufig als Rasse-Ideal hochgejubelt. Und das wiewohl man dem gesetzlich schon seit mehr al

s einem Jahrzehnt gegenzusteuern sucht, in Deutschland und europaweit, teilweise auch in Österreich. Zwei Wissenschaftler der Tierärztlichen Hoch-schule Hannover haben sich hier verdienstvoll des Themas angenommen: "Leider nehmen immer noch viel zu viele "Liebhaber" Zuchtdefekte, Minderleistungen und Erkrankungsdispositionen eben-so wie Verhaltungsanomalien bei ihren "Lieblingen" in Kauf... ob bewußt oder aus mangelnder Sachkenntnis der biologischen Zusammenhänge, sei dahingestellt.
Darüber hinaus wird nicht zu vergessen und gebührend zu erwähnen sein, daß auch die konsum- und profitorientierte "Nutzung" von Haustieren in Zucht und Haltung längst in Bereiche vorstieß, die nur noch als tierverachtende Ausbeutung zu charaktisieren sind."

Das Werk ist nach Art der züchterischen Veränderungen gegliedert (Körpergröße/gestalt - Haut - Pigmentierung - Verhaltensdefekte etc.), in wissenschaftlicher Terminologie geschrieben und mit einem umfangreichen Literaturverzeichnis (22 Seiten) versehen. So ist es ein Buch vornehmlich für Fachleute. Nicht so sehr für den Laien, der Hilfe bei Auswahl eines Hausgenossen sucht.

Unsere Empfehlung: Weg von teuren Rassetieren. Holen Sie sich Ihren Liebling im nächsten Tierheim.


ALTEX - Alternativen zu Tierexperimenten,

Ein Periodikum für neue Wege in der biomedizi-nischen Forschung,
Spektrum - Akademischer Verlag, erscheint vierteljährlich, Jahresabo für Privat-Bezieher 98 DM, 760 öS zzgl. Porto, für Studierende 30 DM, 230 öS.
Dieses vierteljährlich erscheinende wissenschaftliche Journal informiert vor allem über Alterna-tivmethoden zu Tierversuchen; das jeweils vierte Quartalsheft wurde als Schwerpunktheft "Ethik" etabliert. Nr.4/98 enthält wie üblich den von Prof. Gotthard M.Teutsch redigierten umfangreichen (28 Seiten) Literaturbericht über "Mensch und Mitgeschöpf unter ethischem Aspekt", der darüber hinaus auf Recht, Soziologie und verwandte Gebiete hinausgreift. (Bearbeitet nach den Neuzugängen des Archivs für Ethik im Tier-, Natur- und Umweltschutz der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe.)
Weitere Artikel u.a.: A. Brenner, Uni Potsdam, über Aspekte phänomenologischer Ethik als Ausgangspunkt für ein neues Mensch-Tier-Verhältnis, A.Harrer, Uni Salzburg, über die Grenzen der Wissenschaftsfreiheit, C.Caspar, Uni Hamburg, über Anthropozentrismus versus Pathozentrismus - Zur Stellung des Tierschutzes im System des grundrechtlichen Freiheitsschutzes.



anima 2-2000:

Regine Dapra
Ich lebe mit Osteoporose


Ein Erfahrungsbericht, pala-verlag Darmstadt 2000, 174 Seiten, 181 öS, 24,80 DM, aktualisierte und ergänzte Neuausgabe(Erstausgabe 1993)
Man kann fragen, wie kommt ein Buch über Osteoporose in die Bücherecke einer Tierrechts-zeitung. Es ist nicht allein der besondere Klang, den der Name Dapra in der österreichischen Tier-schutzszene besitzt. Frau Dapra war führende Aktivistin in der nahezu Volksbewegung, gegen die Tierversuche, deren sichtbarer Erfolg immer-hin die schwierige Schaffung des Tierversuchsge-setzes war, mag dieses den Tierfreunden auch zuwenig sein. Es sind nicht nur die vegetarischen Rezepte aus den Kochbüchern Barbara Rüttings, Mitstreiterin auch im Kampf gegen die Tierversu-che. Es sind auch nicht allein die klugen und beherzigenswerten Ausführungen zum Thema Ernährung. Es ist alles in allem ein bemerkens-wertes Buch einer bemerkenswerten Frau, nicht nur für den Kreis der nicht wenigen Osteoporose-Anfälligen interessant, sondern darüber hinaus jedermann Mahnung und Kranken überhaupt Hilfe, ihr Schicksal zu meistern. Regine Dapra, zuerst Konzertpianistin dann Malerin, wurde mit sechzig Jahren durch fortgeschrittene Osteoporose von heute auf morgen faktisch zum schmerzgeplagten Krüppel, der ein Arzt nur den Trost zu spenden wußte, es gebe heutzutage doch schon sehr gute Rollstühle. Sie nahm ihre Gesundung in die eigenen Hände, mit sensatio-nellem Erfolg. Sie berichtet über ihren Weg hiezu (der nicht jedermanns Weg sein muß), die Um-stellung ihres ganzen Lebens, nicht nur der Er-nährungsgewohnheiten, stellt die gymnastischen Übungen vor, die ihr Hilfe brachten, ihre Medita-tionen und Entspannungsübungen, ihre Lebensauffassung. Wir alle sollten lernen, schreibt Barbara Rütting, die das Buch einbegleitet, auf-merksamer in uns hineinzuhören und wieder Sen-sibilität für den eigenen Körper, den Tempel der Seele, und seine Bedürfnisse zu entwickeln. E.L. Anm: Zum Thema Osteoporose und Ernährung siehe u.a. auch Leitzmann/Hahn - Vegetarische Ernährung/Gesund und bewußt essen, Langley - Vegane Ernährung u. N. Barnard - Iss dich fit.


Petra und Joachim Skibbe
Köstliche Kürbis-Küche

mit Cartoons von Renate Alf, pala-verlag Darmstadt 2000, 221 Seiten, 181 öS, 24,80 DM
Stand der Kürbis bei unseren Omis noch groß im Kurs, wurde er lange Zeit ungerechterweise in unseren Breiten vernachlässigt. Wir Steirerinnen schätzen vor allem die Kerne der Kürbisse, aus denen das herrlich nussig schmeckende Kernöl gemacht wird. Wie vielseitig dieses an Sorten so reiche Gemüse verwendbar ist, zeigen Skibbe mit ihren vegetarischen Rezepten. Nach einer Einführung, in der die wichtigsten Gartenkürbis-Arten im Aussehen, Verwendung und Lagerung beschrieben werden, ist über Saat, Zucht und Aussaat im eigenen Garten einiges zu lesen.Ein weiteres Kapitel wird den Gewürzen rund um den Kürbis gewidmet, die diese Speise verfeinern. Ob süß, pikant, scharf oder exotisch, es lohnt sich zu experimentieren. Gewürze sind ja nicht nur Gaumenschmeichler, sondern verleihen wunderschönes farbenfrohes Aussehen, zudem helfen sie bei der Verdauung, machen munter, lustig und fit. Nach dieser liebevollen, umfassenden Einführung und vielen praktischen Tipps kommt aber das Beste: Über 100 Kürbisrezepte. Viele Rezepte sind vegan und mit einem entsprechenden Zei-chen gekennzeichnet. Bei vielen nicht-veganen Speisen wird eine vegane Alternative angegeben. In 8 Kapiteln werden Gemüsegerichte, Vorspei-sen, Suppen, Eintöpfe, Desserts, Kuchen, Mar-meladen u. v. m. dargeboten, die einem beim Lesen schon das Wasser im Munde zusammen-laufen lassen. Viele Rezepte bestechen durch ihre Einfachheit und zudem gibt es auch stets einen Extratipp, der gutes Gelingen geradezu garantiert. Zwischendurch sorgen lustige Kürbiscartoons für Heiterkeit. Dieses Kochbuch ist wohl ein weiterer Beweis, daß die vegetarische bzw. vegane Ernährung lekker, gesund, vielseitig, einfach und billig sein kann - - kurz und gut: Ein Fest für alle Sinne! Probieren sie es doch einfach aus!. M.S.

zurück, Zurück zur ÖVU-Homepage


ÖVU: Tel. 0316-46 37 17 und und 0720-349 056 (fairytel). Wir stehen Ihnen in der Regel täglich bis 22 Uhr für telefonische Auskünfte zur Verfügung
email:
oevu@vegetarier.at