Zur Nutztierhaltung


* Stichwort: Milchkühe

    *   Bio

* Stichwort: Legehennenhuhn.gif

    *   Käfighaltung

    *   Bodenhaltung

    *    Freilandhaltung

* Tiergerechtheitsindex

* Tierschutzkontrollen


* Stichwort: Milchkühe

(Text in Arbeit , unvollständig)

Nur eine Minderzahl von Kühen wird in Laufställen gehalten. Die große Mehrheit unserer Milchrinder stehen in Anbindehaltung, viele das ganze Jahr, sind also mehr oder minder lebenslängliche Kettensträflinge, d.h. sie können sich ihr ganzes Leben lang nicht einmal umdrehen, geschweige denn daß sie je auf die Weide kämen.(Nunmehr mit Übergangsfristen zumindest einmal wöchentlich 2 Stunden Auslauf zumindest auf eine befestigte Hoffläche vorgeschrieben). Allerdings sind die Werbebildchen mit grasenden Kühen nicht ganz gelogen. Im Einzugsbereich fast jeder Molkerei, kaum im Flachland, stärker im Gebirge, gibt es Bauern, die ihre Tiere wenigstens zeitweise - vor allem im Herbst - auf die Weide lassen. Mancherorts wird auch Milch aus Biobetrieben mangels ausreichender Nachfrage der konventionellen Milch beigemengt. Besondere eher tierquälerische Erschwernisse in der Anbindehaltung sind häufig das Fehlen von Einstreu, der Kurzstand (d.h. die Kühe können mit der Hinterhand leicht in die Kotrinne abrutschen) und der sogenannte Kuhtrainer (er soll sie, wenn sie zum Koten den Rücken krümmen, durch einen elektrischen Schlag zwingen, zur Kotrinne zurückzutreten). Ein in der Regel sehr trauriges Kapitel in der Milchproduktion ist das Schicksal der für diese unvermeidlichen Kälber.

Die Tierhaltung in der biologischen Landwirtschaft ist zwar teilweise auch noch weit vom Ideal entfernt, stellt aber dennoch im Schnitt eine große Verbesserung dar. Wir empfehlen daher Tierfreunden, die auf Milchprodukte nicht verzichten wollen, nur Bio-Milch/Produkte zu kaufen.

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    *   Bio

Aus der Zeitschrift anima, Nr.3/1996:

"Frau Z., Innsbruck, schreibt uns: Veranlaßt durch einen Beitrag in der ORF-Sendung "Tirol heute" - vom 3.6.1996 möchte ich einmal meine (und vielleicht nicht nur meine..) zwiespältigen Gefühle zum Biobauerntum zum Ausdruck bringen. Als Antipode zu Massentierhaltung, Rinderwahn etc. werden die Tiroler Bauern in den Himmel gelobt. Ein Kleinbauer wird einzig, weil er wenig Tiere besitzt, auf den "Biobauern-Thron" gesetzt. Die Tiere dürfen eine bestimmte Anzahl von Tagen auf die Weide (wo neuerdings die Kriebelmücke lauert) und schon sind alle Tierschutzbestimmungen erfüllt. Über ein vor Dreck starrendes Euter einer Biobauern-Kuh (in einem früheren Tirol heute - Beitrag) oder die Tritte für ein krankes Kalb, muß der /die Tierfreund/in hinwegsehen. Das oft gehörte Argument, daß auch Haustiere in der Stadt (Hunde, Katzen) hinter verschlossenen Türen so ihre Sache mitmachen, will hier aber nicht greifen. Denn ist dieser Biobauer nicht verpflichtet, die Tiere gut zu halten? Hält eine Bäurin, die ein knapp dem Tod entronnenes Kalb mit Fußtritten zum Trinken bewegen will, nicht auch die Konsumenten zum Narren, die glauben, "Bio-Kühe" würden artgerecht und liebevoll gehalten? Die Bäurin würde jetzt wahrscheinlich sagen, daß ich als Stadtmensch nichts von der Landwirtschaft verstehe. Man braucht jedoch weder Bauer noch Landwirtschaftsexperte noch Tierarzt zu sein, um zu verstehen, daß ein krankes Kalb eher durch Streicheln und gutes Zureden als durch Tritte, zum Trinken zu bewegen ist. Außerdem: Nicht nur Menschen haben eine Würde, sondern auch Tiere - sofern man sie ihnen zugesteht ...

Bio, hier stimmen wir mit unserer Leserin überein, ist sicher nicht die Erfüllung aller tierschützerischen Wünsche. Bei weitem nicht, umso weniger als im Lebensmittelkodex die Auflagen gegenüber den ursprünglich strengeren Regeln verschiedener Bio-Verbände gemildert wurden. (So genügt für bestehende Betriebe der relatiav niedrige TGI-Wert 21). Mit dem im Leserbrief angesprochenen Weidegang allein, der übrigens bei enger Hoflage durch Vorplatzauslauf ersetzt werden und theoretisch, wenn auch kaum praktisch durch Erfüllung anderer Bedingungen kompensiert werden kann, ist es bei Bio-Betrieben nicht getan. (Wir informieren Interessenten gern über die Haltungsbedingungen im einzelnen). Bio ist ein bedeutsamer Schritt weg von der konventionellen Erzeugung, der "Normalhaltung" (mit einem TGI-Wert von meist weit unter 21), d.h. der leider zur Regel gewordenen Mißachtung einfachster Bedürfnisse des Tieres.

Selbst wenn eine Rinderhaltung mustergültig wäre, bliebe immer noch: Milchgewinnung ist ohne "Kälber-Produktion" derzeit praktisch nicht möglich, bedingt also - wirtschaftlich unvermeidlich - Tötung von Kälbern. Die Konsequenz wäre Verzicht auf Milch und Milchprodukte überhaupt, also vegane Ernährung.

Bio-Produkte sind eine Alternative zum Besseren für alle, die diesen radikalen Weg nicht gehen wollen. Mit "Bio" hat es jeder in der Hand, ohne sich sonderlich einschränken zu müssen, das Los unserer Nutztiere ganz erheblich zu verbessern. Ganz einfach gesagt, wer Bio-Milch statt Normal-Milch, kauft, erlöst Tiere zumindest vom lebenslänglichen Kettensträflings-Dasein. Bio heißt wie gesagt bei weitem nicht die Erfüllung aller Wünsche, doch besser der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Das ist der Grund, weshalb wir für Bio werben: Besser Bio-Milch als konventionelle und auch besser Bio-Fleisch als Normalfleisch.

Welchen Wert die Umstellung auf Bio auch quantitativ für das Los der Tiere hat, verdeutlichen nachstehende Zahlen: Gab es im Jahre 1993 in Österreich ca. 9.700 biologisch wirtschaftende Betriebe, waren es 1995 bereits fast 23.000. Spitzenreiter ist (1995) Tirol mit 5550 Bauern, gefolgt von Salzburg mit 5.400 und der Steiermark mit 3.740 Landwirten. Wesentlich für diesen Anstieg war das Engagement der Handelsketten Billa und dann auch Spar und damit die Absatzsicherung, wenn auch zu niedrigen Preisen, wenigstens für einen Teil der Produktion. Der Schnellwuchs der Bio-Betriebe hat natürlich Schattenseiten. Waren die Bio-Bauern der ersten Stunde mit dem Herzen bei der Sache, sind es jetzt meist rein wirtschaftliche Erwägungen, Subventionen etc., die einen Landwirt zum Systemwechsel veranlassen. Die Umsetzung der Bioregeln ist daher sicher nicht immer optimal, Mängel mögen in manchen Tierhaltungen bestehen und auch das Kontrollsystem ist verbesserungsfähig. Alle diese Schwierigkeiten sollten uns jedoch nicht dazu verleiten, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Regional und spartenmäßig unterschiedlich haben die Biobauern mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Würde das Bio-Experiment scheitern, wäre das ein schwerer Schlag für den Tierschutz. Denn die Alternative zu Bio ist, realistisch betrachtet, nicht verbesserter Tierschutz, sondern Rückkehr zur traurigen konventionellen Viehhaltung. (Anmerkung: Ein bißchen kann jeder mithelfen, um die "Tierschutzqualität von Bio-Produkten zu verbessern: Waren von Bauern kaufen, die strengeren Verbänden angehören (Z.B. Kritische Tiermedizin-Freiländer), direkt bei vertrauenswürdigen Bauern kaufen, bei bekannten Bio-Bauern gelegentlich schauen, ob sie ihre Tiere tatsächlich ins Freie lassen.)

E.L. "

 

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* Stichwort: Legehennen huhn.gif

(Text in Arbeit, unvollständig8

 

Rassen - Leistung

Die einstige idyllische Familienhaltung am Bauernhof, Hahn mit ein Dutzend Hennen, die Küken ausbrüten und großziehen, gibt es für den Markt seit langem nicht mehr. Die vertikale Arbeitsteilung ist die Regel: Großelterntiere - Elterntiere - Brüterei - Küken und Junghennen - Legehennen. werden jeweils getrennt in spezialisierten Betrieben gehalten. Auch die einstige Rassenvielfalt ist Vergangenheit . Ein paar internationale Konzerne teilen sich den Weltmarkt und konzentrieren sich auf einige wenige Hybridrassen. Erstes Zuchtziel: immer höhere Legeleistung und man hat hier tatsächlich beachtliches erreicht. War vor 40 Jahren bei den alten Wirtschaftsrassen eine Erstjahres-Legeleistung von 180 Stück noch etwas besonderes, liegt heute die Legeleistung im ersten Legejahr, das zugleich das letzte ist, bei 300 Stück. Doch nicht nur die Eimenge, auch das Eigewicht wurde "hinaufgezüchtet". Züchterische Bestrebungen gehen auch dahin, den Legebeginn (weiter) vorzuverlegen, weil hier noch Möglichkeiten gesehen werden und damit die Gesamt-Produktionskosten zu senken; der Eiermarkt ist ein harter Markt, jeder Groschen Kostenersparnis zählt. Eines ist den Züchtern allerdings nicht gelungen, der Henne ihr Wesen, ihre Bedürfnisse, ihre Instinkte wegzuzüchten. Auch die moderne Hybridhenne ist im Grunde noch das alte Bankiva-Huhn aus den (Ur)Wäldern Südostasiens, von dem unsere Haushühner abstammen. Ein in Kauf genommener Nachteil der Hochleistungszucht war teilweise erhöhte Aggressivität und Nervosität. Für die Käfighaltung, auf die die Züchtung ausschließlich ausgerichtet war, ist dies wirtschaftlich wenig bedeutend; es kommt nur selten vor, daß eine Henne ihre drei Mitbewohnerinnen ausrottet, wohl aber für die alternativen Haltungsformen. Erst seit kurzem versucht man, züchterisch gegenzusteuern.

Sexen

Die Elterntiere kommen meist als Eintagskücken aus dem Ausland. Die "Produktion" von Legehennen-Küken erfolgt in der Regel im Inland. Die Eier werden künstlich ausgebrütet, das Küken sieht keine Mutter, also auch keine mütterliche Erziehung; was allerdings für das Käfighuhn ziemlich irrelevant ist, nicht ganz so für Alternativhaltung. Doch sind bei künstlicher Aufzucht die Ausfälle (Todesfälle) erheblich geringer. Die Jungen werden nach dem Schlupf "gesext", d.h. nach Geschlechtern getrennt. Die modernen Legehennen-Rassen lassen wirtschaftlich nur mehr die Nutzung als Legehennen zu, Mast der Hähnchen wäre unrentabel, diese werden daher sogleich auf mehr oder minder schöne und effiziente Weise getötet. Das Sexen (durch Kloakenbeschau; züchterische Bestrebung, die Geschlechter farblich zu unterscheiden, laufen) besorgen meist nicht Einheimische sondern ostasiatische Arbeitspartien, weil diese nach allgemeiner Meinung schneller und genauer arbeiten. Unfehlbar sind sie allerdings nicht. Bei einem Tierschutzverein , der tote Eintagsküken sackweise als Tierfutter bezog, merkte einmal eine aufmerksame Mitarbeiterin, daß sich in so einem Sack etwas bewegte. Es stellte sich heraus, daß etliche der angeblich sicher getöteten Wesen noch am Leben waren. Einige dieser "Hähnchen" bedankten sich später bei ihren Lebensrettern durch eifriges Eierlegen.

Aufzucht

Die Küken kommen in den Aufzuchtbetrieb (größtenteils als spätere Batteriehennen in Käfige). (Erlaubte Besatzdichte für 6 bis 18 Wochen alte Tiere (letztere wiegen zum Schluß gut 1.5 kg) 35 Tiere je m2; später in der Legebatterie sind es 22 auf dem Quadratmeter. Auch bei Bodenhaltung (Stall mit Einstreu und künstlichem Dämmerlicht) wird es zum Schluß ziemlich eng, laut 10 Tiere je m2. Gut vier Monate alt kommen die Hennen dann an ihren Arbeitsplatz. Meist der Batteriekäfig. Darüber später mehr.

Futter

Als Hochleistungsmaschine, die die moderne Henne praktisch ist, bedarf sie entsprechenden Futters, daß ihr in genauer wissenschaftlich bestimmter Mischung meist in Form von Legemehl verabreicht wird. Die Zusammensetzung: Hauptbestandteil in unseren Gegenden Mais und teils auch andere Getreidesorten, Eiweiß, pflanzlich (meist importiertes Soja) oder auch tierisch (Tiermehl), weiters künstliche oder natürliche Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente; dazu Farbstoffe, damit der Dotter schön dunkel wird. Ob spezielle Leistungsförderer zugefüttert werden, wissen wir nicht.

Lebensdauer

Mit ca.21, 22 Wochen, je nach Rasse und Lichtprogramm (der Tag wird vorerst kurz gehalten und erst langsam verlängert, um ewigen Frühling vorzugaukeln) beginnt die Henne zu legen, zuerst ganz kleine Eier, steigert sich in ein bis zwei Monaten zur Höchstleistung von über 90 % (100 Hennen legen 90 Eier im Tag), später legt sie weniger, aber größere Eier. Nach ca. einem Jahr ist die Legeleistung auf 50 bis 60 % gefallen. Die Herde ist nicht mehr rentabel und wird abgeschafft (wie das Fachwort heißt). Zwölf bis fünfzehn Monate dauert also das Leben als Legehenne. Es ist schwierig, auf menschliche Maße zu transponieren; der Vergleich hinkt natürlich, man könnte etwa sagen, ein Mädchen bekommt mit 12, 13 Jahren das erste Kind, dann jährlich ein weiteres und nach 10 Jahren ist es vorbei. Die junge "alte" Legehenne ist vom harten Arbeitsleben gezeichnet, Eierstockentzündung gilt als Berufskrankheit. In unserer Welt des Geldes ist ihr wirtschaftlicher Wert minimal, sie taugt wenn es gut geht, als Suppenhuhn, sonst bleibt ihr die Tierkörperverwertung. Dementsprechend roh ist der Abtransport zur Schlächterei.

31.1.2000

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*   Käfighaltung

a) Die Tiere waren bisher meist zu viert oder fünft in kleinen Drahtkäfigen eingeschlossen, Fläche je Huhn 450 cm² (ein A4- Blatt mißt ca.620 cm²), 22 Hennen auf dem Quadratmeter Gitterboden; z.B. 5 Hennen in einem Käfig von 50 mal 45 cm; ab 2003 müssen in den herkömmlichen Käfigen jeder Henne 550 cm² zur Verfügung stehen; Käfighöhe vorn mind. 40 cm, hinten 35 cm, Gitterboden geneigt (8 Grad), damit die Eier abrollen können. Die Käfige stehen in langen, meist drei- bis fünfstöckigen Reihen (daher der Ausdruck Hühnerbatterie und Batterieei), die Stockwerke durch Kotbleche getrennt, in fensterlosen, dämmrigen Hallen, hoher Lärmpegel durch Hühnergeschrei (Zehntausende in einer Halle) und Lüftung. Als Tierfreunde brauchen wir über diese Haltungsform kein Wort zu verlieren. b) Eine EU-Richtlinie sieht ab 2012 nur mehr sogenannte ausgestaltete Käfige mit 750 cm² je Henne sowie Nest , Sitzstange und Einstreu vor.

In Österreich gilt aufgrund des Bundes-Tierschutzgesetzes 2004 folgendes: Der Bau und die erstmalige Inbetriebnahme von unter a) beschriebenen Käfigen ist ab 1.1.2005 verboten. Der Betrieb von vor dem 1.1.2003 gebauten Käfigen ist bis zum 31.12. 2008 zulässig. Die unter b) beschriebenen Käfige dürfen ab 2005 nicht mehr gebaut oder erstmalig in Betrieb genommen, jedoch ab der erstmaligen Inbetriebnahme noch 15 Jahre lang verwendet werden.

 

Der Lebensmittelhandel wird überwiegend von Großbetrieben mit 10.000en und 100.000en Hennen beliefert; doch auch kleine Bauern halten oft ein paar Dutzend Hennen in Käfigen und verkaufen die Eier auf Bauernmärkten.

Daher unsere Empfehlung: Kaufen sie lose (nicht originalverpackte) Eier nur, wenn der Verkäufer durch eine Bestätigung eines soliden Tierschutzvereins glaubhaft machen kann, daß es sich wirklich um Freilandeier handelt

 

Alternative Haltungsformen:

Nach EU-Recht gibt es folgende alternative Haltungsformen: Freilandhaltung und Bodenhaltung (dazu zählt auch die bisherige Volierenhaltung) . Die frühere " intensive Auslaufhaltung" wurde gestrichen.

 

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*   Bodenhaltung heißt: Stallhaltung ohne Auslauf

Bodenhaltung ist Stallhaltung ohne Auslauf. Sie ist ein - meist sehr magerer - Kompromiß zwischen Billigstproduktion und humaner Tierhaltung. In der Mehrzahl Tausende Hennen in fensterlosen niedrigen Hallen. Die EU verlangt für Bodenhaltung lediglich: Bestanddichte höchstens 7 bis (je nach Zusatzeinrichtungen) 9 Tiere je m2 nutzbare Ebene (bis zu 4 Ebenen übereinander mit mindestens 45 cm lichter Höhe sind zulässig); seinerzeit waren von Geflügelfachleuten 3 Tiere jem2 empfohlen, und das bei zusätzlichem Auslauf), mindestens ein Drittel der Stallfläche eingestreut (Scharraum), ein ausreichender Teil zur Aufnahme der Ausscheidungen der Hühner dienend, d.i. die Kotgrube, eine mit Drahtgitter-, Kunststoff- oder Holzrost abgedeckte Fläche, auf der sich die Futterrinne- und Tränken befinden. Weder Tageslicht, noch eingestreute Legenester sind vorgeschrieben. Der Bewegungsspielraum der Tiere ist gering. Erhöhte Gefahr von auch tödlichen Verletzungen durch aggressives Verhalten (Federpecken, sogenannter Kannibalismus) untereinander. Dem versucht man in der konventionellen Haltung durch Reduzierung der Beleuchtung auf Dämmerlicht und durch (häufig qualhaftes) Schnabelstutzen zu begegnen.

 

"Etwas bessere" Bodenhaltung

Einzelne Tierschutzvereine bemühen sich, diese im Regelfall nach der TGI-Wertung "nicht tiergerechte" Haltung mehr oder weniger zu verbessern. So durch Vorschreibung von Sitzstangen, oder weitergehend von Einstreunestern, Besatzminderung auf 6 Hennen/m2 und Tageslicht, welch letzteres allerdings - ein ungelöstes Problem, das selbst in Freilandhaltungen auftreten kann - wieder die Gefahr des Kannibalismus verstärkt.

 

Bodenhaltung ist nicht "tiergerecht"

Mit diesen Maßnahmen läßt sich bei Stallhaltung ohne Auslauf - die wie immer man es dreht und wendet, ein enges Gefängnis bleibt - nur mit Anstrengung die untere Grenzmarke für zwar noch nicht tiergerechte, aber nach der TGI-Skala wenigstens "ziemlich tiergerechte" Haltung (21 Punkte) erreichen. Wie weit sie tatsächlich erreicht wird, können wir nicht sagen, da uns diejenigen, die solche Erfolge angeben, bislang nicht nachschauen lassen.

 

Tierschutzgeprüft heißt noch nicht "tiergerecht"

Zusammenfassend: Wir können Bodenhaltungseier, da regelmäßig nicht einmal im Sinne des TGI "tiergerecht", Tierfreunden nicht empfehlen. Die in der einen oder anderen Tierschutzbroschüre aufgestellte Behauptung, Bodenhaltungseier, die das Siegel "tierschutzgeprüft" der "Kontrollstelle der Tierschutzorganisationen" nunmehr " Kontrollstelle für artgerechte Nutztierhaltung" tragen, stammen aus "artgerechter Tierhaltung", ist, wenn man artgerecht und tiergerecht vernünftigerweise gleichsetzt, schlicht falsch. (siehe oben und weiter unten "Der Tiergerechtheitsindex (TGI)".

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*    Freilandhaltung heißt: Stall und Auslauf ins Grüne

Zugang zu einer Auslauffäche von früher 10 m2 nunmehr 8 m2² je Huhn zusätzlich zum Bodenhaltungsstall . Da ausreichende nähere Bestimmungen fehlen, gibt es vor allem im Ausland häufig sogenannte Freilandhaltungen, die in Wirklichkeit nichts anderes als Groß-Bodenhaltungen mit Zehntausenden Hühnern sind, da die Hühner zwar theoretisch doch praktisch beträchtlichenteils nicht aus dem Stall können. In Österreich wurde die Freilandhaltung dagegen von Anfang an nach strengen Tierschutzrichtlinien aufgebaut. Zwar konnte der ursprüngliche Plan, nur Kleinherden von 100 bis 200 Tieren und insgesamt je Betrieb nicht mehr als 500 Hennen zuzulassen, nicht aufrecht gehalten werden und auch sonstige Abstriche waren nicht zu vermeiden. Dennoch sind die österreichischen Betriebe mit meist zwischen 500 und 3.000 Hennen international gesehen klein und aus Tierschutzsicht die besten am auf dem Markt. Wir empfehlen Ihnen daher - wenn sie auf Eier nicht verzichten wollen - tierschutzkontrollierte österreichische Ware.

Unsere Empfehlung: Wenn möglich, kaufen Sie Freilandeier direkt bei einem vertrauenswürdigem Kleinbetrieb*, ansonsten solche mit dem Prüfsiegel des Aktiven Tierschutzes Stmk, der "Kontrollstelle" (hier das Markenzeichen "tierschutzgeprüft")* *oder der KT (Kritische Tiermedizin/Freiländer); die stammen regelmäßig aus "tiergerechter", meist sogar aus "sehr tiergerechter" Haltung im Sinne des TGI. Wir empfehlen Marken zu bevorzugen, die zusätzlich den Vermerk tragen, daß der Konsument, den Betrieb besichtigen darf, und die auch Namen und Adresse des Bauern, und nicht nur einer Sammelstelle, ausweisen.

* Adressen für einige Bezirke bei uns erhältlich
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* Der Tiergerechtheitsindex (TGI)

benotet die Qualität einer Haltung mit Plus-und Minuspunkten nach einer Fülle von Kriterien aus den Sparten Bewegungsmöglichkeit, Sozialkontakt, Bodenbeschaffenheit, Licht, Luft und Lärm, Betreuungsintensität. Unberücksichtigt bleiben Aufzucht, Transport und Schlachtung. Die informelle Notenskala lautet: weniger als 11 Punkte "nicht tiergerecht", 11 -15 "kaum tg.", 16 -20 "wenig tg.". 21 - 24 "ziemlich tg.", 25 - 28 "tiergerecht, mehr als 28 Punkte "sehr tiergerecht". Der TGI ist nicht unumstritten. Wir halten ihn für eher industriefreundlich, in der Benotung für zu großzügig, doch dem Grunde nach für eine ausgezeichnete Idee; die Schwierigkeiten liegen vor allem in der Praxis; der Verzicht auf die starren Mindestbedingungen des Tierschutzes macht die Überprüfung schwieriger, erleichtert unterschiedliche Benotung und kann damit zu tierschutzmäßiger Qualitätsminderung führen. Dennoch ist der TGI heute der beste Vergleichsmaßstab.

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* Tierschutzkontrollen

bei Legehennen und Eiern sind leider unumgänglich, da die staatlichen Kontrollsysteme unzulänglich sind. Derzeit sind hier neben dem Verband Kritischen Tiermedizin(KT / Freiländer) vornehmlich zwei vertrauenswürdige Vereine bzw. Vereinsgruppen aktiv: Der Aktive Tierschutz Steiermark, der schon 1986 bzw.1988 in der Freilandhaltungs-Kontrolle mit strengen Bedingungen führend tätig wurde, und seit 1995 die "Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung" des Wiener Tierschutzvereins, der selbst eine auf verbesserte Bodenhaltung spezialisierte Eier-Großhandelsfirma mehrheitlich übernommen hatte, und zweier, später dreier weiterer Vereine, darunter den Vier Pfoten (diese hatte zuvor mit dem Aktiven Tierschutz einen Kontrollverband gebildet). Treibende Kraft bei der Neugründung war der führende Freilandei-Großhändler Toni Hubmann, der die Kontrolle seiner Zulieferbetriebe vom Aktiven Tierschutz auf diese "Kontrollstelle" übertrug. Leider führte dies in weiterer Folge zu einer Lockerung der Haltungsbedingungen.

Aus mehr oder minder guten Gründen geben Tierschutzvereine und Kontrollstelle ihr Prüfsiegel auch für mehr oder minder verbesserte Bodenhaltungen, die aber meist bei weitem nicht den den vom TGI niedrig gezogenen Anforderungen für tiergerechte Haltung entsprechen. Wenn Sie den Hennen mehr als ein enges Gefängnis gönnen wollen, kaufen Sie bitte nur Eierpackungen, die den Vermerk "aus Freilandhaltung" und die Prüfbestätigung des Tierschutzes tragen.

 


Eine Information der

Gesellschaft für humane Nutztierhaltung,

8017 Graz, Postfach 1, Tel. 0316-46 37 17 und mobil 0676 - 347 6 346

Wir stehen Ihnen in der Regel bis 22 Uhr für Auskünfte zur Verfügung