Inhalt Nr.1/2016

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Abschied nach 31 Jahren
1985 – 2016

Seite 2:

Aus dem Inhalt
Löwen, Bären und keine Kühe     4
Bücher    5
Ich wollt', ich wär' ein Stier   6
Ph. Schwinghammer, Panem et Circenses    9
Vegetarische Informationen   10
Vegan  reicht das?    11
Raiffeisen  - Offenlegung, Impressum    12
Besser kein's    13,   Zur Jagd    14
Robert Musil, Die kleine Katze    16
Woran stirbt das Recht    18
Das Down-Syndrom unserer Polizei    19

 

Liebe Leserinnen und Leser

wie angekündigt, stellt die anima ihr Erscheinen ein. Ich als Verantwortlicher bin zu alt geworden, Nachfolge hat sich nicht gefunden. Nach 31 Jahren ist es also Zeit, Ab­schied zu nehmen und Dank zu sagen allen, die an der anima Anteil genommen haben; zu förderst unseren Leserinnen und Lesern, von de­nen manche schon von Anbeginn dabei waren, für ihr Interesse und ihre finanzielle Hilfe. dann den vielen  Autoren, die mit ihren Beiträgen der Zeitschrift Leben gegeben haben. Die Zahl ist zu groß als dass ich alle anführen könnte, stellvertretend sei nur der Philosoph Helmut F. ­Kaplan genannt.
Die Titelseite vieler Folgen zierten beherzi­genswerte Worte bekannter Persönlichkeiten aus alter und neuer Zeit. Um zu dokumentie­ren, wie weit der Kreis aufgeschlossener Men­schen in Dichtkunst, Religion und Philosophie ist, nennen wir hier ihre Namen (ungefähr in der Reihenfolge ihres Abdrucks):
Peter Singer, Albert Schweitzer, Ovid, Konrad Lorenz, Plutarch, Manfred Kyber, Horace Dobbs, F.M. Dostojewski, Charles Baudelaire, Peter Rosegger, Wilhelm Busch, Erich Fried, Christian Morgenstern, Klabund, Jesaja, Bertha von Suttner, Gottfried Keller, Rainer Maria Ril­ke, Jean Ziegler, Christian Wagner, Robert Gernhardt, Joachim Ringelnatz, Heinrich Hoff­mann, Friedrich Schiller,, Emily Dickinson, Edgar Kupfer-Koberwitz, John Galsworthy, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Mahatma Gand­hi, Mohammed.
(Es fällt vielleicht auf, dass hier die Vergange­nheit überwiegt; das hängt mit dem Urheberrecht zusammen, unter dessen Schutz selbst noch viele Werke aus dem 19.Jahrhundert ste­hen – eine kulturell gesehen bedenkliche Ge­setzeslage).
Unser Dank gebührt auch allen, die die anima gemacht haben. Thomas Stiegler, der sie mit ein  paar anderen jungen Leuten in Graz grün­dete, und vor allem Christine Beidl. Sie über­nahm das Blatt, das nach einem kurzen Zwi­schenspiel in Wien wieder nach Graz zurückge­kehrt war, noch Ende der 80er Jahre und leitete es schon sehr krank bis wenige Jahre vor ihrem Tod 2005. Ich möchte hier auch meiner Mitar­beiterin Michaela Schaller herzlich danken.
Diese letzte Ausgabe ist ein bisschen von Nost­algie getragen. Wir bringen einige alte Beiträ­ge zu im Tierschutz kontroversiell debattier­ten Themen. Es war schon immer Anliegen der anima, sich nicht vom Strom treiben zu lassen, sondern zum Nachdenken anzuregen.
Blättern wir in alten Ausgaben unseres Maga­zins, sehen wir: manch beklagenswerte Zustän­de währen immer noch. Doch insgesamt hat sich viel zum Besseren gewandelt. 1985 war den etablierten Tierschutzvereinen in Öster­reich Vegetarismus noch fremd (die Schweiz war schon weiter), Nutztiere kein Thema. Das Wort vegan (von Anfang an in der anima be­sprochen) war praktisch unbekannt. Heute gibt es einen Vegetarismus/Vegan-Boom. Unsere Hoffnung und unser Wunsch, er möge dauern, und unsere Bitte an alle mitzuhelfen, dass er es tut.
Erwin Lauppert, anima-Redaktion

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Veggie-Restaurants – Neues in Graz

Café Grün

Vegane Küche in Graz weiter im Aufwind

Seit einigen Monaten gibt es im Zentrum von Graz eine vegan-kulinarische Bereicherung. Das Café Grün befindet sich nur einen Steinwurf vom Jakominiplatz ent­fernt in der Klosterwiesgasse, und hält einiges bereit, das Veganerherzen höher schlagen lässt.
Die Eigentümer Agnes und Peter Szöke ha­ben sich den Traum vom eigenen Lokal mit Hilfe von Laszlo Domjan, der als Geschäfts­führer fungiert, verwirklicht. Dass nur eine vegane Speisekarte infrage kommt, war von Anfang an klar, da Tierrechte und Nachhal­tigkeit dem Trio ein großes Anliegen sind.  Das Lokal bietet ca. 30 Personen Platz und wird von der Farbe Grün dominiert. „Wir bie­ten kleine Speisen wie Suppen, Wraps, Sand­wiches, Hot-Dogs, Salate, Smoothies und Shakes, die natürlich auch mitgenommen werden können“, erzählt Domjan, „und wir freuen uns sehr, dass wir schon viele positive Rückmeldungen von Gästen haben.
Es gibt täglich ein günstiges Tagesangebot, Kaffee mit fünf verschiedenen veganen Milchsorten und Smoothies mit Superfoods, die sich großer Beliebtheit erfreuen. „Eine Besonderheit sind auch unsere hausge­machten Rohkosttorten, die soja-, gluten- und zuckerfrei sind. Zum Süßen verwenden wir nur Datteln oder Trockenobst. Außerdem werden wir unseren Gästen schon bald köstli­che Eisbecher anbieten. Wir möchten errei­chen, dass Menschen beim Wort „vegan“ nicht erschrecken, sondern vielmehr bewei­sen, dass es eine tolle Lebensform ohne Ein­bußen ist, und auch noch gut schmeckt“, er­klärt uns Domjan.
Café  Grün
Klosterwiesgasse 6, 8010 Graz
T:0660 8392559, Mail cafegruen@gmail.com
geöffnet Di – Do und So 10.30 – 21 Uhr,
Fr und Sa 10.30 – 22 Uhr, Montag Ruhetag

Mangolds vis-a-vis

Vegetarisch im gehobenen Stil
Im Herbst hatte das Selbstbedienungs-Restau­rant Ginko, dass sich dank der Qualität und Vielfalt seines vornehmlich veganen Speisen­angebots großer Beliebtheit erfreut, im Zentrum der Stadt (Passage Herrengasse 7) einen zweiten Betrieb, diesmal ein Bedienungslokal im gehobenen Stil, eröffnet.
Nun hat Mangolds, die zweite große Grazer vegetarische Selbstbedienungsgaststätte, nachgezogen und in unmittelbarer Nähe der Karl-Franzens-Universität ein ansprechendes Bedienungslokal/geschaffen, Café, Bar und Restaurant.
Die Räumlichkeiten bestechen durch ihre har­monische Gestaltung, teils lehmverputzte Wände, Kartonwabenplatten an der Decke,  vorne gemütlicher Lounge-, Café-, Barbereich, im hinteren Teil ein langgestreckter Restaurantraum. Mit einem Wort zum Wohlfühlen.
Morgens bis 11Uhr gibt es Frühstück (Sams­tag, Sonntag Brunch bis 14h, von 11.3o bis 15 Uhr Mittagessen, kleine Karte mit zwei bis drei Menüs. (Preis fürs billigere  Mittagsmenü/ Suppe und Hauptspeise/ 7,20   €). Die Abendkarte bietet reichere Auswahl.
Unseren Testessern mundete das laktovegetarischen Mittagsmenü ausgezeichnet. Diese sehr positive Gaumenfreude konnten unsere Tester zur Mittagszeit beim eher bescheidenen veganen Angebot nicht erleben. Hier hätte die Küche noch Gestaltungsspiel­raum.
Übrigens, andere, Fleisch führende Lokale in der Zinzendorfgasse bieten auch Veganes.
Mangolds vis-à-vis,
Zinzendorfg. 30, 8010 Graz, T 0316 318345
geöffnet:  Montag bis Sonntag  8 bis 24Uhr


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Löwen, Bären und keine Kühe

(Abdruck aus anima Nr.1/2012)


Die Österreicher haben ein Herz für Tiere, für manche wenigstens. Zahllose Tierschutzvereine beweisen es. Da gibt es große und kleine, reiche (wenige), arme, sehr arme (viele). Wie in jeder großen Herde gibt es vielleicht auch das eine oder andere schwarze Schaf, groß oder klein, das mehr an seine Vorstandsmitglieder denkt als an Tiere. Es empfiehlt sich zu prüfen, ehe man spendet. Die meisten aber engagieren sich intensiv, in steter fleißiger mühevoller Kleinarbeit, viele ohne Aufsehen, einige lieben das Aufsehen und sonnen sich im Glanz eigener oder fremder Verdienste. Die ganze Palette menschlicher Charaktere findet sich auch im Tierschutz.
Die Arbeitsschwerpunkte spiegeln das weite Feld der Tierschutzprobleme wieder. Groß ist die Zahl derer, die sich um einzelne Tiere in Not kümmern, ob in Tierheimen oder privat; ein arbeits- und kostenintensives Geschäft, Tag für Tag ohne Pause, daher meist in Geldnot. Da haben es die Gruppen, die ohne den Ballast eines Asyls sich der Bewusstseinsbildung widmen der Kampagnen führen, leichter. Sie können die Aktivitäten ihren finanziellen und personellen Möglichkeiten anpassen. Die Vielfalt der Tierwelt und ihre Nöte zeigen die mannigfachen Vereinsziele.
Fast jede Tierart findet ihren speziellen Protektor, ob Kaninchen, ob Papageien, ob Pferde und natürlich die liebsten Gefährten, Hunde und Katzen.  Die weite Welt ist zu Gast, Resolutionen und Petitionen  zeigen Missstände im Ausland auf und bedrängen dortige Entscheidungsträger, Aktivisten versuchen an Ort und Stelle Leid zu lindern; von Grönland bis Mauretanien, von Kanada nach Südafrika; fast um den Erdball führen die Aktivitäten. Internationale Solidarität ist wichtig, Unterstützung der wenigen aktiven Tierfreunde in gegenüber Tieren gleichgültigen Ländern. Manchmal scheint es allerdings,  die Liebe zum Fernsten übertreffe die Liebe zum Nächsten, der Tod von Robbenkindern in Kanada  berühre mehr als der von Rehkitzen in Österreich. 70.000 werden hier jedes Jahr zur Wildtandsregulierung geschossen, lauter herzige kleine Bambis. Bittet mich vor Jahren eine Dame auf einer Aktivistenkonferenz um eine Unterschrift gegen den Stierkampf. „Gern, gnädige Frau, doch unter uns gesagt, hätte ich die Wahl, wäre ich lieber ein spanischer Kampfstier als ein österreichischer Maststier.“ Darauf die Dame treuherzig:  „Ach geht es denen so schlecht?“ Hoffen wir, es hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass in unserer Viehhaltung manches zum Himmel stinkt.
Wie gesagt, Tierfreunde kämpfen –  jeder dort wo es ihm Herzensanliegen ist – zersplittert an den verschiedensten Fronten, meist gegen übermächtige Gegner, häufig hoffungslos unterlegen und so ziemlich erfolglos.
Nun gib es Stimmen, die sagen, erfolgversprechender wäre es, die Kräfte zu bündeln und auf  wenige doch erreichbare Ziele zu richten. Das mag sein. Doch eine Vielfalt sachlicher Interessen und menschlicher Charaktere unter einen Hut zu bringen, ist ein gar schwieriges Unterfangen. Der Ethiker Peter Singer erzählt davon aus Amerika in „Henry Spira und die Tierrechtsbewegung“ (Harald Fischer Verlag 2001; englisch „Ethics into action“ 1998). Manchmal kann es gelingen. Beispiele aus unserem Land: vor einem Vierteljahrhundert  das Tierversuchsgesetz,  dann 1996 das Tierschutz-Volksbegehren, das 2004 ins Bundes-Tierschutzgesetz  mündete, und kürzlich das leider nur mäßig erfolgreiche Bemühen um Abschaffung der Schweine-Kastenstände.
Tierschutzvereine brauchen, um helfen zu können, natürlich Geld. Der Spendenmarkt ist hart umkämpft, große Vereine können sich professioneller psychologischer Hilfe bedienen: Wie rühre ich die Menschen, wie bringe ich sie zum Spenden. Namenloses Massenelend ist dazu ein weniger geeignetes Mittel. Man kann – sagt der frühere Zürcher Tieranwalt  Antoine F. Goetschel in seinem jüngst erschienenen Buch „Tiere klagen an“ (siehe Seite 17) in etwas anderem Zusammenhang – offenbar seinen Hund lieben und auch die tägliche Portion Fleisch auf dem Teller.  Wahrscheinlich deshalb, weil sich die Liebe nur auf bekannte nahe stehende Wesen richtet, nicht auf anonyme ‚verarbeitete’ Individuen.“ Dem gequälten Tanzbären namens Brummi, der miserabel gehaltenen Löwin Lio ein gutes Zuhause zu schaffen, solchen Projekten öffnen sich Herz und Geldbörse eher als  für Vorhaben anonymen Massentieren das Leben zu erleichtern.  Erinnern Sie sich an Yvonne, die Kuh die entflohene?  Wochenlang bangten die Tierfreunde. Von ihren  500.000 Artgenossinnen, fast alle ohne Weide oder ein Dreivierteljahr angekettet, redete kaum wer.
Wir haben Tierschutzvereine für fast alles, nur bei den Kühen hapert’s.  Die Vegetarier der veganen Richtung wollen die Radikallösung, Verzicht auf Milch, ein lobenswertes Ziel; leider hilft es den Kühen wenig, weil nur ein paar Promille oder, hoffen wir es, ein paar Prozent  der Menschen  auf Milch verzichten wollen. Wohl gibt es gelegentlich Protestdemonstrationen, nur machen die auf die Maßgeblichen wenig Eindruck, die wollen und müssen auf ihre 35.000 Milchbauern  achten. Generelle Haltungsverbesserungen sind derzeit nicht durchsetzbar.
Wer ist schuld? Die Profitgier der Bauern, der Handelsketten? Das wäre ein zu billiges Argument. Wenn Profitgier, dann der Drang der Mehrheit der Konsumenten zum niedrigsten Preis. Ein Liter Milch kostet z.B. bei Hofer 89 c. Da  ist eine bessere Haltung einfach nicht drin. Die ZurückzumUrsprung-Milch  kostet 1,05, damit lässt sich ein bisschen verbessern aber nicht viel.
Ich bin überzeugt, es gibt nicht wenige Tierfreunde, die bereit sind für den Liter Milch 1,50 oder 1,90 € zuzahlen, wenn das den Tieren ein anständigeres Leben brächte.
Sie können es nur nicht, weil es die Milch nicht gibt.
Ähnlich war es vor 25 Jahren. Als wir uns damals bemühten, das Freilandei in die Kettenläden zu bringen, sagten uns alle Schiffbruch voraus. Ein Ei, fast doppelt so teuer wie das Käfigei, das kauft doch keiner. Es wurde gekauft.
Es bräuchte nicht viel, um so ein Milchprojekt zu starten. Engagement, viel Werbung in den Vereinsaussendungen und ein bisschen Geld für den Anfang, für einen großen Verein an sich kein Problem. Wird sich einer finden?
Wollen wir Wesen, die uns dienen müssen, als Sklaven quälen oder sie anständig behandeln? 

Erwin Lauppert

 Seite 5:

Bücher

Jerome Eckmaier u. Daniela Lais
Vegane Lunchbox -
 
Einfach, schnell, vegan - immer und überall
 Dorling Kindersley, 2016, ca. 20 €
192 S., geb.ca. 160 Farbfotos
Zuhause vegan  leben ist nicht schwer und  tun mittlerweile viele. Außer Haus ist das schon etwas schwieriger, da das Angebot in der Gastronomie, Imbissständen und Kanti­nen noch immer eher dürftig ist. Selbstversor­gung ist hier gefragt.
Das Duo Eckmeier und Lais präsentieren in ihrem neuen Buch über 100 vegane Rezepte, die sich ideal zum Mitnehmen eignen, ab­wechslungsreich sind, gut schmecken und einfach zuzubereiten sind.
Von kleinen Snacks über Suppen, Salate, Sandwiches und Burger bis hin zu richtigen Sattmachern und süßen Verführungen reicht die Bandbreite, die auch Nicht-Veganer sicher begeistert.

Seite 6:

Ich wollt’, ich wär’ ein Stier,ein spanischer

Von Maststieren, Kampfstieren und Corridas

Abdruck aus anima Nr.1/1997


Unlängst bat mich ein engagierter Tierschüt­zer, ein Protestschreiben gegen den Stier­kampf, ge­richtet an einen spanischen Bürger­meister, zu unterschreiben. Während ich die Unterstüt­zungserklärung fertigte, meinte ich so nebenbei: „Also wenn ich die Wahl hätte, ich wäre lieber ein spanischer Stier a

ls ein ös­terreichischer. Darauf mein Tierfreund: ach, geht es denen so schlecht?
Leider, das tut es. In einer der nächsten anima-Nummern mehr dazu. Heute nur eine Erinne­rung an die Karremann-Filme über Rindertrans­porte im TV, und als kleines Schlaglicht auf das Leben davor: Selbst nach den Bio-Richtlinien brauchen Mastrinder über 350 kg keinen Aus­lauf.
Die Fähigkeit des Menschen, den Splitter im Auge des anderen deutlich zu erkennen und den Balken im eigenen nicht zu bemerken: ist es ein uns von der Natur gnädig gewährter seelischer Schutzschild?
Irgendwie erinnert die kleine Szene an die hohe Politik. Unsere Gegenwart ist grauslich, gegen Menschen, nicht nur gegen Tiere. Dar­um schweifen wir lieber in die Ferne, dort geogra­phisch, hier zeitlich und arbeiten die Vergan­genheit auf. Eine kleine Erinnerung. zwölf Millionen Kinder lassen wir jährlich verhungern, ... Wir em­pören uns, mit Recht, daß zu Nazizeiten das eine oder andere Dorf mitsamt seinen Bewohnern ausgelöscht wur­de. Nur, seither und bis heute wurden und werden viele hundert Dörfer liqui­diert. .... Zugegeben, es ist alles sehr kompliziert, ver­netzt, Gut und Böse zu unterscheiden schwie­rig, ... + Nur neben­bei, vielleicht kämen we­niger kurdische Flücht­linge zu uns, gäben wir im Westen oder die Nato-Staaten indirekt der türkischen Regierung nicht Subventionen fürs Ausradieren von Kur­dendörfern...
Bleiben wir bei unserem Metier, den Tie­ren.
Damit keine Mißver­ständnisse entstehen. Ge­gen den Stierkampf im fernen Spanien zu prote­stieren, ist nicht bloß ein guter alter Tier­schützerbrauch, es ist notwendig. Nur sollten wir darüber vor den Mißständen im eigenen Land nicht die Augen verschließen. Un­sere Hauptaufgabe bleibt es, vor der eigenen Tür zu kehren. e Fakten: Derr Kampfstier genießt Jahre ziemlich natürli­chen Lebens auf der Weide und leidet eine knappe halbe Stunde Schmerz, viel Schmerz in der Arena. Der heimischen Maststier wird meist sein Leben lang tierunwürdig gehalten, fast zu Unbeweg­lichkeit verdammt, und, erleidet, wenn expor­tiert, nicht selten tagelange Qualen bis zum Tod. Quälen heimischer Tiere ist keine Recht­fertigung für die Corrida. Opfer dort ist nicht nur der Toro, es sind Pferde in der Arena, die da oft einen qualvollen Tod erleiden, und Rinder in den Schlachthäusern, wo Stier­kämpfer den To­desstich trainieren.
In Meyers Enzyklopädischem Lexikon (1978) lesen wir: „Stierkampf (span. Corrida de to­ros), ein im alten Ägypten, in Mesopotamien und später bei den Mauren S-Spaniens bekann­ter (unblu­tiger) Kampf von Menschen mit Stieren. Der St. wird heute in Spanien, ... nach festen Re­geln unter Aufsicht eines Kampfgerichts aus­getragen. Die span. Stier­kämpfe sind seit Caesar belegt ... Nach dem feierl. Einzug der Stierkämpfertruppe („cuadrilla“) wird der Stier zu Beginn des Kampfes vom Torero mit der Capa, dem farbi­gen Mantel, gereizt. Im darauffolgenden Lan­zenkampf wird der angrei­fende Stier von den (berittenen) Picadores durch Sti­che in den Nacken gereizt (und ge­schwächt), dann setzen die Banderillos die Banderillas in den Nacken des Tieres. Auf dem Hö­hepunkt des Kampfes kämpft der Matador allein gegen den bereits geschwächten Stier, reizt ihn mit einem roten Tuch) und sucht ihn durch einen Degenstoß zwischen die Schul­terblätter zu töten. Falls dies nicht gelingt, tö­tet der Puntillero den Stier durch den Gna­denstoß.... Ein St. dauert etwa eine halbe Stunde; bei einer Veranstaltung werden im Allgemeinen sechs Stierkämpfe ausgetrag­en.“-
Ein spanischer Gottesmann, Kardinalerzbis­chof Alberto Iniesta von Madrid (siehe ani­ma Nr.3/96) urteilte über das Schauspiel:
„Der Stierkampf ist nicht christlich. Gott hat die Tiere nicht geschaffen, damit wir uns ver­gnügen, indem wir sie grausam leiden lassen. Sie martern die armen Stiere zu Tode, und sie zwingen die Pferde, sich dem Stier zu nähern, obwohl dieser, wenn er sie auf die Hörner nimmt, ihnen die Eingeweide aus dem Bauch reißen kann. Kön­nen wir als Christen und zi­vilisierte Menschen gleichgültig bleiben ge­genüber einem Fest, das den Menschen in dem Maße erniedrigt, in wel­chem er Leiden hervorruft, die in keiner Weise gerechtfertigt werden können?“
Das ist nicht die einzige spanische Stimme, die sich gegen diese atavistische Volksbelusti­gung wendet. Deren Gegner sind viele, doch sie sind zu schwach und bedürfen internatio­naler Hilfe.
Schon vor neunzig Jahren schilderte der spa­nische Schriftsteller Vicente Blasco Ibanez in sei­nem Roman Blutige Arena, der Geschichte vom Aufstieg eines Sohnes armer Leute zum bejubel­ten Matador und seinem blutigen Ende den Wi­derstreit. Wir erfahren, daß da­mals die starke anarchistische Partei den Ausschluß aller Mit­glieder, die den „barbari­schen und rückschritt­lichen Stiergefechten“ beiwohnen, verfügte. Wir hören ein Plädoyer für die Corrida, gesprochen von einer Ro­manfigur (Dr.Ruiz), der die Ge­schichte des grausamen Brauches darlegt. Er bestreitet, daß der Stierkampf aus alter Zeit stamme:.. „Erst als die Inquisition anfing, matt zu wer­den und die Autodafés außer Mode kam, be­gann die Kunst der Stierkämpfe, nach festen Regeln, bestritten von Plebejern, bezahlt ihr Leben aufs Spiel zu setzen.“ Der Doktor fährt fort:
„Damals, in der Mitte des XVIII. Jahrhun­derts, entwickelte sich der Stierkampf zu vol­ler Blüte. Die Wildheit der jahrhundertelang an die Grau­samkeit des Autodafés gewöhnten Massen hatte ein Sicherheitsventil nötig, und das Volk, das seine natürliche Expansions­kanäle verschlossen sah, fand in dem neuen Nationalschauspiel einen neuen Weg für alle von Mut und Verwegenheit beseelten Ehrgei­zigen.„Ein Fortschritt!“ wiederholte der Dok­tor. „Mir scheint alles klar. Deshalb schäme ich mich als durch und durch republikanisch gesinnter Mann auch nicht zu sagen, daß mir die Corridas gefal­len... Der Mensch braucht übrigens den pikanten Reiz des Schlechten, um die Monotonie seiner Existenz zu bele­ben. Auch der Alkohol ist ein Übel. Wir wis­sen, daß es uns schadet, dennoch trinkt ihn beinahe jeder... Gefällt es nicht al­len, bisweilen den Blick nach rückwärts zu wenden und ein wenig das Leben unserer Vorfah­ren zu führen? Die Brutalität erweckt nämlich in unserem Innern geheimnisvolle Kräfte wieder, die man nicht sterben lassen soll“ …
„Die Stierkämpfe sind nicht das einzige rohe Schauspiel in der Welt. Die Rückkehr zu star­ken, wilden Lustbarkei­ten ist eine menschli­che Krankheit, an der alle Völker in gleicher Weise leiden. Deswegen bin ich entrüstet, wenn die Ausländer ihre Augen stets auf Spa­nien richten, als gäbe es etwas derartiges nur bei uns. Wie viele Reiter brechen nicht ihr Ge­nick bei den Pferderennen!... Und wohin hat der mo­derne Sport geführt? Sehen Sie sich die einge­schlagenen Nasen, abgehauenen Oh­ren, zertrümmerten Schädel und gebrochenen Beine der Champions an! ...
Und weiter! Im Namen der Zivilisation ver­dammt man die barbarischen, blutigen Stier­gefechte, und im Namen derselben Zivilisati­on hegt und pflegt man die schädlichsten Tie­re der Welt?... Die Wissenschaft kennt sie zur Genüge und hat alles Wissenswerte verzeich­net. Wenn ihre Vernichtung auch ge­wissen Seelen zuwider sein sollte, weshalb erhebt sich keine Stimme gegen die heimli­chen Tragödien, die sich jeden Tag in den Zoologi­schen Gärten abspielen? Beobachten Sie, wie sich die Haare des vom Blick der Boa hypnotisierten Kaninchens sträuben, bis es im eisigen Druck ihrer Ringe erstickt... Hundewider sein sollte, weshalb erhebt sich keine Stimme gegen die heimli­chen Tragödien, die sich jeden Tag in den Zoologi­schen Gärten abspielen? Beobachten Sie, wie sich die Haare des vom Blick der Boa hypnotisierten Kaninchens sträuben, bis es im eisigen Druck ihrer Ringe erstickt... Hunderte von Tieren sterben täglich für die Ernährung wilder, vollkommen nutzloser Bestien, die man mit aller erdenklichen Sorg­falt in Städten pflegt, die sich dünken, an der Spitze der Zivilisation zu marschieren. ...
Man beleidigt uns, weil wir heute wenig be­deuten,“ rief Ruiz, erbittert über diese univer­selle Ungerechtigkeit. „Die Welt ist wie ein Affe, der die Gesten seines Herrn nachmacht. Heute befiehlt England, und die Menschen beider Erdhälften sehen dem albernen Schau­spiel zu, wie ein paar Pferde über eine Bahn laufen. Leider kamen die Stiergefechte erst auf, als unsere Macht schon bröckelte. Hätten sie aber zu Zeiten Philipps II. dieselbe Bedeu­tung gehabt wie heute, so gäbe es Plazas in vielen Ländern Europas... Sprecht mir nicht von den Ausländern! Ich bewundere sie we­gen ihrer Revolutionen, und weil wir ihnen auf geistigem Gebiete vieles verdanken. Aber was die Stiere anbelangt, reden sie nichts als baren Un­sinn.“
Und der Doktor verwünschte mit fanatischer Blindheit alle Völker des Planeten, die den spani­schen Stierkampf verabscheuen, ihre ei­genen rohen Belustigungen aber nicht einmal durch den Vorwand der Schönheit rechtferti­gen können.“....
Im Roman stirbt der Torero Gallardo in der Arena, vom Stier, dem er den Todesstich gab, tödlich verletzt. In der letzten Szene stehen der Arzt Dr.Ruiz und der Banderillo und Freund des Toten, Sebastian genannt Nacio­nal, vor der Lei­che.
Gallardos Körper lag nackt vor seinen Augen. Eine Wunde - eine einzige - war zu sehen: ein bogenförmiger Schlitz im Bauch, durch den bläuliche Fleischfetzen zum Vorschein ka­men. Traurig schüttelte Doktor Ruiz den Kopf. Für diese grauenhafte Verwundung gab es keine Rettung. „Doktor ... Doktor!“ schluchzte der Banderil­lero (Nacional genannt, ein Freund des Mata­dors) und sah ihn mit flehenden Augen an. Ein langes Schweigen. Noch einmal schüttel­te Ruiz den Kopf.
„Es ist aus, Sebastian ... Verstört ging der Banderillero hinaus, um zu weinen, herzzerreißend wie ein Kind zu wei­nen. Im Hof mußte er beiseite treten, um die in die Arena trabenden Picadores vorbeizulassen. Die Kunde von Gallardos Verscheiden drang zur Plaza. ... niemand rührte sich von seinem Sitz. Die Corrida war noch nicht zur Hälfte vorüber, erst zwei Stiere ... Warum auf den Rest verzichten? ...
Durch das Tor der Arena drang der Lärm der Menge, drang schmetternde Musik. Und in der Seele des Nacionals stieg ein wil­der Haß auf gegen alles, was ihn umgab, ein Ekel vor seinem Beruf und dem Publikum, das ihn er­nährte.
Er dachte an den Toro, der jetzt mit verkohl­tem Hals und starren Beinen, die gläsernen Augen in die blaue Leere gerichtet, aus der Arena geschleift wurde. Er dachte an den jenseits der Backsteinmauer liegenden Freund mit dem aufgerissenen Bauch und dem geheimnisvollen Glanz zwi­schen den halbgeschlossenen Lidern. Armer Toro! Armer Matador! ... Plötzlich brauste ein gewaltiger Ruf zum Himmel: die Plaza begrüßte die Fortsetzung der Corrida.
Dort brüllte die Bestie, die wahre, die einzige." V.B .Ibanez.

Erwin Lauppert

Seite 8:

Panem et Circenses     

Die Tausendjahrfeier des römischen Reiches – Massentierschlachtung zur  Unterhaltung

 

Philipp Schwinghammer

„Panem et circenses“: So schrieb der römische Dichter Juvenal in seinen Satiren. Mit diesen Worten  kritisierte er, dass das römische Volk unter Kaiser Augustus und Tiberius (31 v. Chr.-37 n. Chr.) sich nicht mehr für die Politik ihres eigenen Landes interessierte sowie gelangweilt, erbost und enttäuscht über den vorherrschenden Nepotismus, den immer gleichen Namen bei der Postenvergabe, den von außen nicht zu ver­ändernden politischen Verhältnissen zum Trotz dem Zirkusspiel zugeneigt war. Es war ihnen schlicht einfach uninteressant geworden, Politik zu verfolgen, sich damit auseinanderzu­setzen und sie begreifen zu wollen. Sie begnüg­ten sich also mit dem Besuch von Zirkusspie­len und gutem Essen, also „Panem et circen­ses“, „Brot und Spiele“.
Doch bereits in spätrepublikanischer Zeit
(1. Jhd. v. Chr.) wurde mit „Panem et circenses“ das Volk gleichgeschaltet, bestochen und durch die nicht vorhandene Selbstachtung der Masse zu Schau gestellt.
Wer an das antike Rom denkt, dem kommen sofort die antiken Ruinen der jetzigen italieni­schen Hauptstadt in den Sinn. Angefangen beim Forum Romanum, dem Kolosseum, dem Circus Maximus, den Caracalla Thermen und dem Pantheon schweifen wir in Gedanken un­seren Blick durch die kulturellen Hinterlassen­schaften des einstigen Großreichs. Gegründet wurde das Imperium Romanum durch Romulus und Remus im Jahre 753 v. Chr. und um diesen Eckpunkt in der Weltgeschichte gebührlich zu feiern, wurden die Jubiläen seiner Gründung alle hundert Jahre zelebriert. Die Tausendjahr­feier des Jahres 247 n. Chr. sollte daher ein be­sonderes Spektakel darstellen und die politi­sche und wirtschaftliche Bedeutung Roms in propagandistischen Spielen unterstreichen. Zu dieser Zeit war Philippus Arabs römischer Kai­ser und hauptverantwortlich für die öffentliche Tötung exotischer Tiere, die aus allen Teilen des Reichs herbeigebracht wur­den, um das Volk zu Ehren der tausen­jährigen Gründung der Stadt Rom bei Laune zu halten.
Als vor langer Zeit eine Wölfin, die berühmte Lupa der Stadt Rom, im Jahre 753 vor Christus zwei Findelkinder aufzog und somit die Adop­tivmutter einer neuen Nation wurde, wusste sie noch nicht, dass ihre Kinder und Kindeskinder in die Geschichte eingehen würden. Aus ihrer Nation würden Imperatoren, Politiker, Feldher­ren und Dichter hervorgehen; entscheidende Schlachten würden geschlagen, berühmte Schriften veröffentlicht und ein Grundstein für eine neue Zivilisation gelegt werden. Dass al­lerdings genau zum tausendjährigen Bestehen des Imperium Romanums im Zuge der dafür vorgesehenen Zeremonie Tiere gejagt, verletzt, gequält und getötet werden sollten, das wusste sie noch nicht, als sie Romulus und Remus an ihrer Brust nährte.
Der römische Schriftsteller Flavius Magnus Aurelius Cassiodor (484/490-585 n. Chr.) schrieb folgendes zu diesem Spektakel: „Das 1000. Jahr der Stadt Rom ist erreicht wor­den, wegen welcher Feierlichkeit Philippus mit seinem Sohn unzählige wilde Tiere im großen Zirkus getötet hat, und die Theaterspiele am Marsfeld hat er drei Tage und Nächte gefeiert, während das Volk ausharrte.“ (Zitat: Millesi­mus*). Aus diesen wenigen Zeilen können wir das Ausmaß des Tierleids nur erahnen. Rein zur Belustigung wurden diese Tiere getötet. Ein makaberer Beleg für dieses „Fest“ liegt in den so genannten Saeculares-Münzen zu Grunde. Auf den römischen Münzsorten, den Antoni­nianen und Sesterzen, wurden auf der Vorder­seite der römische Kaiser bzw. seine Gattin, Otacilia Severa, oder sein Sohn, Philippus II. und auf der Rückseite ein Tier (Ziege, Löwe, Antilope, Nilpferd,..*) abgebildet. Was auf den ersten Blick nach einer verniedlichenden Tier­darstellung aussieht, ist Zeugnis grausa­mer Massentiermorde.
*lat.Text, Münzbilder, Quellenangabe auf Anforderung

Seite 10:


Österreichische  Vegetarier Union (ÖVU)
Interessenvertretung für Vegetarierinnen und Vegetarier, lacto/ovo und vegan
Vors. Mag. Erwin Lengauer
Wehlistr. 366 Stg.3 T 1, 1020 Wien, Tel. T 0676-3572 671


a n i m a
Zeitschrift für Tierrechte – Herausgeber ÖVU

Rossegg 41, 8045 Graz-Oberandritz, Tel. 0316-46 37 17 u. 0720-345 298

  email: anima @vegetarier.at
 Die anima stellt mit dieser Nummer ihr Erscheinen als Zeitschrift für Tierrechte ein. Ob sie als Mitteilungsblatt der ÖVU weitergeführt wird, ist noch offen.


Literatur:

Vegetarische Ernährung, ein wissenschaftliches Standardwerk der Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann und Markus Keller. Ulmer Verlag UTB, 3. Aufl. 2013, 380 S., 23 € (D)
Vegetarismus - Grundlagen, Vorteile, Risiken, ebenfalls von Prof. Leitzmann verfasst, Verlag Beck München, 3.Auflage 2009, Taschenbuch, 125 Seiten, 7,90 €(D)
Dr.med.Sigrid Steeb, Vegetarisch. Gesund.
Mit einem Geleitwort von Prof. Leitzmann – Alles über veg. Ernährung mit vielen Rezepten, Schlütersche Verlagsges. Hannover 2011, 188 S., ca. 20 €


Informationen zur veganen Ernährung:

Irmela Erckenbrecht, Probier’s vegan

Leitfaden zur veganen Ernährung mit großem Praxisteil, pala-verlag Darmstadt 2014, 16 €(D), geb., 220 Seiten,
––––––––––––––––––––––––––––––
Österreichische  Vegetarier Union
Wechsel im Vorsitz
Der bisherige Vorsitzende Dr. Erwin Lauppert, Graz scheidet aus Altersgründen aus dem Vorstand aus. Einziger Kandidat für das Amt des Vorsitzenden  ist der langjährige
Vorsitzendenstellvertreter
Mag. Erwin Lengauer, Wien.
Die Wahl findet in der Generalversammlung
Ende März statt.


Vegetarische (vegane)
Partner-Zeitschriften im Ausland:

VEBU-Magazin
VEBU -Vegetarier-Bund Deutschland e.V.  Genthiner Straße 48, D-10785 Berlin, Tel.0049/ 30-200 50 799, Email info@vebu.de  www . vebu.de

Veg-Info, Vegi-Büro Schweiz,  Tel. 0041-71 477 33 77, neue Adresse: Niederfeldstrasse 92, CH-8408 Winterthur, www.swissveg.ch, info@swissveg.ch
Die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus hat sich vor einiger Zeit in Swissveg umbenannt.

 

Vegetarische Stammtische, Auskünfte: 

Wien:
Erwin Lengauer, T 0676-3572 671
email: tara777@gmx.net
Niederösterreich (West):
1)Mag. Gabriele Smetana,  0664/ 368 70 19
2)Michaela Haunold. Ernährungsberaterin, T 0676- 7195 220, www.glyx4you.co
Oberösterreich:
Schärding: Eva Kubai Tel.  07712-35704
Salzkammergut (Gmunden/Almtal)
Erich Lankmaier, 0676 – 390 111 9, e.lankmaier@gmx.at,
Uschi Mayer, ursula.mayer@gmx.at
www.vegi-treff.jimdo.com

Seite 11:


Gesellschaft für humane Nutztierhatung,www. umsvieh.at

Vegan – reicht das?


Für den Fleischkonsum müssen in Österreich grob gerechnet rund 70 Millionen geflügelte Tiere, sprich vor allem Tierkinder, weibliche und männliche „Masthähnchen“, etwa zehn Millionen Vierbeiner, mehrheitlich jugendli­che Schweine und viele Millionen Fische (de­ren Zahl ist schwer zu schätzen) sterben. Für den Eikonsum müssen nach meist eineinhalb­jährigem Leben etwa sieben Millionen Hen­nen ihr Leben lassen  und eine gleichgroße Zahl an männlichen Küken (Ausnahme siehe Seite 13). Für unsere Milch/produkte stirbt nach kürzerer oder längerer Lebensdauer etwa eine halbe Million an Rinder, die aber zugleich dem Fleischkonsum dienen. Indirekt als „Kollateralschaden“ bei der Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel dürften sehr grob geschätzt  (die Zahl lässt sich sehr schwer be­rechnen) etwa zehn Millionen Tiere, großteils kleine Nager, ums Leben kommen.
Man sieht, selbst unter Warmblütlern – von den Milliarden durch Pflanzenschutzmittel vernichteten Insekten etc. nicht zu reden – lassen sich selbst bei veganer Lebensfüh­rung en Opfer nicht vermeiden.
Doch das ist kein triftiger Grund, Tiere zu es­sen, und in den Bemühungen zu erlahmen, Tiertötung und Tierleid zu mindern. Mit dem Verzicht allein auf Fleisch ist schon sehr viel getan: Fast t 90 Prozent weniger Schlachtun­gen. Und was Tierqualen betrifft noch mehr; denn gerade bei der Mast müssen die Tiere häufig t besonders leiden. Wer mehr tun will, kann durch Eiverzicht wenigstens das direkte Töten fast zur Gänze, um mehr als 99 Prozent verhindern.
Schwieriger ist es, solange die Mehrheit Fleisch isst, mit dem Milchverzicht; gerade in Österreich, denn hier herrscht das Zweinut­zungsrind (Fleisch und Milch) vor. Kommen dank Milchabstinenz weniger Rinder auf den Fleisch markt (so eine hochgezüchtete Zwei­nutzungskuh wiegt) 6000 bis 800 kg), wer­den  für den Fleischhunger mehr geringge­wichtige Schweine, Hühner produziert.
 Das gute Werk, Kühen und Kälbern ein leid­volles Leben zu ersparen, führt so mit großer Wahrscheinlichkeit zu mehr Tierleid und Tod. Ein nicht seltenes Phänomen, im Großen (Der Westen wirft Bomben auf Araber, für ihre Menschenrechte) und im Kleinen. Unzählige philosophische, religiöse, juristische Abhand­lungen gibt es zu diesem Thema (vgl. anima Nr.1/2014), leider mit gegensätzlichen Ergeb­nissen. Letztlich muss jeder selbst entschei­den.
Bei aller Begeisterung für strenge oder gemä­ßigte vegetarische Lebensweise: Die über­große Mehrheit der Menschen isst immer noch Fleisch, etwa 98 Prozent verzehren Milch und Ei. Die ganz große Mehrheit der Nutztiere hat nichts vom Veggie-Boom. Sol­len die im Regen stehen bleiben? Genügt es zu sagen, was geht mich das an, ich esse ja nichts Tierisches? Oder einst: Ich  ergase ja niemanden?
Sollten wir uns nicht alle um bessere Lebens­bedingungen für die Tiere bemühen? Es muss ja nicht jeder Tierrechtsaktivist werden. Auch im kleinen eigenen Umfeld lässt sich manches tun. Freunden bei Einladungen ve­getarische Speisen nahe bringen, von der Konsumentenmacht Gebrauch machen, bei der Filialleitung, in der Zentrale der Handels­kette nach den Lebensbedingungen der zur Ware gewordenen Tiere fragen, Videomateri­al, Besichtigung einfordern, Alternativproduk­te, Produkte aus besserer Haltung verlangen, sich über soziale Medien (Facebook) zu ge­meinsamen Handeln zusammen tun, zu meh­reren geht es leichter …-...


E.L.


Seite 12:

 

Dank des gewaltigen Fortschritts
 und des ungeheuren Aufschwungs
der Industrie und des Handels
 ist der Wohlstand auf eine Höhe
gebracht worden, von der man
in früheren Jahrhunderten
 nur träumen konnte.
.
Man möchte meinen,
Lebensfreude und Zufriedenheit
wären selbstverständlich.
 Allein, dem ist leider
nicht so.


Friedrich Wilhelm Raiffeisen
1818 – 1888







Impressum und Offenlegung: anima - Zeitschrift für Tierrechte, erscheint voraussichtlich nicht mehr.
Medieninhaber und Verwaltung: Österr. Vegetarier Union (ÖVU), Herausgeber und Redaktion: Arbeitskreis Tierrechte (AKT) der ÖVU, alle 8045 Graz, Rossegg 41, Tel. 0316-463717 und 0720-349056, anima @vegetarier.at
ZVR-Zahl 90713 6740, DVR 0955 906. Beiträge geben, soweit nicht anders vermerkt, lediglich die Meinung der Verfasser wieder, für nicht gefertigte Texte Erwin Lauppert (E.L.), Leiter des AKT verantwortlich..Nachdruck nur mit schriftlicher Zustimmung. Fotos, wenn nicht bezeichnet: ÖVU. Druck: Emilio’s GmbH, Obergfellplatz 1210 Wien.    
OVU: Vorsitzender (bis 27.3.2016) Dr. Erwin Lauppert, Graz; Stellvertreter Mag. Erwin Lengauer, Wien; Schriftführerin Michaela Schaller, Graz. Grundlegende Richtung: Vegetarismus, Tierschutz, Tierrechte, , Vereinsorgan u. Infos der ÖVU und der Gesellschaft für humane Nutztierhaltung, Graz. Bei personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form zwecks besserer Lesbarkeit sidR für beide Geschlechter.

 

Seite 13:

Gesellschaft für humane Nutztierhatung,www. umsvieh.at

Besser kein's 

      Wirrwar bei Eiern


Es war vor einem Vierteljahrhundert, da rief mich der Direktor der Handelskette Billa an – ich behandelte damals im Aktiv3en Tier­schutz Steiermark Nutztiersachen und wir waren in Verbindung mit Billa. Der Direktor sagte: Wir machen alles, was ihr Tierschützer wollt – es darf nur nichts kosten. Ich musste den Manager enttäuschen – Tierschutz gibt es genau so wie Menschenschutz nicht zum Null-Tarif. (Übri­gens agierte der Billa-Eigen­tümer Karl Wla­schek doch bemerkenswert tierfreundlich. Er verbannte schon um 1992 Käfigeier aus den Regalen seiner Kette und öffnete so den Weg für das spätere Verbot der Batteriekäfige).
In der Sommernummer der anima hatten wir von einer er­freulichen Aktion großer Han­delsketten berich­tet, wenigstens im Bio-Sek­tor nur mehr Eier von Zweinutzungs-hühnern in die Regale zu las­sen. Damit wäre hier der Tötung männlicher Küken ein Ende gesetzt; die wür­den etwa drei Monate lang zu „Mast­hähnchen“ herangefüttert. Leider, zu früh ge­freut. Aus Handel und Erzeugung verlautet, das rentiert sich nicht, die Hennen legen zu wenig. Zurück zum Ursprung (Hofer)  be­stätigt, man sei zu reinen  Legerassen/linien zurückgekehrt, ziehe aber deren männliche Küken auf und schlachte die dann 1,1 kg schweren Tiere nach zehn Wochen. Das sei defizitär, die Differenz müsse aus dem Eier­lös gedeckt werden. Der Name „Hahn im Glück“ bleibt. Rewe spricht wenig präzise von Umstellung auf neue Genetik, vitaleren und agileren Zweinutzungstieren mit besserer Legeleistung ohne nähere Angaben. Die Fa. Toni's entscheidet erst im Juni, ob sie bei der echten Zweinutzungsrasse bleibt.
Die Hennen legen zu wenige Eier –  ist das nicht eine sehr einseitige Sichtweise? Man könnte genau so sagen, die Konsumenten  zahlen zu wenig, die Ketten legen die Preise zu niedrig fest. Nebenan stehen Worte, die der Initiator der bäuerlichen Kreditgenossen­schaften Raiff­eisen  vor gut 130 Jahren ge­sagt hat. Sie könn­ten genau so gut heute ge­sagt werden. Es geht uns so gut, wie man es vor hundert Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Unterschätzen die Ketten vielleicht die Bereitschaft vieler Konsu­menten, für Gutes mehr zu zahlen.
Karl Wlaschek, wir erzählten es zu Beginn, hatte den Mut, seinen Kunden nur Besseres zu bieten, zu einem höheren Preis. Billa ist darob nicht in Konkurs gegangen. Fehlt heute im Han­del der Mut?
Ob die neue Linie, die Doppelnutzung der Le­gerassen für Henne und Hahn ein Nutzen ist? Für die Henne sicher nicht, sie unterliegt wei­terhin dem Stress, viel zu viele Eier legen zu müssen, der Druck auf „Rationalisierung“ sprich mehr Leistung und weniger „Komfort“ ist noch größer geworden, da sie ja auch die Männchen „finanzieren“ muss. Die Fleisch­ausbeute der Männchen wird die Nachfrage nach Brathähnchen kaum verringern, also hier auch kaum indirekter Nutzen (=weniger Masthüh­ner). Ob für die Männchen zehn Wo­chen Leben den Stress im engen Stall, die quälerischen Strapazen des Wegs zum Schlachthof und der Schlachtprozedur wie­gen, oder ob der rasche Tod als kleines Kü­ken nicht das bessere Los ist, wagen wir nicht zu entscheiden.

Wir hatten in den früheren Nummern unserem Slogan esser "in's, aber wenn schon ein's, dann das Freilandei mit dem Label „"tierschutzgeprüft" den Zusatz „"nur von Zweinutzungshühnern" beigefügt. Wir können diese Empfehlung nicht mehr mit gutem Gewissen bekräfti;gen. Vollinhaltlich stehen wir hinter der Empfehlung
„Ei? Besser kein's!“.

Erwin Lauppert

Seite 14:

Was möchte das Reh? 

Abdruck aus anima Nr.1/2008

Nochmals zur Jagd – Reaktionen zu ‚Mit den Waffen der Frau (anima Nr.4/2007)

Zwei Meinungen stehen überspitzt gesagt im Widerstreit. Für die einen sind Jäger Lust­mörder, sie wollen nicht in die Natur eingreifen, die anderen halten die ersteren für Sadisten, die dem Wild keine Schonzeit gönnen und es im Winter verhungern lassen.


Hundert Jahre Proteste gegen die Jagd an sich waren mehr oder minder vergeblich, konzen­trieren wir uns doch auf einzelne besonders abscheuliche Jagdperversitäten, vielleicht können wir, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, gegen die an. Diese Anregung in der letzten anima brachte uns wütende Pro­teste. Der leicht sexistisch gefärbte Seufzer zum Jägerinnen-Kalender, Frauen sollten den Männern nicht jeden Schwachsinn und jede Brutalität nachmachen, wurde uns zwar nicht angekreidet, dafür unterstellte man uns, wir seien für die Jagd. Eine kühne Behauptung bei fünf Seiten Antijagdtext im letzten Heft.
Eine Falschinformation im vorigen Blatt müssen wir zugeben. Hochstand-Umschnei­den war nicht nur vor Jahrzehnten Protest­übung. Angriffe gegen Jagdeinrichtungen gebe es nach wie vor, sagt man uns, allein im Vorjahr sollen an die fünzig Jägerstände um­geschnitten und sonstige Zerstörungsakte ge­tätigt worden sein. Das bekräftigt allerdings meine Frage nach dem Nutzen solchen Tuns. Wird in einer Zeit hochgepuschter Terroris­musfurcht der Tiersache damit nicht eher ge­schadet?
Besondere Empörung erweckte der Hinweis, bei Treibjagdstörungen seien Prügel zu be­fürchten. Das erstaunt. Nach Einschätzung vieler Tierrechtler sind Jäger brutale, grobe, erbarmungslose Mörder (Ich meine zwar, es sind (leider) meist ganz normale Menschen wie Wurstesser und -Verkäufer). Ja, kann man von solchen Leuten, wenn man ihre ge­setzlich erlaubten Kreise stört,  ernstlich Liebkosungen erwarten? In England wurden Jagdstörer schon umgebracht, in den hiesigen jagdgegnerischen Publikationen werden tätli­che Angriffe durch Jäger breit dargestellt. Jeder Kampagnenführer mit einigermaßen gesundem Menschenverstand wird darauf eingehen und Sorge treffen, daß die eigenen Verluste gering bleiben.
Doch kommen wir zum Kern. Wir blicken auf rund hundert Jahre Jagdprotestbewegung mit keinem oder sehr dürftigem Erfolg. Wes­halb hat da jeder Vorschlag, die Protesttätig­keit zu evaluieren, das heißt Wege und Ziele rational zu überdenken, wie Leserbriefe zei­gen, emotionalen Aufschrei zur Folge?
Es gibt grob vereinfacht zum Thema Jagd un­ter Tierfreunden zwei Denkschulen.
Der einen liegt ein Bild unberührter Natur zu­grunde, einer Welt für sich, in der die Tiere ihr eigenes Leben führen. Im Hinterkopf schwebt dabei wohl ein bißchen die Vorstel­lung vom Paradies mit. Umso verständlicher ist die Empörung, wenn der Jäger in diese vermeintliche Welt des Friedens einbricht, als Lustmörder, der allein um seines Vergnügens willen die Tiere hinmetzelt, noch dazu stüm­perhaft. Darum sei die  Jagd insgesamt zu verdammen. Was sich in der anderen Welt, der Menschenwelt abspielt an Grausamkeiten gegenüber den Tieren, Massentierhaltung und -tötung, Tierversuche etc. sei eine ganz andere Sache, ohne Beziehung zur Pflicht, das Reich des Friedens vor menschlichem Eingriff zu schützen. Darum ist es auch nicht von Belang, ob in den Supermärkten massen­haft verstümmelte Tierleichen aufgereiht sind, es gilt draußen in der Natur das Aufrei­hen von Tierleichen zu verhindern.
Die andere Seite argumentiert dagegen, diese unberührte Natur gebe es schon lange nicht mehr. Wald und Flur seien von wenigen Aus­nahmen abgesehen, eine vom Menschen ge­schaffene Kunstlandschaft, tierische und menschliche Belange untrennbar ineinander verwoben. Wie der Mensch seine Hand auf die Haustiere legt, habe er auch das Gros der sogenannt jagdbaren Tiere insbes. Reh und Hirsch zu Nutztieren gemacht, ihre Zahl über die Maßen vermehrt. Wir müßten den Tatsa­chen, mag es uns freuen oder nicht, in die Au­gen sehen. Tatsache sei, daß bei uns 97 % der Menschen Fleisch essen. So lange die über­wiegende Mehrheit der Bevölkerung vom Fleischgenuß nicht ablasse, müsse es unsere Hauptaufgabe sein, uns um möglichst erträg­liche Lebens- (und Sterbe-)Bedingungen für alle Tiere, die aufgegessen werden, zu bemü­hen. Unter all den Lebewesen, die ob es uns gefällt oder nicht, dem Verzehr dienen, gehe es dem Wild noch am besten, es sei das artge­rechtest gehaltene Nutztier. Vor dem Verhun­gern geschützt lebe es dazu wenigstens teil­weise länger als einst in der rauhen Natur. Es wäre unter den gegebenen Verhältnissen da­her unglücklich, die Stoßrichtung gerade ge­gen die am wenigstens tierquälerische Nutz­tierhaltung anzusetzen und den Kampf gegen die  anderen viel quälerischeren Haltungsfor­men  zurückzustellen.  Das wäre so als ob man gegen die Hennen-Freilandhaltung zu Felde zöge, mag sie auch letzthin Tierquälerei sein; dann bliebe die Käfighaltung übrig. Überspitzt formuliert Jagd verhindern hieße im Ergebnis: Schwein und Huhn quälen. Wer kein Rehschnitzel kriegt, wird nicht Vegetari­er werden, sondern zu Schweinsbraten und Backhendl greifen.
Grundsätzliche Meinungsunterschiede gibt es auch zur Frage der Einbürgerung von Präda­toren, d.s. Beutegreifer früher Raubtiere ge­nannt. Wer dem Naturbild huldigt, steht dazu meist positiv. Diese Fleischesser seien eben Teil der Schöpfung, Natur. Wenn der Luchs jährlich fünfzig Rehe oder Kitze tötet, liege das außer­halb des Verantwortungsbereichs des Men­schen.
Die andere Seite wendet sich dagegen, Präda­toren einzubürgern.
                       

Die ursprüngliche Natur sei wenigstens in unseren Breiten vom Menschen längst zer­stört. Raubtiere seien  den friedlichen Wald­tieren nach fast einem Vierteljahrtausend der Ruhe fremd geworden. Ihnen tierliche Jäger, die sich an keine Schonzeit und kein Regle­ment halten, aufzubürden, sie in ständigen Streß zu versetzen, grenze an Sadismus.  Mord bleibe Mord, ob eigenhändig vollzogen oder durch gedungene Gesellen.
Schließlich, wir Tierschützer sollten auch die Tiere fragen. Was dürfte dem Reh wohl lieber sein, gleich im nächsten Winter zu verhungern oder gefüttert und erst zwei Jahre später totgeschossen zu werden?
Und zusammenfassend: Mit dem Verbot der Jagd allein sei es nicht getan. Nicht nur der Jäger bringe Tiere um, indirekt auch wir Nichtjäger. Durch die intensive giftfreudige Landwirtschaft, den Verkehr, die Siedlungs-tätigkeit, durch von Menschen geschützte tierliche Jagdfreunde wie Hunde, Kat­zen...
Ob es sich um Mäuse oder Ratten, Fuchs oder Reh, Krähe oder Taube handelt, wir müssen mit allen, mit denen wir nolens volens zu­sammenleben, einen modus vivendi finden, der den Interessen aller Beteiligten möglichst gerecht wird.
Die Tierfreunde also streiten, was wichtiger ist, gegen die Jagd oder gegen intensive Mas­sentierhaltung kämpfen, was richtiger ist, Tauben und Rehe füttern oder hungern las­sen ...
Derweilen werden die krassen Jagd-Perversitäten, die alle Tierfreunde einhellig ablehnen, mun­ter fortgesetzt. .
Darum nochmals der Vorschlag: Konzentrie­ren wir uns einmal auf diese Übelstände. Be­mühen wir uns um möglichst viele Bundesge­nossen. Und denken wir dann über Strategien nach, die in der breiten Öffentlichkeit ankommen.

Erwin Lauppert

Seite 16:

Die kleine Katze      aus: Die Portugiesin

Robert Musil  (1880 - 1942)


Eines Tags, als sie in Gesellschaft den Berg heraufkamen, war oben vor dem Tor die kleine Katze. Sie stand vor dem Tor, als wollte sie nicht nach Katzenart über die Mauer setzen,  machte einen Buckel zum Willkomm und strich den ohne irgendeinen Grund über ihre Anwesen­heit erstaunten großen Geschöpfen um Rock und Stiefel. Sie wurde eingelassen, aber es war gleich, als ob man einen Gast empfinge, und schon am nächsten Tag zeigte sich, daß man vielleicht ein kleines Kind auf­genommen hatte, und nicht bloß eine Katze: solche Ansprüche stellte das zierliche Tier, das nicht den Vergnügungen in Kellern und Dach­böden nachging, sondern keinen Augenblick aus der Gesellschaft der Menschen wich. Und es hatte die Gabe, ihre Zeit für sich zu bean­spruchen, was recht unbegreiflich war, da es doch so viel andre, edlere Tiere am Schloß gab, und die Menschen auch mit sich selbst viel zu tun hatten; es schien geradezu davon zu kom­men, daß sie die Augen zu Boden sen­ken muß­ten, um dem kleinen Wesen zuzuse­hen, das sich ganz unauffällig benahm und um ein klein wenig stiller, ja man könnte fast sa­gen trauriger und nachdenklicher war, als ei­ner jungen Katze zukam. Die spielte so, wie sie wissen mußte, daß Menschen es von jun­gen Katzen erwarten, kletterte auf den Schoß und gab sich sogar er­sichtlich Mühe, freund­lich mit den Menschen zu sein, aber man konnte fühlen, daß sie nicht ganz dabei war; und gerade dies, was zu einer gewöhnlichen jungen Katze fehlte, war wie ein zweites We­sen, ein Ab-Wesen oder ein stiller Heiligen­schein, der sie umgab, ohne daß einer den Mut gefunden hätte, das auszusprechen. Die Portu­giesin beugte sich zärtlich über das Geschöpf­chen, das in ihrem Schoß am Rücken lag und mit den winzigen Krallen nach ihren tändeln­den Fingern schlug wie ein Kind, der junge Freund beugte sich lachend und tief über Kat­ze und Schoß, und Herrn von Ketten erin­nerte das zerstreute Spiel an seine halb überwunden­e Krankheit, als wäre die, samt ihrer Todessanft­heit, in das Tierkörperchen verwan­delt, nun nicht mehr bloß in ihm, sondern zwi­schen ih­nen. Ein Knecht sagte: Die bekommt die Räu­de.
Herr von Ketten wunderte sich, weil er das nicht selbst erkannt hatte; der Knecht wieder­holte: Die muß man beizeiten erschlagen.
Die kleine Katze hatte inzwischen einen Na­men aus einem der Märchenbücher erhalten. Sie war noch sanfter und duldsamer gewor­den. Jetzt konnte man auch schon bemerken, daß sie krank und fast leuchtend schwach wur­de. Sie ruhte immer länger aus im Schoß von den Ge­schäften der Welt, und ihre kleinen Krallen hielten sich mit zärtlicher Angst fest. Sie be­gann jetzt auch einen um den andren an­zusehn; den bleichen Ketten und den jungen Portugiesen, der vorgeneigt saß und den Blick von ihr nicht wendete, oder von dem Atmen des Schoßes, in dem sie lag. Sie sah sie an, als wollte sie um Vergebung dafür bitten, daß es häßlich sein werde, was sie in ge­heimer Ver­tretung für alle litt. Und dann be­gann ihr Mar­tyrium.
Eines Nachts begann das Erbrechen, und sie er­brach bis zum Morgen; sie war ganz matt und wirr im wiederkehrenden Tageslicht, als hätte sie viele Schläge vor den Kopf erhalten. Aber vielleicht hatte man dem verhungerten armen Kätzchen bloß im Übereifer der Liebe zuviel zu fressen gegeben: doch im Schlafzim­mer konnte sie danach nicht mehr bleiben und wurde zu den Burschen in die Hofkammer ge­tan. Aber die Burschen klagten nach zwei Ta­gen, daß es nicht besser geworden sei, und wahrscheinlich hatten sie sie auch in der Nacht hinausgewor­fen. Und sie brach jetzt nicht nur, sondern konnte auch den Stuhl nicht halten, und nichts war vor ihr sicher. Das war nun eine schwere Probe, zwischen einem kaum sichtbaren Heili­genschein und dem gräßlichen Schmutz, und es entstand der Be­schluß – man hatte inzwischen erfahren, wo­her sie gekommen war, – sie dort­hin zurück­tragen zu lassen; es war ein Bauern­haus unten am Fluß. Man würde heute sagen, sie stellten sie ihrer Heimatsgemeinde zurück; aber das Gewissen drückte sie alle, und sie gaben Milch und ein wenig Fleisch mit und sogar Geld, damit die Bauersleute, wo Schmutz nicht soviel ausmachte, gut für sie sorgten. Die Dienstleute schüttelten dennoch die Köpfe über ihre Herrn.
Der Knecht, der die kleine Katze hinunterge­tragen hatte, erzählte, daß sie ihm nachgelau­fen war, als er zurückging, und daß er noch einmal hatte umkehren müssen: zwei Tage später war sie wieder oben am Schloß. Die Hunde wichen ihr aus, die Dienstleute trauten sich wegen der Herrschaft nicht, sie fortzuja­gen, und als die sie erblickte, stand schwei­gend fest, daß jetzt nie­mand mehr ihr verwei­gern wollte, hier oben zu sterben. Sie war ganz abgemagert und glanzlos geworden, aber das ekelerregende Leiden schi­en sie überwunden zu haben und nahm bloß fast zusehends an Körperlichkeit ab. Es folgten zwei Tage, die verstärkt alles noch einmal ent­hielten, was bis­her gewesen war: langsames, zärtliches Um­hergehen in dem Obdach, wo man sie hegte; zerstreutes Lächeln mit den Pfo­ten, wenn sie nach einem Stückchen Papier schlug, das man vor ihr tanzen ließ; zuweilen ein leichtes Wan­ken vor Schwäche, obgleich vier Beine sie stützten, und am zweiten Tag fiel sie zuweilen auf die Seite. An einem Menschen würde man dieses Hinschwinden nicht so selt­sam empfun­den haben, aber an dem Tier war es wie eine Menschwerdung. Fast mit Ehrfurcht sahen sie ihr zu; keiner dieser drei Menschen in seiner besonderen Lage blieb von dem Gedan­ken verschont, daß es sein eigenes Schicksal sei, das in diese vom Irdischen schon halb ge­löste kleine Katze übergegangen war. Aber am drit­ten Tag begannen wieder das Erbrechen und die Unreinlichkeit. Der Knecht stand da, und wenn er sich auch nicht traute, es zu wieder­holen, sagte doch sein Schweigen: man muß sie erschlagen. Der Portugiese senkte den Kopf wie bei einer Versuchung, dann sagte er zur Freundin: es wird  nicht anders gehn; ihm kam es selbst vor, als hätte er sich zu seinem eigenen Todesurteil be­kannt. Und mit einem­mal sahen alle den Herrn von Ketten an. Der war weiß wie die Wand ge­worden, stand auf und ging. Da sagte die Portu­giesin zum Knecht: Nimm sie zu dir.
Der Knecht hatte die Kranke auf seine Kam­mer genommen, und am nächsten Tag war sie fort. Niemand frug. Alle wußten, daß er sie er­schlagen hatte. Alle fühlten sich von einer un­aussprechlichen Schuld bedrückt; es war et­was von ihnen gegangen. Nur die Kinder fühl­ten nichts und fanden es in Ordnung, daß der Knecht eine schmutzige Katze erschlug, mit der man nicht mehr spielen konnte. Aber die Hunde am Hof schnupperten zuweilen an ei­nem Grasfleck, auf den die Sonne schien, sträubten das Fell und blickten schief
zur Sei­te....
Wenn Gott Menschwerden konnte, kann er auch Katze werden,  sagte die Portugiesin, und er hätte ihr die Hand vor den Mund halten müssen, wegen der Gottesläste­rung, aber sie wußten, kein Laut davon drang aus diesen Mauern hinaus.

 

 Anmerkung:

Das stellvertretende Leiden der Tiere, vom antiken Tieropfer bis zu den grausamen Tierversuchen der Gegenwart, wird durch Musil in seiner Novelle „Die Portugiesin“, auf subtile Weise gestaltet und in eine Analogie zum Opfertod Jesu gebracht. Es geht um die Liebe einer kleinen Katze, die alles Unheilvol­le und Bedrohliche einer zwischenmenschli­chen Situation auf sich zieht in ihrer qualvol­len Passion. Man könnte dies als eine Art Theodizee auslegen: Gott leidet in seiner Schöpfung. Vielleicht kann dies ein Aspekt auch des Christentums sein, der zu jener ganz­heitlichen Schau der Schöpfung als Einheit mit dem Schöpfer führt, die wir derzeit in der ausschließlich anthropozentrischen Sicht der Kirchen vermissen, die sich in der Frage nach dem Sinn des Leidens der Tier noch kaum um eine Antwort bemüht hat. 

 
Christine Beidl
aus anima Nr. 2/1992

Seite 18:

Woran stirbt das Recht?


Vielleicht meinen Sie, wir beschäftigen uns zu viel mit der Justiz.  Der Grund ist, die Jus­tiz beschäftigt sich so viel mit Tierschützern.
Der Begriff „Totes Recht“ dürfte bekannt sein. Er bezeichnet gültige Gesetze, die außer Gebrauch gekommen sind  oder gar nicht in Gebrauch. Totes Recht, das legt die Frage nahe, woran ist denn das arme Recht gestor­ben? Da gibt es den Fall, dass der Regelungs­gegenstand verschwunden ist. Klar, wenn der Brauch zur Säuglingsfütterung eine Amme zu halten, abgekommen ist, verstaubt die Am­menordnung in einem vergilbten Folianten. Doch wie kann ein Gesetz sterben, wenn sein Gegenstand noch springlebendig herumläuft?
Nehmen wir  ein Beispiel. Die Strafprozess­ordnung gibt dem Angeklagten das Recht nach der Vernehmung eines jeden Zeugen zu dessen Aussage Stellung zu nehmen. Das hemmt natürlich den zügigen Prozessverlauf und ist weitgehend totes Recht. Warum? Der Verteidiger sagt seinem Mandanten, lassen’s das, Sie wollen doch lieber nur drei Monate bedingt kriegen als fünf Monate unbedingt. Also dann reizen’s  mir den Richter nicht. Ein Richter hat viele Möglichkeiten, einen Angeklagten fertig zu machen.
Nur wenige haben da den Mut, z.B. die Ange­klagten im Tierschützerprozess, auf Wieder­belebung zu bestehen. Sie konnten das, ge­deckt durch das grelle Licht der Öffentlich­keit und breite Sympathien in der Bevölke­rung, doch welcher Angeklagte sonst hat das schon. Selbst im Tierschützerprozess folgte die Richterin, schenkt man den Zeitungsbe­richten Glauben, wohlwollend gesagt hier nur sehr zögerlich dem Gesetz.
Ein anderer Fall. Da steht in der StPO: einem Angeklagten, der sich nicht schuldig erklärt, hat der Richter zu eröffnen, daß er berechtigt sei, der Anklage eine zusammenhängende Er­klärung des Sachverhaltes entgegenzustel­len.“. Und dann steht in einem Prozessbericht einer Zeitung: ‚Zuvor fordert er (Anm. der Angeklagte, der sich nicht schuldig bekannt hat) sein Recht, eine „geschlossene Erklä­rung“ abzugeben. „Nein“, sagt da der Rich­ter: „Ihre geschlossene Erklärung ergibt sich aus Ihren Antworten auf meine Fragen.“’
Unwichtige Kleinigkeiten, werden Sie vielleicht sagen. Richtig. Nun kann man sagen, das sind bedeutungslose Kleinigkeiten, mag sein, doch werfen sie ein eigenartiges Licht auf die Gerichtskultur und kann manchmal der Pro­zessausgang von Kleinigkeiten abhängen
Kleinigkeiten, es gibt Wichtigeres, , werden Sie vielleicht sagen. Richtig, doch mancher Prozessausgang hängt an Kleinigkeiten, auch eine unscheinbare  Wunde kann zum Tod füh­ren.
Natürlich, in jeder Pflege gibt es Probleme, ob in der Rechtspflege, ob in der Kranken­pflege. In der Rechtspflege ist der Justizmi­nister, männlich oder weiblich als Institution für die Rechtspflege zuständig. Leider pflegt er es nicht immer. Und so stirbt das arme Recht. Schade.


E.L.
Für die anima 2012 geschrieben, wegen , Platzmangels nicht veröffentlicht.

 

 

Danke und Bitte

Danke unseren Leserinnen und
Lesern für Beiträge und Spenden.
Auch dieser Nummer liegt ein Zahlschein bei. Für den Fall , dass Sie zu den Restkosten des Blattes oder zur Tätigkeit der Vegetarier Union oder des Arbeitskreises Tierrechte, die die Arbeit fortsetzen wollen, beitragen möchten. Danke.
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Seite 19:

Das Down-Syndrom unserer Polizei


Das DS ist bekanntlich eine Fehlleistung der Natur, die bei den betroffenen Menschen zu betrüblichen körperlichen oder geistigen Mängeln führt. Traurigerweise leiden nicht nur einzelnen Menschen unter solcher kogni­tiver Behinderungen, das Syndrom scheint auch in ganzen Organisationen zu grassieren, etwa der Polizei. Dort äußert es sich darin, Festgenommene down hinunter zu drücken, also einfach gesagt auf den Boden zu schmei­ßen, mögen die Knochen der Opfer auch kra­chen. Da dringt etwa zur Vorbereitung des unseren Lesern vermutlich noch erinnerlichen Tierschützerprozesses, eine Alarmeinheit ins Schlafzimmer einer 40jährigen Frau, reißt die friedlich Schlummernde aus dem Bett – sie muss nackt auf dem Boden liegen . Das sei zu Eigensicherung der Beamten notwendig gewesen. Nun lässt sich argumentieren, ei­nem einzelnen Polizisten auf einsamer Flur könnte eine Nackte gefährlich werden. Doch zehn Schwer bewaffneten? Eine dämlichere Begründung gibt es wohl kaum.  Ein anderer Tierschützer muss so eine Viertelstunde lang auf  kalter Asphaltstraße liegen,  ein stämmiger Polizist  auf ihm (anima Nr. 2/2014). Natür­lich trifft es nicht nur Tierschützer, der jüngs­te aus Medien bekannte  Fall: ein eh schon gefesselter Asylwerber  muss zu Boden,  dass es kracht. Vom friedlichen Tierschutzdemons­tranten, den es im  Dezember traf, haben wir in der letzten anima berichtet. Wir fragten dazu bei unserer Innenministerin an, wie folgt:
1. Es ist nachvollziehbar, dass sich ein Ge­schäftsinhaber und seine Angestellten durch eine Demonstration, bei der auch Slogans ge­rufen werden (Ob das hier der Fall war, wis­sen wir nicht) gestört oder gar in Furcht ver­setzt fühlt. Weshalb wird dann eine Demons­tration unmittelbar vor dem Geschäft zugelas­sen und nicht ein gewisser Sicherheitsabstand vorgeschrieben?
2. Ist ein Teilnehmer einer behördlich zuge­lassenen Demonstration verpflichtet, sich ge­genüber der Polizei auszuweisen bzw. diese berechtigt dies zu verlangen?
Den einschlägigen gesetzlichen Bestimmun­gen, die ja vermutlich einen Kompromiss zwischen Sicherheitserwägungen und Frei­heitsrechten darstellen, konnten wir dies nicht entnehmen. Immerhin ist in der Verfassung ausdrücklich mit gutem Grund die „geheime” Wahl festgeschrieben und Ausweispflicht für Demonstranten läuft faktisch auf Einschüch­terung und indirekte Abwürgung des De­monstrationsrechts hinaus.
3. In der Vergangenheit ist es wiederholt bei Festnahmen für Laien unverständlich zu Kno­chenbrüchen gekommen. Weshalb muss ein Festgenommener, der keinen aktiven Wider­stand leistet, so oder so zu Boden gebracht werden? Gibt es keine gelinderen Mittel oder ist die Polizei nicht verpflichtet, das  gelind-este zum Ziel führende Mittel anzu­wenden?.
4. Ist es gesetzlich zulässig, einem Demons­tranten, dem nichts als Ausweisverweigerung ob zu Recht oder zu Unrecht zur Last gelegt wird, Fingerabdruck und DNA abzu­nehmen?
5. Falls die Behauptung über die späte Entlas­sung richtig sein sollte, wie wird diese be­gründet? Wir wissen nicht, wie weit der Haftort von der Wohnung des Festgehaltenen entfernt ist, und ob Entlassung zur Zeit des Ruhens des öffentlichen Verkehrs Härte oder Entge­genkommen ist. Wenn ich mich recht entsin­ne, hat einmal die Gestapo einem Häftling, den sie auch so um drei Uhr früh entlassen wollte, zugestanden, bis zum Morgen in der Zelle zu bleiben.
Wir möchten unseren Lesern objektiv berich­ten und wären Ihnen daher, sehr geehrte Frau Bundesministerin, für die Darlegung des Fal­les aus polizeilicher Sicht und die Mitteilung der Rechtslage und Ihres Standpunkts dank­bar.
Wir wurden natürlich von unserer Frau In­nenministerin keiner Antwort gewürdigt. Ich bin kein Mediziner, doch das Down-Syndrom ist glaube ich unheilbar.                            E.L

Seite 20:

schlachthöfe.jpgVolksbegehren.jpg

Rückblick

Vor 27 Jahren
Antipelz-anima
1988:
von Hochschul-Prof. Herta
Heger († 2003) gestaltet und an 25.000 Haushalte
versandt

Vor 20 Jahren
Tierschutz-Volksbegehren
1996:
Über 459.000 Unterschriften
(8,1 % der Stimmberechtigten, für Bundes-Tierschutzgesetz und Tieranwalt



Vor 15 Jahren
1.000 Plakate gegen Fleisch 2001:
eine der Plakat-Aktionen in Graz von Chalotte Probst, Begründerin von „Tierschutz im Unterricht“


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P.b.b. Verlagspostamt 1212 Wien, GZ 02Z 033 063 M, anima Nr. 1/2016
Falls unzustellbar bitte zurück an anima, Roßegg 41, 8045 Graz-Oberandritz

 

 

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