Inhalt Nr.4/2015

 

Wilhelm Busch, Das Messer blitzt ...
Manfred Kyber. Die Menschn glauben ...

Philipp M. Schwinghammer, Qintus Sextius der Ältere
Albert Schweitzer 1875 -1965
Greenhouse Graz
M. Halsegger-Hofer, Ernährung und Schulerfolg
Äpfel unddie Sauberkeit
Vegetarische Informationen

Einkauftipps

Lebensunwertes Leben?
Gatterjagd und andere Massaker
Schächten
Bücher
Die Katze und ...
Meinungsterror?

Polizeigewalt?

Genderliches

Ein merkwürdiger Rechtsstaat


 

 

 

 

 

 

 

 

Bis auf weiteres
Das Messer blitzt, die Schweine schrein,
Man muß sie halt benutzen,
Denn jeder denkt: Wozu das Schwein,
Wenn wir es nicht verputzen?

Und jeder schmunzelt, jeder nagt
Nach Art der Kannibalen,
Bis man dereinst Pfui Teufel! sagt
Zum Schinken aus Westfalen.
Wilhelm Busch
1832 – 1908


Liebe Leserinnen und Leser,


das Jahr geht zu Ende und da ziemt es sich, zurückzublicken Da sehen wir Rosiges und weniger Rosiges. Das Positive: der Vegetarismus-Boom hält an, sowohl in der moderaten Lakto-Ovo-Version, als auch in der strengen veganen. Weniger rosig ist die Situation bei den Tierversuchen. Der Entwurf des vom Wissenschaftsminister Mitterlehner bis Jahresende zu erstellenden Kriterienkatalogs lässt alle Tierschutzwünsche beiseite. Das Hauptproblem im Tierversuchswesen ist die Unsensibilität und Trägheit der Maßgeblichen :nichts ändern, es war ja immer schon so, obwohl sich manches ohne Beschwer verbessern ließe..
Ein zweiter negativer Punkt ist die bewährte Methode, schöne Gesetze zu machen, damit die berechtigten Rufe nach Reformen verstummen, doch still und leise Bremsen einzubauen, damit alles beim Alten bleibt. Das jüngste Beispiel: der Schlachthäuser-Skandal: Schönes Gesetz, keine Kontrolle. Erst wenn mutige Piraten ins geschützte Gemäuer eindringen, geschieht etwas. Gesetze müssen gebrochen werden, damit Gesetze eingehalten werden. Ein unwürdiger Zustand.
Doch bleiben wir positiv, Über Initiative namentlich der Vier Pfoten konnte ein großer Fortschritt bei Bio-Eiern erzielt werden. In Hinkunft verkaufen die großen Handelsketten nur mehr Bio-Eier von Hennen, deren Brüder nicht gleich umgebracht werden. Hoffen wir, es funktioniert.
Über einen Bereich, wo der Gesetzesvollzug leider nicht funktioniert berichtet der Beitrag Schächten. Es ist zu fürchten, dass es noch ärger wird. Die Integration hat da schon nicht geklappt, wie soll sie gelingen wenn Hunderttausende, wenn eine halbe Million und mehr dazu kommen. Kein unwahrscheinliches Szenario, wo die Mehrheit der Parlamentsparteien eine Obergrenze ablehnt. 100.000 jährlich, dazu jeweils noch 200.000 unter dem Titel Familienzusammenführung. Die Problemlösung des Westens im Nahostkonflikt – Bomben werfen … reduziert auch nicht den Flüchtlingsstrom. Allein im arabischen Raum leben 300 Millionen Menschen, deren Bevölkerungsüberschuss drängt nach Europa. Da kommen zu allen anderen Probleme auch Tierschutzprobleme hinzu. Nicht durch den Islam, der ist in der reinen Lehre eher tierfreundlicher als das Christentum, sondern aufgrund der nur religiös verbrämten unterschiedlichen gesellschaftlichen Anschauungen. Hoffen wir, dass das alles nur Schwarzseherei ist.
Vor einer anderen Frage steht unsere Zeitschrift. Ihr Hauptredakteur Erwin Lauppert (ich bedanke mich herzlich bei allen, die bislang der anima die Treue gehalten haben) muss sich aus Altersgründen zurückziehen, und es fehlt bislang an Nachfolge. Ob und wie es weitergeht, sagen wir Ihnen in der nächsten Nummer. Jedenfalls,
ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen
die anima-Redaktion

  

Die Menschen glauben meist,
zwischen ihnen und den Tieren sei ein Abgrund.
Es ist nur eine Stufe im Rade des Lebens.
Denn alle sind wir Kinder einer Einheit.
Um die Natur zu erkennen,
 muß man ihre Geschöpfe verstehen.
Um ein Geschöpf zu verstehen, 
muß man in ihm den Bruder sehen.

Manfred Kyber
(1880 – 1933)


Quintus Sextius der Ältere

Begründer einer vegetarischen Schule im 1. Jahrhundert v. Ch.

Philipp Michael Schwinghammer



Der Glaube an die Seelenwanderung ist eng mit dem Verständnis einer Gleichberechtigung zwischen Mensch und Tier verbunden. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der griechische Philosoph Pythagoras, als er im 6. Jhd. v. Chr. die Seelenwanderung als zentrales Element seiner philosophischen Weltanschauung aus Indien importierte, sich auch gleichzeitig für eine fleischlose Ernährung aussprach.
Seit diesem Zeitpunkt wurde der Vegetarismus zwar von vielen Philosophen der Antike praktiziert, aber nie wirklich von einer gesamten philosophischen Richtung als bestimmendes Element in ihre Lehre aufgenommen. Dies sollte sich ca. 500 Jahre nach Pythagoras ändern, als Quintus Sextius die nach ihm benannte Schule der Sextii gründete. Sextius, welcher zuvor von Cäsar überredet worden war, das politisch einflussreiche Senatorenamt zu übernehmen, lehnte dieses Angebot ab und widmete sich ausschließlich der Philosophie.
Wie uns der römische Schriftsteller Seneca berichtete, erkannte er nämlich, dass politische Erfolge jederzeit entrissen werden können und somit von unbeständiger Natur sind (Zitat: „intellegebat enim quod dari posset et eripi posse“). Zum intensiveren Studium begab er sich nach Athen und gründete die oben erwähnte philosophische Schule.
Seine bekanntesten Schüler waren neben seinem Sohn Quintus Sextius dem Jüngeren, der berühmte Arzt Aulus Cornelius Celsus, der Grammatiker Lucius Grassicius, der Rhetoriker Papirius Fabianus und der Philosoph Sotion, der spätere Lehrer Senecas. Hauptquelle zum Leben Sextius und seines Schaffens ist der Briefwechsel Senecas mit seinem Schüler Lucilius, die so genannten Epistulae morales ad Lucilium, in denen er Sextius als scharfsinnigen Mann, der zwar in griechischen Worten, aber nach römischer Sitte zu philosophieren pflegte, beschrieb (Zitat: „irum acrem Graecis verbis, Romanis moribus philosophante“). Inspiriert durch die pythagoreischen Lehren, bevorzugten die Sextii sowohl aus gesundheitlichen, als auch aus moralischen Gründen eine vegetarische Ernährung. Sextius sowie sein Schüler Sotion glaubten, dass dem Menschen genug an anderen Lebensmitteln neben „jenen des Blutes“ zur Verfügung stehen (Zitat:“homini satis alimentorum citra sanguinem esse credebat“), sodass der Genuss des Fleisches reiner Luxus und somit obsolet ist.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass vegetarische Ernährung schon damals als gegenüber dem Fleischverzehr gesünder angesehen wurde. Schließlich war der berühmteste Vertreter der antiken Medizin, Celsus, Schüler von Sextius und somit Befürworter der sextischen Weltanschauung. Sotion wiederum hat seinen Schüler Seneca im großen Maße in seinem philosophischen Schaffen beinflusst, was sich insbesondere in seinen Schriften bezüglich der Frage der Sklavenhaltung, der Zirkusspiele und der Tierquälerei widerspiegelt.
Über 100 Jahre bestand die Schule der Sextier und zersplitterte schließlich wieder. Ihr Grundgedanke blieb zwar in vielen Schriften späterer Philosophen, wie bei Plutarch und Porphyrios, bestehen, zu einer Neugründung einer solchen Institution, die als Gesamtes dem Vegetarismus zusprach, kam es jedoch nicht mehr.



Albert Schweitzer

1875 – 1965


Vor fünfzig Jahren ist Albert Schweitzer gestorben, in Lambarené in Gabun. Wo er sozusagen mitten im Urwald ein Krankenhaus gegründet hatte. Er war eine der Lichtgestalten des vergangenen Jahrhunderts, evangelischer Theologe, Organist und Musikwissenschaftler, Arzt, Philosoph, Pazifist ...
Schon seine Lebensgestaltung war außergewöhnlich. Aufgewachsen im kurz zuvor dem Deutschen Reich einverleibten doch Frankreich zugetanen Elsaß, in einem evangelischen Pfarrhaus im alemannisch  dörflichen Milieu, Gymnasium im nahen Mühlhausen, Theologie- und Philosophiestudium an der Straßburger Universität und kurz in Berlin, zugleich Orgel-Ausbildung,  Theologieprofessor und Prediger an evangelischen Kirchen. Soweit im konventionellen Rahmen. Doch dann: mit 30 Jahren Beginn eines Medizinstudiums, mit dem Ziel, als Missionsarzt nach Äquatorialafrika zu gehen, 1913 nach Gabun, Aufbau eines Krankenhauses jn Lambarené; zahlreiche theologische und philosophische Schriften und auch zu Musikthemen insbes. Johann Sebastian Bach. 1953 Friedensnobelpreis.
Schweitzer  war einer der ersten, die auch die Tiere ins philosophische Denken ließen. Zuvor galt weitgehend sein bekannter Ausspruch:
Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht hereinkomme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also haben religiöse und philosophische Denker darüber gewacht, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumliefen.
Seine „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“ fußt auf dem Satz, der Tatsache: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ 
Ein kleines Zitat:
„… Das denknotwendige Grundprinzip des Sittlichen bedeutet aber nicht nur Ordnung und Vertiefung der geltenden Anschauungen von Gut und Böse, sondern auch ihre Erweiterung.
Wahrhaft ethisch ist der Mensch nur wenn er der Nötigung gehorcht, allem Leben, dem er beistehen kann, zu helfen, und sich scheut, irgend etwas Lebendigem Schaden zu tun. Er fragt nicht, inwiefern dieses oder jenes Leben als wertvoll Anteilnahme verdient, und auch nicht, ob und inwieweit es noch empfindungsfähig ist.
Das Leben als solches ist heilig. Er reißt kein Blatt vom Baume ab, bricht keine Blume und hat acht, daß er kein Insekt zertritt. Wenn er im Sommer nachts bei der Lampe arbeitet, hält er lieber das Fenster geschlossen und atmet dumpfe Luft, als dass er Insekt um Insekt mit versengten Flügeln auf seinen Tisch fallen sieht.
Geht er nach dem Regen auf der Straße und erblickt den Regenwurm, der sich darauf verirrt hat, so bedenkt er, dass er in der Sonne vertrocknen muss, wenn er nicht rechtzeitig auf Erde kommt, in der er sich verkriechen kann, und befördert ihn von dem todbringenden Steinigen hinunter ins Gras. Kommt er an einem Insekt vorbei, das in einen Tümpel gefallen ist, so nimmt er sich die Zeit, ihm ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. ...“



 

Greenhouse

bereichert die Grazer Kaffeehaus-Szene. Und zu essen gibt es alles auch vegan



Am 24. Oktober 2015 war es soweit. In der Grazer Altstadtpassage öffnete das neue „Greenhouse“ seine Pforten. Ein Schlaraffenland für all jene, die sich nach einem Kaffeehaus sehnten, in dem man ausschließlich vegane Kuchen und Snacks bekommt.

 „Regionalität und Bio Zutaten, Wohlfühl-Atmosphäre und gesundes Essen, das ist uns wichtig“, erklärt Esmée Gilma, Geschäftsführerin des neuen Kaffeehauses „Greenhouse“ in der Herrengasse 7. Das Greenhouse, powered by Ginko, eines der ältesten vegetarisch-veganen Restaurants in Österreich, möchte die Gäste nicht nur mit gesundem, veganen Essen, sondern vor allem mit hochwertigen Kaffee überzeugen. Direct-trade aus Brasilien und El Salvador, eine eigene Hausmischung die von ausgezeichneten Barista kredenzt wird, soll neben den bereits stadtbekannten Kuchen und Torten aus frisch gemahlenem, regionalem Bio-Dinkel, den Gaumen verwöhnen.

Gesundheit aus Obst und Gemüse 

Im kühl-schicken skandinavischen Stil bieten sich 40 gemütliche Sitzmöglichkeiten. Die handgefertigten Designer-Fliesen sind ein echter Hingucker und verschaffen dem Besucher ein relaxtes Kaffeehaus-Feeling.
Im Kühlregal findet sich eine kleine, regionale Besonderheit aus Bio Zutaten – cold pressed juices. „Wir sind sehr stolz auf unsere 100% bio cold-pressed juices, die in einem besonders schonenden Verfahren gewonnen werden“, erzählt Gilma. Die hübschen Glasflaschen laden mit Namen wie „Roots“ (Rote Rübe, Karotte, Apfel, Ingwer) oder Zing (Gurke, Ananas, Grüner Apfel, Cayenne, Zitrone) zu einer Gesundheitskur zum Trinken ein. „Der enorme Druck der Presse löst die natürlichen Vitamine, Spurenelemente, Enzyme und Fruchtzucker vollständig und schonend aus dem Obst und Gemüse, es entstehen Säfte von höchster Qualität“, erklärt die Geschäftsführerin.

Regional trifft Bio

Auf der Speisekarte finden sich auf der pikanten Seite fünf Bowls, die mit Regionalität und einer großen Vielfalt an Bio Zutaten punkten. „Bowls sind eigentlich übersetzt – Schüsseln – in diesem Fall ein runder, tiefer Teller, der zahlreiche leckere Einzel-Komponenten zu einem geschmackvollen Gesamtgericht vereint“, weiß Esmée Gilma. Bei der „Lokal Bowl“ finden Buchweizensterz, marinierter Tofu, Rote Rüben, Kren, geschmorter Kürbis, Käferbohnenhummus,

Kürbiskern-pesto, saisonales Carpaccio und mixed Greens zusammen.
Außerdem gibt es täglich wechselnd eine Suppe, sowie einen preisgünstigen veganen Tagesteller.
Beginnen kann man im Greenhous allerdings schon mit einem Frühstück. Hier setzt das Team aus 8 Mitarbeiterinnen auf einen Breakfast Smoothie, eine Smoothie Bowl mit Beeren, Datteln, Superfood Chia und einem Topping aus frischen Früchten, eine Chia Bowl oder die etwas bodenständigere „Overnight Oats Bowl“, über Nacht eingeweichte, glutenfreie Haferflocken mit Sojajoghurt, frischen Früchten, Samen und Körnern. Das Konzept ist einfach: Gesundheit, Regionalität, Bio, direct trade und guter Geschmack in schwedischem Ambiente mit Wohlfühlcharakter.
Greenhouse by Ginko, Herrengasse 7/Altstadtpassage
Geschäftsführerin: Esmée Gilma
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 7 bis 19 Uhr
Sa 8 bis 19 Uhr
Frühstück gibt es bis 11.30 Uhr
Bowls von 11.30 bis 16 Uhr
Durchgehend gibt es Kaffee, Kuchen, cold pressed juices, smoothies und Sandwiches

 

Seite 10:


Äpfel und die Sauberkeit

Tratscht der Jäger mit der Obstbäuerin, die da  auf dem Produzentenmarkt Äpfel verkauft. Ihre Plantage liegt in seinem Revier. Kommt eine ältere Dame und fragt: Sind die Äpfel wohl nicht gespritzt? Aber nein, gnä Frau, Sie können unbesorgt sein, die sind garantiert ungespritzt. Beruhigt kauft die Kundin und geht. Sagt der Jäger zur Bäuerin: Warum lügen Sie die arme Frau so an. Ich hab heuer mitgezählt; 18mal haben Sie gespritzt. Mancherorts werden noch öfter Schädlingsbekämpfungsmittel angewandt. Unsere Bäuerin ist umweltbewusst. Sie spritzt nur, wenn es der genau beobachtete Schädlingsbefall wirklich erfordert.
Vor ein paar Wochen brachte ein unbedachtes Wort unseres Flüchtlingskoordinators Aufregung ins steirische Apfelland.  Die Gesundheitsbehörde hätte die Verteilung ungewaschener Äpfel an Flüchtlinge verboten. Die Früchte seien mit Schädlingsbekämpfungsmitteln belastet. Die Behörde dementierte. Die Landwirtschaftskammer postulierte sogleich, unsere Äpfel können ruhig auch ungewaschen gegessen werden. Aus dem Lager Spielfeld erfuhr man, die Lebensmittelaufsicht habe tatsächlich Bedenken geäußert, doch nach Vorlage einer Expertise, wonach der Genuss auch ungewaschener Äpfel unbedenklich sei, ihren Einwand zurückgezogen.
Äpfel und Obst überhaupt sind ein für Vegetarier wichtiges Lebensmittel, Der amerikanische Arzt Neal Barnard empfiehlt folgende (vegane) Nahrungszusammensetzung: Zu je einem Viertel Obst, Gemüse (grün, gelb,rot), Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. (Dazu noch Samen und Vitamin B12). Im Apfel sitzen  die Vitamine großteils im Schalenbereich.
Äpfel hängen viele Wochen an den Bäumen. Der Schmutz, den wir Menschen heutzutage ständig in die Luft blasen, fälltt meist auf die Erde zurück und sammelt sich so auch auf den Früchten. Schon deshalb empfiehlt es sich, das Obst, gut zu waschen, selbst wenn es nicht mit Chemikalien besprüht ist. Tatsächlich sind Äpfel in den Supermarktregalen unseres Wissens stets vorgewaschen. Da auf dem Wege ins und im Geschäft Verunreinigungen nicht gänzlich ausgeschlossen sind, kann Nachwaschen daheim nicht schaden.
Sicherheitshalber haben wir bei den Handelsketten Spar und Billa/Rewe   bezüglich der Genusstauglichkeit ungewaschener Äpfel rückgefragt. Spar schrieb uns:  Unsere Äpfel werden schon bei der Sortierung gewaschen und sind ohne Probleme mit der Schale zum Verzehr geeignet.
Rewe (Billa) ebenso, doch informierte uns der Konzern ausführlicher wie folgt (Auszug):
REWE (BILLA, MERKUR, PENNY, ADEG)  hat sich selbst das Ziel gesetzt, die Pestizidbelastung bei Obst und Gemüse in den Regalen  drastisch zu reduzieren. Pflanzenschutzmittel sind in der konventionellen Landwirtschaft notwendige Hilfsmittel, um die Ernte vor Schädlingen, Unkraut und Krankheiten zu schützen. Das hat aber nicht nur positive Auswirkungen, sondern kann sich vor allem bei zu großen Mengen auch negativ auswirken. Daher finanziert REWE seit 2002 die Entwicklung des PestizidReduktionsProgramm (PRP) durch die  Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Die Pestizid-Obergrenzen sind dabei strenger als die gesetzlich vorgegebenen Höchstgrenzen. Jede Woche wird das Obst- und Gemüsesortiment von GLOBAL 2000 stichprobenartig auf Rückstände untersucht, in Summe fanden somit im vergangenen Jahr 1.264 Proben statt. Das aufwändige Kontrollsystem lohnt sich, wie die kontinuierlichen Verringerungen von Rückständen auf Obst und Gemüse zeigen. Die Ergebnisse werden auf der Website von BILLA laufend veröffentlicht.
Auf der Suche nach alternativen im Pflanzenschutz  kann die konventionelle viel von der biologischen Landwirtschaft lernen – Bio-Bauern müssen innovativ sein, da ihnen streng verboten ist, chemisch-synthetische Spritzmittel und künstliche Dünger zu verwenden.

 

 

Seite 11 (Auszug):

Literatur:

Vegetarische Ernährung, ein wissenschaftliches Standardwerk der Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann und Markus Keller. Ulmer Vlg UTB, 3. Aufl. 2013, 380 S., 23 €
Vegetarismus - Grundlagen, Vorteile, Risiken, ebenfalls von Prof. Leitzmann verfasst, Verlag Beck München, 3.Auflage 2009, Taschenbuch, 125 Seiten, 7,90 €(D)
Dr.med.Sigrid Steeb, Vegetarisch. Gesund. Mit einem Geleitwort von Prof. Leitzmann – Alles über veg. Ernährung mit vielen Rezepten, Schlütersche Verlagsges. Hannover 2011, 188 S., ca. 20 €

formationen zur veganen Ernährung:
Irmela Erckenbrecht,
Probier’s vegan
Leitfaden zur veganen Ernährung mit großem Praxisteil, pala-verlag Darmstadt 2014, 16 €(D), geb., 220 Seiten,

 

Österreichische  Vegetarier Union
Einladung zur Generalversammlung
(Nur für Mitglieder)
Sa 26. März 2016, 14 Uhr in 8045 Graz, Rossegg 41
(aus organisatorischen Gründen Voranmeldung erbeten, oevu@vegetarier.at u.T.w.o.)
Tagesordnung:
Rechenschaftsbericht und Rechnungsabschluss, Mitgliedsbeitrag und Voranschlag, Wahlen in den Vorstand und der Rechnungsprüfer, Satzungsänderung, Allfälliges
Erwin Lauppert Vorsitzender. Michaela Schaller Schriftführer


Vegetarische Partner-Zeitschriften im Ausland:
VEBU Magazin
Vegetarier-Bund Deutschland e.V. (VEBU), Genthiner Straße 48, D-10785 Berlin, Tel.0049/ 30-200 50 799, Email info@vebu.de  www.vebu.de
Veg-Info, Vegi-Büro Schweiz,  Tel. 0041-71 477 33 77, neue Adresse: Niederfeldstrasse 92, CH-8408 Winterthur, www.swissveg.ch, info@swissveg.ch
Die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus hat sich in Swissveg umbenannt.

Veggie-Gastronomie:
Graz neu:
Café Grün 8010 Klosterwiesgasse 6, Imbiss vegan, auch Sonntag offen
Postgarage 8020 Rosselmühlpark:
auch Sonntag offen
Vegetarische Stammtische, Auskünfte: 
Wien: 1) Erwin Lengauer, T 0676-3572 671 2) email: tara777@gmx.net
Niederösterreich (West):
1)Mag. Gabriele Smetana,  0664/ 368 70 19
2)Michaela Haunold. Ernährungsberaterin, T 0676- 7195 220, www.glyx4you.co
Salzkammergut (Gmunden/Almtal)
Erich Lankmaier, 0676 – 390 111 9, e.lankmaier@gmx.at,
Uschi Mayer, ursula.mayer@gmx.at
www.vegi-treff.jimdo.com


Seite 12:
Info der Gesellschaft für humane Nutztierhatung,www. umsvieh.at.

Die Leute, die Profit machen, indem sie Tiere (und dasselbe gilt für Menschen) ausbeuten, brauchen nicht unsere Zustimmung,
sie brauchen unser Geld.

Peter Singer, australisch-amerikanischer Philosoph mit österreichischen Wurzeln

Appelle, Unterschriftslisten, Straßendemonstrationen beeindrucken sie nicht und dürfen sie in unserer kapitalistischen Wirtschaft gar nicht berühren. Einzig die Umsatzzahlen sind es, was für sie zählt, und es kann, wollen sie nicht untergehen, auch nichts anderes sein.
Wir Konsumenten haben es in der Hand. Wir haben die Macht. Gebrauchen wir sie!
Was die Ausbeutung von (Wirbel-)Tieren für die menschliche Ernährung betrifft, ist da die beste Lösung nichts Tierisches zu kaufen:

Beim Milchverzicht gibt es allerdings einen Haken. Solange nur eine Minderheit fleischfrei lebt, führt Milchabstinenz wenigstens in Österreich, wo Zweinutzungsrinder dominieren, im Ergebnis yu einem erheblichen Mehr an Tötungen anderer „Fleischtiere“ wie Schweinen und Geflügel. (Wir haben es in der anima wiederholt erläutert.)
Wenn Sie auf Milch oder Eier nicht verzichten wollen, wählen Sie möglichst tierfreundlich erzeugte Produkte, Es sind dies nach unseren Informationen vor allem:
die Milch/produkte

Bei Eiern: Bio-Freilandeier von Zweinutzungshennen. Es gibt sie unter folgender Markenbezeichnung bei:

Pelzkrägen? Nein danke! Am besten auch keine Webpelzkrägen!
Pelzmäntel werden zwar h3utzutagenvon den meisten Menschen abgelehnt, doch die Pelzindustrie versucht hintenherum über Krägen und Accessoires ihr Geschäft zu machen. Auch dafür müssen Tiere meist nach viel Leiden sterben. Webpelzkrägen tun zwar Tieren nicht weh, doch sind sie Mode, erleichtert es, Echtpelz zu unterjubeln. Warum sich zum Sklaven der Modezaren machen?


Seite 13:

Info der Gesellschaft für humane Nutztierhatung,www. umsvieh.at.

Lebensunwertes Leben?


Das NS-Regime hatte bekanntlich die nicht von ihm erfundene „Rassenhygiene“e auf die Spitze getrieben, bis zur Ausrottung geistig und manch anderer Behinderter. Erst steigender Unmut in der Bevölkerung und Widerstand einiger Mutiger veranlasste es zurückzuschalten.
In der Nutztierhaltung ist die Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ d.h. ökonomisch unrentablen Lebens gang und gäbe und hat durch die Industrialisierung der „Tierproduktion“ und  quälerische Hochzucht extrem zugenommen. Man tötet, was man von vorneherein nicht braucht und das, was nicht mehr genug Geld abwirft.
Quantitativ an der Spitze „lebensunwerten Lebens“ steht da die Ausmerzung der männlichen Brüder der Legehennen, wenige Tage nach der Geburt. Etwa sieben bis acht Millionen sind es jährlich allein in Österreich. Ein Lichtblick: Seit einem halben Jahr sind wie berichtet Eier von Zweinutzungshühnern am Markt. Die männlichen Tiere dürfen hier etwa doppelt so lang leben wie die „üblichen Brathähnchen“, nämlich rund drei Monate und das in um vieles besserer Haltung.
Die Fruchtbarkeit der Schweine wurde hochgetrieben. Sie müssen häufig mehr Ferkel gebären als sie aufziehen können. Der Überschuss wird umgebracht oder man lässt ihn verrecken.
Besonders tragisch ist das Schicksal vieler männlicher Kälbchen auf Hochstleistung getrimmten Milchrassen. Weil sich die Mast nicht lohnt, werden sie manchmal bereits gleich umgebracht oder in quälerischer Reise in andere Länder zur Schnellmast verfrachtet. Wir berichteten. So viel zur unmittelbaren Tötung.
Ein zweiter Punkt ist die kurz bemessen e Lebensdauer: „Masthähnchen“, Schweine werden als Kinder getötet und aufgegessen, Milchkühe müssen im Schnitt nach etwa drei Laktationsperioden sterben, Legehühner fast ausnahmslos nach  dem ersten Legejahr. Gerade das wäre nicht unabwendbar. Als wir vor drei Jahrzehnten das Freilandei wieder in die Geschäfte brachten, hatten wir noch Betriebe, die ihre Henne noch zwei Jahre hielten. Auswechseln der Hennen im Zweijahrestakt würde die Tötungen um Millionen verringern.
Ein weiterer Übelstand ist die Trennung der Kälber von ihren Müttern kurz nach der Geburt, ob bei Milch- oder Zweinutzungsrassen; wir haben es wiederholt aufgezeigt. Auch hier wäre es, etwas teurer, .anders möglich. Etliche Betriebe beweisen es bereits und praktizieren mit Erfolg „muttergebundene Kälberhaltung mit langlebigeren nicht so hochgezüchteten Kühen.
.Es gibt genug Tierfreunde, die nicht vegan leben wollen, doch  bereit sind für solche Milch und Eier  aus besserer Haltung mehr zu zahlen. Die Nachfrage wäre also da, das Angebot fehlt.
Da müssen halt wir Konsumenten aktiv und lästig werden: stetes Nachfragen bei Filialleitern und den Zentralen der Lebensmittelketten, in BioLäden. bei Bio-Bauernverbänden etc.


Die Tierschutz-Forderung: 
Eier von robusten Zweinutzungshennen,
die zwei Jahre (Legeperioden) leben dürfen

Milch aus Betrieben mit muttergebundener Kälberhaltung in die Geschäfte!


 

Seite 14_

Gatterjagd und andere Massaker


Einbrecher oder Tierschützer jagen?
Großeinsatz der Polizei, zwanzig Fahrzeuge oder mehr, vierzig Mann/Frau im Einsatz. Wo? Im hintersten Burgenland, fernab aller Flüchtlingsströme. Eine logistische Großleis­tung bei dem Personalmangel, der ange­spannten Situation an den Grenzen, die dort massive Konzentration der Sicherheitskräfte erfordert.
Wozu die Armada im letzten Winkel des öst­lichsten Bundeslandes? Es galt das Jagdtrei­ben der Waidmänner und Waidfrauen im Wildpark des Grafen Mensdorff-Pouilly vor den Blicken (und Kameras ) einer Gruppe von VgT-Aktivisten zu verbergen. Ein Akt mütterlicher Fürsorge unserer Innenministe­rin, täte doch der Anblick ganz und halb ge­metzelter Tiere den Tierfreunden im Herzen weh.
Wir werden ja schließlich auch von den Schlachthöfen ferngehalten, weil es da wie kürzlich in den Medien zu lesen und zu se­hen, häufig zu hässlich zugeht. Hässlich, weil es sonst kein so billiges Fleisch gäbe. Leider für viele ein plausibler Grund. Leider. Auch wenn männliche Kälber, Küken massa­kriert werden, nennt man uns so einen plausi­blen Grund: Den Konsumenten Geld sparen helfen.
Bomben auf Mensch und Tier
Ja, es gibt viele Massaker auf unserer schö­nen Welt. Unter Tier und Mensch. Letztere können wir in einer Tierrechtszeitung nicht ganz beiseite lassen, weil sie fast regelmäßig auch Tiere mit voller Wucht treffen, einst und jetzt. Immer behaupten die Täter triftige Gründe. Ob, um den uns sehr nahe gekomme­nen syrischen Bürgerkrieg zu nennen, die Re­gierung von Aufständischen eroberte Städte und die USA die IS bombardieren, ob Frei­heitskämpfer Raketen auf Damaskus schie­ßen, ob Widerstandskämpfer die Christen vertreiben, ehe sie selbst vertrieben werden, usw., Tiere sind fast immer auch Opfer. Nur bleiben sie im Dunkel. Allerdings, häufig ver­hüllt man uns nicht minder die Grauslichkei­ten des Menschenmordens. Wenn alle paar Jahre Ter­roristen, die die Gegenseite Freiheitskämpfer nennt, im Westen Anschläge verüben (z.B. 1981 Wien u.a. Ermordung des Stadtrats Heinz Nittel), sieht das hier jedermann und Trauer, Empörung und Wut sind groß. Die hundertmal zahlreicheren Opfer der diversen Landnahmen, Interventionen und Eingriffe des Westens im Nahen und Mittleren Osten bleiben uns eher verborgen. Wut und Trauer ­überlassen wir den Dortigen .Als nach der Eroberung oder Befreiung des Irak durch die USA die amerikanische Luftwaffe Angriffe gegen Aufständische flog, unter so niedlichen Bezeichnungen wie „Hammerschlag“ oder „Wü­tendes Feuer“, gab eine unserer Zeitungen der Leserschaft das Gesamtgewicht der über den rebellierenden Städten abgeworfenen Bom­ben bekannt. Den Hinweis, seine Zeitung gewänne an Informationswert, stünde die Zahl der dabei getöteten Kinder ebenfalls im Blatt, quittierte der Chefredakteur mit der Be­merkung, er werde die Sache mit seinem Außenpolitikleiter besprechen. Das war's dann. Nach toten Tieren hatte ich e gar nicht erst gefragt. Deren Zahl hätte so niemand gewusst..
Seit bald eineinhalb Jahren fliegen die Alli­ierten unermüdlich Bombenangriffe gegen die Trup­pen des mörderischen Islamischen Staats. Würden ihre Sprengwaffen nur IS-Kämpfer töten und sonst niemanden, dürfte es eigent­lich keinen IS mehr geben.

In einem deutschen Spielfilm um Falludscha sagt ein Bewohner: Vor der (bombenrei­chen) Befreiung zählte die Stadt 300.000 Ein­wohner, darunter 500 Jihadisten, jetzt 150.000, darunter 150.000 Jihadisten. Nun die Alliierten haben sicher ihre plausiblen Gründe für ihre Handlungsweise.
Zurück zur Jagd auf Tiere. Die Treibjagd ge­fällt uns nicht. In einer bäuerlichen Mangel­wirtschaft machte sie Sinn. So wie im Herbst die Feldfrüchte eingebracht wurde, erntete man auch die in Feld und Flur ansehnlich ge­wordenen Wildtiere; in der Mehrzahl hätten sie den Winter nicht überlebt.

Zahme Vögel beschießen – Perversion pur
Für all das, was wir bis jetzt so an Massakern aufgezählt haben, gibt es mehr oder minder nachvollziehbare Begründungen. Wenn je­doch wie kolportiert Tausende von Fasanen herangezüchtet werden, nur um die halbzah­men Vögel sogleich nach ihrer Freilassung im Wild­park mit mehr oder weniger Ge­schick abzuschießen und dann zu entsorgen, versagt die Suche nach Rechtfertigung. Ei­nem normal empfindenden Menschen fällt dazu nur das Wort pervers ein. Wie jemand Vergnügen daran finden kann, auf in Scharen vorbei getriebene Vierfüßler zu schießen, werden auch nur wenige begreifen. Immer­hin, das dient letztlich der Fleischgewin­nung so wie in den sehr zahlreichen reinen Fleischproduktionsgattern.


Wildgatter, auch Wildpark oder Tierpark oder -garten genannt, haben lange Tradition. So vor einem Vierteljahrtausend, als sich das „gemeine Volk“ aber auch höhere Kreise noch an Tier­hetzen ergötzte, Hunde auf einen Ochsen het­zten und dergleichen, delektierten sich viele Angehörige des Hochadels an Abschussorgi­en in Tiergärten voller Wild. Daneben gab es auch weiträumige Tierparks mit erheblich mehr Wild als in der freien Natur, sodass die Jagd zwar nicht ganz mühefrei, doch der Jagder­folg gesichert war. Manch Erzherzog kam auch ohne Gatter in freier Natur auf seine mas­senmörderische Rechnung: In tagelanger Mühe trieben zahllose Helfer das Wild dem Hochgeborenen zu, der von einigen Büchsen­spannern bedient schoss und schoss; hundert oder mehr der armen Geschöpfe. Diese Zeiten sind vorbei. Tiertöten aus Vergnügen lehnt heute Gott sei Dank die große Mehrheit der Bevölkerung ab und begrüßt Protestaktionen.
Die Gatterjagd auf Hirsch und Wildschwein hat aber noch eine andere Seite. Das Jagdgat­ter, der Wildpark des Grafen ist 2 km² groß, dazu gibt es noch Zuchtgatter, eines mit 2, ei­nes 5 ha. Das Wildgatter der Gemeinde Wien, der Lainzer Tiergarten misst über 20 km². Auf den Quadratkilometer kommen vielleicht ein paar hundert Tiere. Dagegen lässt unser Tier­schutzgesetz umgerechnet ein oder zwei Mil­lionen Hausschweine auf einem Quadratkilo­meter vegetieren.


Wildschwein- oder Hausschweinleben?
Auch wenn man Wildtieren mehr Bewe­gungsfreude als Haustieren zubilligt, ehrlich gesagt, ich würde als Schwein welcher Rasse auch immer den Wildpark dem Massenstall vorziehen. Der Tod im Park ist alles in allem meist weniger qualvoll als Transport in und Sterben im Schlachthof. Wenn es kein Fleisch aus Wildparks mehr gibt, werden die Leute Schlachthof-Fleisch essen. D.h. Mastschweine müssten leiden und sterben. Ist der Kampf ge­gen Wildparks sinnvoll, dient er insgesamt ge­sehen der Tierwelt? Zwei Millionen Haus­schweine auf einem Quadratkilometer zusam­mengepfercht warten auf die Freiheit.


Erwin Lauppert

Seite 15:

Halal-F leisch

Welches Fleisch nach muslimischen Vor­schriften halal, d.h. Muslimen erlaubt ist, wird von islamischen Autoritäten nicht ein­heitlich beantwortet. Die vorherrschende Rechtsmeinung besagt, dass nur Fleisch ge­schächteter Tiere halal lsl, nach einer anderen genügt die Anrufung Allahs bzw. das Spre­chen von Gebeten während der mit vorherge­hender Betäubung durchgeführten Schlach­tung. Tatsächlich wird solches nicht ge­schächtetes Fleisch in Österreich seit vielen Jahren von einer muslimischen Gruppierung als halal zertifiziert und solches Fleisch auch anstandslos in arabische Länder exportiert. Um solches nicht geschächtetes Fleisch handelte es sich auch bei den kürzlich von der Fa. Spar in einigen Filialen feilgebotenen Fleischsorten. Während spar nach Protesten den Verkauf stoppte, wird solches Fleisch in etlichen Merkur/Billa -Filialen seit langem verkauft.

 

eite 16:

Schächten

Von europäischen Grauslichkeiten nun zu ori­entalischen – der Weitblick unserer Regierung bringt ja immer mehr Orient ins Land. Ein altes Thema ist da das Schächten. In Jahrzehnten, ja einem Jahrhundert (vgl. Rosegger, Erbar­men) langem Bemühen ist es heimischen Tier­freunden gelungen, das Schlachte humaner zu machen – wenngleich wie bekannt jüngste Be­obachtungen Rückschritte zeigen. Sie, die Tier­freunde, wehren sich selbstverständlich heftig gegen Bestrebungen, unter dem Vorwand der Religionsfreiheit wieder das Mittelalter einzulassen, mögen sie Leute, denen Tierqual gleichgültig ist, dafür auch ins rechte Eck drängen wollen. Ein häufiger Klagepunkt ist da das islamische Opferfest, bei dem von vorgeblich Gläubigen häufig auch islamisches Gebot ver­letzt wird, wie nachstehende Wehklage zeig

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Nachdem gestern viele Kinder aufgrund des is­lamischen Opferfestes im Unterricht fehlten, sah ich heute in deren teils sehr verstörte Kin­dergesichter. Der Grund dafür ließ nicht lange auf sich warten, denn die meisten Kinder woll­ten unbedingt über die für sie schockierenden Ereignisse vom Vortag sprechen. Aussagen wie "Das Opferfest war total schrecklich" oder "Die Ziege hat ganz laut geschrieh, als wir ihr den Kopf abgeschnitten haben" ließen so­gar mich zusammenzucken (und ich bin doch einiges gewohnt).
Der Höhepunkt der Abscheulichkeiten war aber erreicht, als mir ein 11-jähriger Bursche erzählte, dass sein Vater, nachdem er einem Schaf die Augen verbunden hatte, ihm das Schlachtmesser in die Hände gedrückt hatte und er zustechen musste. Schwer verwundet riss sich das Tier los und rannte mit verbunde­nen Augen durch die Halle bis es schließlich wieder eingefangen und getötet wurde. Mein Schüler und die bei der Schlachtung Anwesen­den fanden das übrigens lustig. 
Auf meine Frage warum er sowas gemacht hat, antwortete er mir: "Gott will es so und mein Vater auch"!
Da auch ein Lehrer eine Meinung haben darf, sagte ich ihm die meine dazu und wechselte rasch das Thema, da ich, aufgrund meiner Betroffenheit, sonst wahrscheinlich nicht weiter unterrichten hätte können.
Ich frage mich nun aber schon: Wo lebe ich?!?! Wieso dürfen in Österreich Kinder Tiere abstechen?! Gilt für diese Tiere absolut kein Tierschutzgesetz?! Und gilt für diese Kinder, die durch religiöse Gehirnwäsche zu so etwas genötigt werden, kein Jugendschutzgesetz?
Was ist da los?! Vielleicht kann mich jemand aufklären??? Ich möchte keine religiöse und schon gar keine Migranten-Diskussion lostreten. Ich wüsste nur gerne, ob geltende Gesetze von Religionsgemeinschaften einfach ausgehebelt werden können?

Hier wurde nicht nur islamisches Gebot (ein einziger rascher durchgehender Schnitt mit haarscharfer Klinge) gröblich ver­letzt, auch österreichisches Recht wurde gebrochen. Das Gesundheit(- und Tierschutz)ministerium auf den Vorfall angesprochen versichert uns, die Bestimmungen des Tierschutzgesetze 2005 (§ 32 Abs. 3 bis 5; Schächten nur in bewillig­ten Schlachtstätten unter sofortiger nachträgli­cher Betäubung) sind nach wie vor gültig und durch die EU-Schlachtverordnung 2009 nicht aufgehoben. Übrigens ließe selbst diese rituelles Schächten nur in Schlachthöfen zu.
Es mangelt also nicht an Gesetzen sondern an Kontrollen so wie beim „christlichen“ Schlachten. Über­wachung privaten Schächtens wäre sicher schwierig, welches Kontrollorgan traut sich schon in die muslimisch gewordenen Stadt­viertel – Überwachung heimischer Schlachthö­fe allerdings kein Problem, wenn die Obrigkeit nur wollte,



Der Prophet hat doch gesagt, man kommt in die Hölle, wenn man eine Katze misshandelt.
Ein Bauer im Nildelta bei der Beerdigung seines Nachbarn, Opfers der Pariser Anschläge. ORF 2 ZIB 2 23.11.2015

 

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Bücher

Barbara Rütting
Durchs Leben getobt – Autobiographie
Herbig Verlag München 2015, ca, 30 €
geb. 400 Seiten, F ca. 23 x 15 cm
Barbara Rütting bedarf keiner Vorstellung. Sie ist der Allgemeinheit und besonders natürlich der Gemeinde der Tierfreunde bekannt durch ihr engagiertes Eintreten für Vegetarismus, gegen Tierversuche, ganz einfach für Tiere und nicht nur Tiere. Und durch ihre vielen Bücher. Als Schauspielerin zu Ruhm gekommen zählt sie zu den wenigen, die diesen Ruhm einsetzten und dann beiseite ließen, um sich voll der Hilfe für die Leidenden zu widmen.
Nun, im hohen Alter von fast 88 Jahren hat sie ihre Memoiren vorgelegt, sich nicht gescheut manch Privates aus ihrem Leben öffentlich zu machen und uns so das eine oder andere Unverstandene uns verständlich zu machen.
Einfach unkompliziert, ohne sich in tiefsinnige philosophisch-psychologische  Welt-und-Mensch-Erklärungsversuche zu verstricken erzählt sie ihr so reiches vielfältiges Leben mit Höhen und Tiefen in Episoden, Anekdoten, vom Hitler-gläubigen Jungmädel zum desillusionierten Schickimicki-Milieu, erfolgreiche Schauspielerin, Herzenswirren …. Sie erzählt uns, wie sie ihr Leben änderte, wie sie Vegetarierin wurde – es war im Landleben, der unmittelbare Anblick der Verwandlung eines quicklebendigen Tiers in einen einen kümmerlichen kleinen Leichnam und einen Braten; eine Erfahrung,  die man den heutigen Supermarktkäufern verwehrt – sie können so in realitätsferner Gedankenlosigkeit unbeschwert konsumieren. Wir erfahrenen wie sie zu einer leidenschaftlichen Tierversuchsgegnerin wurde und vieles mehr über



ihre vielen Aktivitäten, sagen wir es ruhig, zur Weltverbesserung. Auch eher Befremdliches wie die Rücklegung des bayrischen Landtagsmandats wird begreiflich.  Versäumen Sie nicht, das Buch zu lesen.

Kurt Kotrschal
Einfach beste Freunde
Warum Menschen und Tiere einander
verstehen
Brandstätter Verlag Wien 2014, 22,50 €
geb. 224 Seiten, F 22 x 14 cm
Warum können Menschen mit Tieren, wenigstens mit einigen Tierarten? Warum holt sich ein Mensch vom Land in die Stadt gezogen, sozusagen der Natur entflohen, schnell wieder einen Hund, eine Katze oder einen Vogel in die Wohnung? Warum zieht es kleine Kinder so zu Tieren, in Fleisch und Blut, Plüsch oder im Bilderbuch?
Kurt Kotrschal ist Professor am Departement für Verhaltensbiologie, Universität Wien und u.a. Leiter der Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau im Almtal. Eines seiner Forschungsgebiete waren die Wölfe. Sein Buch Wolf, Hund Mensch wurde als Wissenschaftsbuch des Jahres 2013 ausgezeichnet. Kotrschal ist als Kolumnist einer Tageszeitung aund aus Fernsehauftritten, bekannt.
In seinem hier vorgestellten jüngsten Buch beantwortet er die eingangs gestellten Fragen und manche mehr aus der Mensch-Tier-Beziehung, leicht fasslich aus den Erkenntnissen eigener und anderer Forschungen den einschlägigen  Wissenschaftszweigen zu  Stammesgeschichte, Verhalten, Gehirn. Der Titel des Werkes „und andere Tiere“ ist zwar seit Darwin nichts Neues aber doch richtungsweisend. Eine gewinnbringende Lektüre für jeden, der sich für dieses Thema interessiert.

Bernhard F.Taureck
Manifest des veganen Humanismus
Wilhelm Fink Verlag 2015, ca. 15 €
brosch. 124 Seiten, Format ca. 19 x 12 cm
Taureck ist Philosoph, Universitätsprofessor. Da die erbetene Rezension eines Fachphilosophen noch aussteht,  können wir das  kleine Werk erst in der nächsten Nummer besprechen.

 

Ariane Ferrari -Klaus Petrus (Hg)
Lexikon der Mensch-Tier-Beziehungen
transcript Verlag Bielefeld 2015, ca. 30 €
brosch, 482 S., F. ca. 24 x 15 cm
Ein wertvolles Buch, hilfreich für alle, die sich mit Tierrechtsthemen tiefer befassen. Die Herausgeber sind schon lange einschlägig tätig. (In der anima hatten wir Ferrari. Genmaus und Co,  1/2008, Petrus Tierrechtsbewegung 2/2013 vorgestellt).
 Sie haben hier 19 Autoren mit 42 Beiträgen versammelt Mitgearbeitet haben (laut Vorwort) 90 Autoren aus über 20 Fachgebieten – das Spektrum reicht von der Philosophie über die Religionswissenschaften bis hin zur Zoomusikologie. 1987 hatte Gotthart M. Teutsch sein Lexikon der Tierschutzethik mit etwas mehr, doch kürzer gefassten Stichworten, abgeklärt, um Neutralität bemüht. . Seither sind die Human-Animal-Studies (das Wort gab es damals noch nicht) zu einem eigenen Wissenschaftszweig geworden, die orden die Publikationen zu einer Flut.
Zeit für ein neues Lexikon; verschiedene zwischenzeitige Zusammenstellungen haben mehr Anthologie- Charakter. Mit im Schnitt drei, vier Seiten sind die Texte länger als bei Nachschlagewerken üblich, doch ist so noch
rasche doch fundiertere Information möglich. Im AHS gibt es Richtungen, eine auf wissenschaftliche Neutralität bedacht, die andere vom Feuer der Empörung über Tierausbeutung getragen tendenziöser. Für letztere ist das Stichwort „Jagd“ ein Beispiel, für jene der Beitrag „Ei“. Hier fiel uns übrigens ein kleiner Fehler auf.
Die Behauptung, dass die Hennen-Freilandhaltung  aus ökologischen Gründen nicht als Modell für die ganze Eierindustrie gelten könnte, ist schlicht unrichtig. Hier ist die Verfasserin wohl der Propaganda der Hühnerbarone aufgesessen. Ob der eine oder andere Text zu Kontroversen Anlass gibt, ble ibt Fachwissenschaftlern überlassen; es ändert nichts am Wert des Werks.

Ruediger Dahlke
Veganize your Life
Das große Buch des veganen Lebens
1000 Fakten zu Peace Food
Riemann Verlag München 2015, ca. 20 €
geb. 368 Seiten, Format  22 x 15 cm
Ein voll Begeisterung vorgetragenes Plädoyer für einen veganen Lebensstil Der durch zahlreiche Vorträge und Bücher bekannte Alternativarzt und Lebensreformer, seit einigen Jahren in der Südweststeiermark ansässig, vertieft mit diesem Buch seine bereits in Peace Food (anima 4/2013) und dargelegten Thesen.
Im neuen gemeinsam mit Renato Pichler, langjähriger Obmann der Schweizer Gesellschaft für Vegetarismus, jetzt Swissveg geschriebenen Werk erfahren Sie viele Fakten zu, Thema Ernährung überhaupt und finden eingehende Anleitungen nicht nur zum veganen Essen, nein überhaupt zu einem gesunden veganen Lebensstil zur Gesundung und Bewahrung der Vitalität von  von Körper und Seele.

Peter Wohlleben
Menschenspuren im Wald
Ein Waldführer der besonderen Art
erkennen – verstehen – einmischen
pala-verlag Damstadt 2015, ca. 18 €
geb, 16o Seiten, F 23 x 16 cm
Im vergangenen Frühjahr durften wir Ihnen „Die Gefühle der Tiere“ aus der Feder Wohllebens. Vorstelen. Nin hat der Autor mit „Menschenspuren ...“ der ansehnlichen Reihe seiner Veröffentlichungen zum Thema bäume und Wald eine weitere beigefügt. Wohlleben ist gelernter Forstingenieur und entschiedener Verfechter einer behutsamen naturtnahen Waldbewirtschaftung.. Das Thema liegt etwas abseits einer Veggie- und Tierrechtszeitung oder auch nicht, bedenkt man dass die Vegetarierbewegung einst zutiefst verwoben war mit einem gesunden Lebenstil– hinaus aus grauenStädten in die Natur.. Das Buch ist teils Anklageschrift gegen die vorherschende auf schnelllen Gewinn ausgerichtete längerfristig gesehen waldschädigende machinenintensive  Waldausbeutung, gegen Pflanzung standortwidrigerBaumarten; und auch gegen Jäger: Die Hege extrem überhöhter Wildbestände ist vielen Forstwirten ein Dorn im Auge – „Die Jagt gleicht in Mitteleuropa in weiten Teilen einer Viehhaltung im Wald.“Primär aber ist das Buch  ein lehrreicher Ratgeber für alle, die im Wald Erholkung suchen, Unsere Wälder sind schon lang keine Naturwälder mehr, es sind vom Menschen geschaffene Kulturwälder. Wir erfahren über Waldabewirtschaftung, insbesondere aber sagt uns der reich bebilderte Band, was es alles von Menschenhand Geshaffense im Wald gibt und warum, und iwte wir uns verhalten sollten. Wussten Sie z.B. dass es bedenklich sein kann,  auf am Wegesrand geschichteten Stämmen auszuruhen? Sie könnten  mit Giftstoffen gegen den Schädlingsbefall behandelt sein.
Für alle, die gern in den Wald gehen, ein empfehlenswertes Buch.
Attila Hildmann
VEGAN FOR STARTERS
Die einfachsten und beliebtesten Rezepte
Aus 4 Kochbüchern
Becker Joest Volk Verlag, 2015ca.10,50 €
125 Seiten, Format 25 x 20 cm
Wer sich für vegane Ernährung interessiert, kommt seit Jahren an Attila Hildmann nicht vorbei. Zahlreiche TV-Auftritte, bei denen er für die zahlreichen Vorzüge der veganen Ernährungsweise schlüssig zu argumentieren weiß, und Kochmatches gegen fleischkochende Sterneköche, die vielfach für ihn ausgingen, haben ihn zum Kultveganer gemacht.
„Vegan vor Starters“ bietet für Menschen, die mit der veganen Küche noch nicht so vertraut sind viele  interessante und wissenswerte Informationen, warum die rein pflanzliche Küche Vorteile für unsere Gesundheit, die Figur, das Gewissen, die Tiere, das Klima und die Umwelt hat. Ebenso wenig fehlen Erläuterungen zu veganen Alternativen, Wissenswertes zu Antioxidantien und den Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen und unserer Ernährung.
„Vegan vor Starters“ enthält 48 ausgewählte Rezepte aus 4 Büchern und umfasst Frühstücksideen, Snacks und Drinks, richtige Sattmacher sowie süße Belohnungen. Um den Schwierigkeitsgrad der Rezepte zu bewältigen, muss man keinesfalls ein Kochprofi sein.
Neugierig auf Tofu-Rührei, Pasta Carbonara, rote Bratkartoffeln, Kürbispommes oder Reis-Schoko-Vierecke? Na, dann los, es werden auch Nichtveganer begeistert sein.
Freude beim Kochen und Genießen wünscht Ihnen
Ihre
Michaela Schaller

 

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Notizen

 

Meinungsterror?


Der bekannte Tierrechtsphilosoph Helmut F. Kaplan hielt im November über Einladung an der Universität Münster einen Vortrag zum Thema „Ist Fleischessen Privatsache?“ Unter Polizeischutz, Einige Krakeeler hatten versucht, den Philosophen in nazistischer Manier mundtot zu machen. Der Grund: Kaplans seinerzeitige Befürwortung des KZ-und Holocaust-Vergleichs, der gar nicht Gegenstand des Vortrags war..Der Vorfall in Münster wäre nicht der Erwähnung wert, läge darin nicht System. Ältere erinnern sich noch der Hetzkampagne gegen den australisch-amerikanischen Philosophen mit österreichischen Wurzeln, indirektes Naziopfer, Peter Singer, dem man in Deutschland das Reden verbieten wollte. Aktuell ist immer noch der Fall des Schweizer VgT-Präsidenten Erwin Kessler.
Es gibt einen menschenrechtlich und demokratiepolitisch bedenklichen Trend: Leute, die demokratisch nicht legitimiert sind, glauben bestimmen zu können, was politisch korrekt ist, was gesagt werden darf. Sie maßen sich sogar an zu bestimmen, wer im Parlament sitzen darf, obwohl man eigentlich glauben sollte, dies sei Sache der Bevölkerung.
Viktor Frankl sprach noch  von zwei Menschenrassen, den Unanständigen und den Anständigen; ,zu letzteren zählte er auch, ohne damals politischer Inkorrektheit geziehen zu werden, einen KZ-Kommandanten. Grzimeks Wortschöpfung KZ-Hühner (der Begriff Holocaust war  noch fremd, erregte die Hühnerbarone, nicht überlebende KZler und die Israelitische Kultusgemeinde. Auch der Abriss der einzigen (freistehenden) Synagoge, die die Nazis nicht zerstört hatten, in den 70er-Jahren verlief protestlos. Später kam es zu einer immer stärkeren Fokussierung der Verbrechen des Hitler-Regimes auf den Judenmord allein. Dass Hitler viele, viele Millionen andere auf dem Gewissen hat, geriet fast in Vergessenheit. Der Hinweis, dass er namentlich Russen als Untermenschen ansah, „wie Vieh“ behandelte und in seinem Vernichtungskrieg millionenfach krepieren ließ, muss erlaubt sein ebenso wie der Hinweis auf andere Völkermorde einst und jetzt, auf massenhafte Verbrechen gegen Mensch und auch gegen Tier. Unlängst gab es wie bekannt zwei IS-Anschläge, einen mit rund 130 Toten gegen Franzosen, einen mit doppelt so viel Opfern gegen Russen. Der in Paris fand überwältigendes Medienecho, der andere kaum. Fast scheint es, in nicht wenigen Köpfen sind Russen immer noch Menschen zweiter Klasse.
Zurück zum Holocaust vergleich. Ich gebrauche ihn nicht. Anders die langjährige 2. Vorsitzende unserer Vereinigung, Prof. Herta Heger. Sie verteidigte ihn glühend, nicht weil sie ihre mütterliche Verwandtschaft, die zur Gänze von Hitler ermordet wurde, verächtlich machen wollte, sondern weil sie das massenweise Hinschlachten von Tieren nicht minder als grausames Verbrechen ansah: Der Vergleich ist nicht menschenverachtend, ihn zu verdammen ist tierverachtend. _Tieren zu helfen, war ihr Verpflichtung.
Erwin Lauppert

 

Polizeigewalt?

Kurz vor Redaktionsschluss melden sich Menschen erschüttert. Ein Video in sozialen Medien zeige eine Polizeiaktion, die sie als brutal empfinden. Ein junger Mann, der nichts getan habe, werde von Polizisten zu Boden geworfen, man kniet auf ihm. Eine Aussendung des VgT bringt Licht: Am 8.Dezember findet in Wien vor einem Pelzgeschäft eine angemeldete Antipelzdemonstration statt. Abgesprochen zwischen Kundgebungsleiter und Polizei. Sieben Demonstranten, sie rufen wie üblich Parolen, halten Transparente, verteilen Flugblätter. Plötzlich fährt ein Polizeiauto vor, zwei Polizeileute verlangen Ausweise. Wann Personalien festgestellt werden dürfen, ist im Gesetz aufge-

zählt. Die Teilnahme an einer genehmigten Demonstration zählt nicht dazu.
Das ist eine vernünftige rechtsstaatliche Regelung. Wenn, wer vom demokratischen Demonstrationsrecht Gebrauch macht, gewärtigen muss, von der Obrigkeit aufgeschrieben zu werden und auf einer schwarzen Liste zu landen, wird sich bald niemand mehr trauen zu demonstrieren.
Laut VgT-Darstellung weigerte sich ein junger Mann, der gesetzwidrigen Aufforderung seine Personalien anzugeben, Folge zu leisten, und wurde wie im Video dargestellt behandelt und , zur Polizei gebracht; ihm wurden zwangsweise DNA und Fingerabdrucke abgenommen. Er wurde wiewohl er schließlich eingeschüchtert seinen Namen nannte, in eine Gummizelle gesperrt und erst nach zehn stunden  um Halbdrei in der Früh ausgelassen.

Aus den Polizeiakten ging dann hervor: Die Intervention erfolgte im Auftrag der Frau Innenministerin, weil sich der Pelzhändler bei ihr beschwert hatte. Soweit der VgT.
Nun ist es verständlich, dass eine Demonstration vor einem Geschäft den Inhaber beschwert und man kann sie menschenrechtlich bedenklich finden. Die einfachste Kompromisslösung wäre es, Demonstrationen nur in einem gewissen Abstand zuzulassen.
Wir haben die Frau Innenministerin um Darstellung des Falles aus ihrer Sicht gebeten: Muss die Festnahme einer Person, die keinerlei aktiven Widerstand leistet, so brutal erfolgen? Früher waren gelindere Mittel üblich.

 

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Danke und Bitte

Danke unseren Leserinnen und
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Genderliches:

Liebe Leserinnen und Leser, es wird aufgefallen sein, dass wir das Binnen-In meiden Nicht aus ideologischen Gründen, einfach wegen der leichteren Lesbarkeit. Wir verwenden das nach altem Herkommen übliche Geschlecht für Männlein und Weiblein. Wir meinen daher, wenn wir von „Deutschen und Österreichern“ sprechen, bei beiden auch die Frauen, nicht nur bei den Deutschen, wo es sich sprachlich von selbst versteht. Ebenso bitten wir alle Gamsböcke und Gänseriche, sich mitbetroffen zu fühlen, wenn wir von Gämsen und Gänsen sprechen.

 

Was tun gegen den Klimawandel?
Weniger Fleisch essen!
Experte im Ö1-Interview 13.12.2015

 

Ein merkwürdiger Rechtsstaat:
Nur durch Gesetzesbruch zum Recht: Erst als Piraten gesetzwidrig in Schlachthäusern filmten, rafften sich die verantwortlichen Politiker auf, Missstände entgegen zu treten.

 

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