Inhalt Nr.3/2015

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Liebe Leserinnen und Leser,

wir stehen wohl alle unter dem Eindruck des Flüchtlingsstroms. Uns, deren Ressort die Tiere sind, drängen sich unweigerliche Vergleich auf, im „Management“ von Menschenelend und Tierelend.
Dass der syriche Bürgerkrieg zu um die zehn Millionen Füchtlingen geführt hat, die in tristesten Verhältnissen leben müsse, weiss man seit langem. Es hat kaum jemanden berührt ehe die Flüchtlinge vor unserer Tür standen. Ähnlich bei den Tieren. Das Elend in Versuchslabors, die situation der Nutztiere in den Massenställen ist allgemein bekannt. Doch es wird verdrängt. Nur wenn mutige verdeckte Ermittler ein bisschen Licht ins Dunkel bringen, wenn es plötzlich zu Seuchen kommt, reagiert die Öffentlichkeit für kurze Zeit, die Verkaufszahlen gehen für eine Woche zurück, dann herrscht wieder Grabesstille. Hoffen wir, dass die Öffentlichkeit sich wenigstens des Flüchtlingselends auf dieser Welt für etwas längere Zeit bewusst bleibt.

Ähnlich ist es mit den hehren Grundsätzen, zu denen sich der Westen bekennt. Beginnen wir bei den Tieren. Auf der ersten Seite des Tierschutzgesetzes steht solch ein hehrer Satz: „Ziel dieses Bundesgesetzes ist der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf.“ Wirklich ergreifend schön. Blättert man dann im Gesetzbuch weit nach hinten zu den Tierhaltungsverordnungen, wandelt sich der Text fast oder ganz in Richtung Tierqual.


Wie beim Menschenrecht auf Asyl, dem Recht der Verfolgten auf Schutz. Seine unumstößliche Geltung wird von unseren Staatslenkern unermüdlich bekräftigt. Dumm nur, dass viele viele Millionen darauf Anspruch hätten. In den Flüchtlingslagern in Afrika und Asien leben 30 oder sind es 60 Millionen Menschen. Daher gibt es die Praxis erheblich billiger analog den Tierhaltungsbestimmungen und erinnert ein bisschen an die aus der Oper bekannte Prinzessin Turandot:
Nur wer lebensbedrohende todesschwangere Prüfungen besteht, sprich nicht im Mittelmeer ersäuft, in Kastenwagen nicht erstickt, in mit Stacheldraht und messerscharfen Klingen bewehrten Zäunen nicht verblutet und außerdem genug Geld hat, um verbrecherische Schlepper zu engagieren, darf ins Land und Asyl rufen. Erst jetzt, wo der Strom zu sehr angeschwollen ist, funktioniert dieses Turandot-Prinzip nicht mehr so recht.


Unser Metier sind wie eingangs gesagt die Tiere. In Zeiten besonderer Menschennot haben auch sie es besonders schwer. Nicht nur dass sie massenweise aufgegessen werden – nach dem Weltkrieg gab es keine „Taubenplage“ und auch Hunde und Katzen mussten bewacht werden – es gilt in der herrschenden Meinung geradezu als obszön, etwas für Tiere zu tun. Dennoch die Bitte, bei aller Hilfe für Menschen auf die anderen Mitgeschöpfe nicht zu vergessen.


Was gibt es diesmal in der anima: Keine Probleme von allgemeiner Bedeutung, doch auch die sind für die Betroffenen groß. Wieder ein Versuch, gegenüber der Landwirschaftsbürokratie mit ihrem Brett vor dem Kopf Interesse für Marktnischen zu wecken, speziell für die „muttergebundene Kälberaufzucht“. Ein fast abseitiges Thema „Kuhglocken“, weiters sachliche Informationen zum Thema Jagd und in Märchenform zu Leben und Tod. Dazu ein Blick in die Kochbuchvergangenheit und wie immer Restaurants und gesunde Ernährung. Dann noch ein empfehlenswert informatives Buch „Die Wegwerfkuh“. Und natürlich erweisen wir zum Welttierschutztag dem Hlg. Franziskus von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere, unsere Reverenz.


Ihre anima-Redaktion

 

Seite 3:

Christine Beidl

Zum Welttierschutztag

Seite 4:

Vegetarische Gastronomie in Graz

Cofeba 8010 Goethestraße 42

 


 

 

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