Inhalt Nr.2/2012

 

Liebe Leserinnen und Leser


Worüber berichten wir diesmal? Vegetarier vor allem der strengen veganen Richtung müssen auf genügend Vitamin B12-Zufuhr achten. Da gibt es einmal etwas Erfreuliches, die „Erfindung“ der Vitamin B12-Zahnpasta. Die hilft nach den bisherigen Ergebnissen auch dann, wenn aus verschie-denen Gründen (siehe Seite 4) die B12-Aufnahme über den Magen nicht mehr geht. Das ist insbes. auch für ältere Nichtvegeta-rier interessant. Die Zahncreme verdanken wir übrigens einer Initiative des VEBU, des Deutschen Vegetarierbundes, der heuer voll jugendlichem Elan genau 120 Jahre alt wird. Wir gratulieren zum Jubiläum.


Die Wirksamkeitsuntersuchungen zeigten aber auch sehr Bedenkliches auf. Ein be-trächtlicher Teil vor allem der Veganer hat B12-Mangel, wenigstens nach heutigem Wissenschaftsstand. Der kann falsch sein, doch wegen der möglichen gravierenden negativen Mangelfolgen sollte man sich doch an ihn halten (s. S.3/4).


Auf ein zweites Thema weist uns das Rinderporträt auf dem Titelblatt. Die Kühe. Die können nicht hundert Jahre warten, bis die Welt vielleicht vegan geworden ist. Sie brauchen jetzt Hilfe. Nun haben wir da Probleme, es gibt unter den Konsumenten, sind wir überzeugt, nicht viele aber auch nicht wenige, die zwar nicht auf Milch ver-zichten wollen, aber bereit wären, für tierge-rechter gewonnene Milch erheblich mehr zu zahlen; doch es gibt keine. Kein neues Thema aber wichtig (S.5/6).


In einer dem alten Landleben entfremdeten Zeit, da manche die Kühe nur mehr für lila Schokolade halten, ist die Abhandlung über weinende Rinder (S.13/16) vielleicht hilf-reich, die Tiere besser zu verstehen.
Noch etwas Erfreuliches. Wir können wieder über eine neue vegetarische Gaststätte in Graz berichten, auch in Klagenfurt wird demnächst ein Lokal eröffnet.
Wie erschreckend weit die Massentierhal-tung gediehen ist, zeigt eine Meldung aus Chile (S.21). Und wer im Grünen wohnt, wo Gras wächst und nicht Hundefutter, warum nicht ein Schäflein als streichelweiches Heimtier? (S.22/23).
.
Liebe Leserinnen und Leser, wir wünschen Ihnen eine schöne Sommerzeit


Ihre anima-Redaktion

 

Aus dem Inhalt

Vitamin B12 Mängel ? 3

Löwen, Bären und keine Kühe 5
Milch aus tiergerechterer Haltung?
Fleischsiegel? 6

Und wieder ein Veggie-Lokal in Graz 7
Cafe Erde

Zur Vitamin B12 Zahnpasta 8

Vegetarische Informationen 9

Konsumenten-Info 10
der Ges. für humane Nutztierhaltung

Wenn Rinder weinen 13

8-hour-Kampagne 16, 23

Bücher 17
Friedl, Mitleid unangebracht – Goetschel, Tiere klagen an – Arvay, Der Große Bio Schmäh – Herzog, Wir streicheln und wir essen sie –Hack, Abul Abaz – Dass mir der Hund das Liebste ist – Kügler-Anger, Vegan grillen – Erckenbrecht, So schmeckt’s Kindern vegetarisch – Wilkesmann, Immer öfter vegetarisch – Vegetarischer Lokalführer Wien


Splitter 21
Chile: 450.000 Schweine vernichten
Menschen töten. Tiere töten
Polizeiübergriffe: Mücke und Elefant
Von der Ausschaltung eines Justizrebellen:
Halt’s Maul, sonst kommst ins KZ
Schafe: gequälte Nutztiere : Heimtiere
Hungersnot: Fremdwort Geburtenregelung

Gestapo und Cobra 24

Impressum 8

 

 

Seite 5- 6:

Löwen, Bären und keine Kühe

Die Österreicher haben ein Herz für Tiere, für manche wenigstens. Zahllose Tier-schutzvereine beweisen es. Da gibt es große und kleine, reiche (wenige), arme, sehr arme (viele). Wie in jeder großen Herde gibt es vielleicht auch das eine oder andere schwar-ze Schaf, groß oder klein, das mehr an seine Vorstandsmitglieder denkt als an Tiere. Es empfiehlt sich zu prüfen, ehe man spendet. Die meisten aber engagieren sich intensiv, in steter fleißiger mühevoller Kleinarbeit, viele ohne Aufsehen, einige lieben das Aufsehen und sonnen sich im Glanz eigener oder fremder Verdienste. Die ganze Palette menschlicher Charaktere findet sich auch im Tierschutz.

Die Arbeitsschwerpunkte spiegeln das weite Feld der Tierschutzprobleme wieder. Groß ist die Zahl derer, die sich um einzelne Tiere in Not kümmern, ob in Tierheimen oder privat; ein arbeits-und kostenintensives Ge-schäft, Tag für Tag ohne Pause, daher meist in Geldnot. Da haben es die Gruppen, die ohne den Ballast eines Asyls sich der Be-wussstseinsbildung widmen oder Kampagnen führen, leichter. Sie können die Aktivi-täten ihren finanziellen und personellen Möglichkeiten anpassen. Die Vielfalt der Tierwelt und ihre Nöte zeigen die mannig-fachen Vereinsziele. Fast jede Tierart findet ihren speziellen Protektor, ob Kaninchen, ob Papageien, ob Pferde und natürlich die liebsten Gefährten, Hunde und Katzen. Die weite Welt ist zu Gast, Resolutionen und Petitionen zeigen Missstände im Ausland auf und bedrängen dortige Entscheidungs-träger, Aktivisten versuchen an Ort und Stelle Leid zu lindern; von Grönland bis Mauretanien, von Kanada nach Südafrika; fast um den Erdball führen die Aktivitäten. Internationale Solidarität ist wichtig, Unterstützung der wenigen aktiven Tierfreunde in gegenüber Tieren gleichgültigen Ländern.

Manchmal scheint es allerdings, die Liebe zum Fernsten übertreffe die Liebe zum Nächsten, der Tod von Robbenkindern in Kanada berühre mehr als der von Rehkitzen in Österreich. 70.000 werden hier jedes Jahr zur Wildtandsregulierung geschossen, lauter herzige kleine Bambis. Bittet mich vor Jah-ren eine Dame auf einer Aktivistenkonferenz um eine Unterschrift gegen den Stierkampf. „Gern, gnädige Frau, doch unter uns gesagt, hätte ich die Wahl, wäre ich lieber ein spanischer Kampfstier als ein österrei-chischer Maststier.“ Darauf die Dame treu-herzig: „Ach geht es denen so schlecht?“ Hoffen wir, es hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass in unserer Viehhal-tung manches zum Himmel stinkt.
Wie gesagt, Tierfreunde kämpfen – jeder dort wo es ihm Herzensanliegen ist – zer-splittert an den verschiedensten Fronten, meist gegen übermächtige Gegner, häufig hoffungslos unterlegen und so ziemlich er-folglos.

Nun gib es Stimmen, die sagen, erfolg-versprechender wäre es, die Kräfte zu bün-deln und auf wenige doch erreichbare Ziele zu richten. Das mag sein. Doch cine Vielfalt sachlicher Interessen und menschlicher Charaktere unter einen Hut zu bringen, ist ein gar schwieriges Unterfangen. Der Ethiker Peter Singer erzählt davon aus Amerika in „Henry Spira und die Tierrechtsbewegung“ (Harald Fischer Verlag 2001; englisch „Ethics into action“ 1998). Manchmal kann es gelingen. Beispiele aus unserem Land: vor einem Vierteljahrhundert das Tierversuchsgesetz, dann 1996 das Tier-schutz-Volksbegehren, das 2004 ins Bun-des-Tierschutzgesetz mündete, und kürzlich das leider nur mäßig erfolgreiche Bemühen um Abschaffung der Schweine-Kastenstände.

Tierschutzvereine brauchen, um helfen zu können, natürlich Geld. Der Spendenmarkt ist hart umkämpft, große Vereine können sich professioneller psychologischer Hilfe bedienen: Wie rühre ich die Menschen, wie bringe ich sie zum Spenden. Namenloses Massenelend ist dazu ein weniger geeignetes Mittel. Man kann – sagt der frühere Zürcher Tieranwalt Antoine F. Goetschel in seinem jüngst erschienenen Buch „Tiere klagen an“ (siehe Seite 17) in etwas anderem Zusammenhang – offenbar seinen Hund lieben und auch die tägliche Portion Fleisch auf dem Teller. Wahrscheinlich deshalb, weil sich die Liebe nur auf bekannte nahe stehende Wesen richtet, nicht auf anonyme ‚verarbeitete’ Individuen.“ Dem gequälten Tanzbären namens Brummi, der miserabel gehaltenen Löwin Lio ein gutes Zuhause zu schaffen, solchen Projekten öffnen sich Herz und Geldbörse eher als für Vorhaben anonymen Massentieren das Leben zu er-leichtern. Erinnern Sie sich an Yvonne, die Kuh die entflohene? Wochenlang bangten die Tierfreunde. Von ihren 500.000 Artge-nossinnen, fast alle ohne Weide oder ein Dreivierteljahr angekettet, redete kaum wer.

Wir haben Tierschutzvereine für fast alles, nur bei den Kühen hapert’s. Die Vegetarier der veganen Richtung wollen die Radikallö-sung, Verzicht auf Milch, ein lobenswertes Ziel; leider hilft es den Kühen wenig, weil nur ein paar Promille oder, hoffen wir es, ein paar Prozent der Menschen auf Milch verzichten wollen. Wohl gibt es gelegentlich Protestdemonstrationen, nur machen die auf die Maßgeblichen wenig Eindruck, die wollen und müssen auf ihre 35.000 Milch-bauern achten. Generelle Haltungsverbesse-rungen sind derzeit nicht durchsetzbar.

Wer ist schuld? Die Profitgier der Bauern, der Handelsketten? Das wäre ein zu billiges Argument. Wenn Profitgier, dann der Drang der Mehrheit der Konsumenten zum nied-rigsten Preis. Ein Liter Milch kostet z.B. bei Hofer 89 c. Da ist eine bessere Haltung einfachnicht drin. Die ZurückzumUrsprung-Milch kostet 1,05, damit lässt sich ein biss-chen verbessern aber nicht viel.
Ich bin überzeugt, es gibt nicht wenige Tier-freunde, die bereit sind für den Liter Milch 1,50 oder 1,90 ¤ zuzahlen, wenn das den Tieren ein anständigeres Leben brächte. Sie können es nur nicht, weil es die Milch nicht gibt.

Ä hnlich war es vor 25 Jahren. Als wir uns damals bemühten, das Freilandei in die Kettenläden zu bringen, sagten uns alle Schiffbruch voraus. Ein Ei, fast doppelt so teuer wie das Käfigei,,das kauft doch keiner. Es wurde gekauft.

Es bräuchte nicht viel, um so ein Milchpro-jekt zu starten. Engagement, viel Werbung in den Vereinsaussendungen und ein bisschen Geld für den Anfang, für einen großen Verein an sich kein Problem. Wird sich einer finden?

Wollen wir Wesen, die uns dienen müssen, als Sklaven quälen oder sie anständig be-handeln?

Erwin Lauppert


Fleischsiegel?
Laut Standard ist Helmut Dungler, Chef der Vier Pfoten, im Gespräch mit Produzenten und großen Handelsketten betr. ein neues Siegel für das Fleisch von Rindern, Schweinen etc., die aus artgerechter(?) Haltung kommen. Ein positives Zeichen, nur: Gefährlich und Konsumententäuschung wird es, wenn man ein bisserl artgerechter als artgerecht verkauft.

as Problem solcher Qualitätszeichen ist immer: welche Tiergerechtheits-Stufe wähle ich. Zu niedrig angesetzt, wird das Siegel zur Farce und Augenauswischerei, zu hoch wird es von zu wenigen angenommen. Eine Lösung wäre es, den Konsumenten mehrere Qualitätsstufen in unterschiedlicher Preislage anzubieten; im Fußballstadion und im Theater gibt es ja auch verschiedene Preisklassen.

in weiteres Problem ist natürlich auch der ständige Preisdruck der Handelsketten. Das Tiergerechtheitsniveau der Freilandhaltung wurde beispielsweise im Lauf der Jahre erheblich herabgedrückt. Kommen noch alle Hennen ins Freie?

Seite 7- 8:

Und noch ein neues Veggie-Lokal in Graz
Cafe Erde am Andreas-Hofer-Platz 3, Ecke Marburger Kai


Graz scheint ein guter Boden für vegetarische Etablissements zu sein. Neben den beiden alteingesessenen relativ großen Lokalen Ginko und Mangolds und dem Stand Piber am Hauptplatz kam im vergangenen Juni das hübsche Restaurant Arche gegenüber der Alten Technik dazu und ein Veggie-Würstelstand beim Einkaufszentrum Citypark. Dann gibt es noch nahe dem Griesplatz einmal kein neues Kebab-Lokal sondern das vegetarische Postgarage Café beim Rösselmühlpark. Und jetzt am Andreas Hofer Platz seit 8. Juni das Cafe Erde.

Wir sprachen mit dem Betreiber, Herrn Thomas Schnölzer, 27 Jahre jung und voll Energie.

anima: Was hat sie bewogen, ein veganes Lokal zu gründen?
Schnölzer: Ich bin mit 18 Jahren zum VgT gekommen, dann vorerst gemäßigter Vegetarier und seit einigen Jahren strenger, also Veganer geworden. Aufklärungsarbeit ist wichtig, doch nur demonstrieren genügt nicht. Man muss es den Menschen auch leichter machen, die Parolen umzusetzen. Je mehr Veggie-Gaststätten da sind, umso eher werden Leute Gefallen an tierfreiem Essen finden.

Kommen Sie aus der Gastronmiebranche?
Nicht direkt. Ich habe Theologie studiert, da ich Ethik unterrichten wollte;, das ging damals aber nur über die Theologie, den Religionsuntericht. Dazwischen habe ich begonnen, im Catering zu arbeiten, in Österreich, in Deutschland, Jahre, viel gekocht, auch für hundert Personen.

Apropos kochen; wer kocht in ihrem Lokal?
Ich bin auch der Koch, ich habe wie gesagt viel Erfahrung in der Speisenzubereitung.

Was gibt es so zu essen?
Derzeit biete ich täglich nur ein Menü an, Suppe und Hauptspeise. Später soll es außerhalb der Hauptstosszeit auch noch Speisen a la carte geben. Heute gab es z.B. als Menü Knoblauch-Creme-Suppe (Anm. der anima: köstlich), Soja-Medaillons mit Reis und gemischtem Gemüse samt grünem Salat. (Anm. alles sehr gut und sättigend). Der jeweilige Wochen-Speiseplan steht auf der website cafeerde.com.

Und die Preise?
Das Menü 7,90, ein kleiner Espresso 1,90 ¤

Der Betrieb nennt sich Cafe?
Ja, es geht mir nicht nur ums Essen. Es soll eine Lokalität sein, wo Menschen gemütlich zusammenkommen können, zum Plaudern, Lesen und so fort, mit einem Wort ein Café. Da gibt es das, was ein Kaffeehaus üblicherweise bietet, Kaffee natürlich, allerlei Getränke und Mehlspeisen, vegan natürlich.

Die Öffnungszeiten ?
Beginn 11.30 Uhr, dann fortlaufend offen. Wie es sich für ein Cafe gehört, lange, nämlich bis 22 Uhr. Manchmal wird es auch später.

Zur Lage. Wie sind Sie gerade auf diesen Standort gekommen?
Ich
wollte immer etwas möglichst nahe dem Zentrum und habe lange gesucht. Dann gab es hier ein preislich tragbares Angebot – nicht zu groß, gerade vierzig Sitzplätze – und ich habe zugegriffen. Die Stätte hat uralte Gasthaustradition. Und ist auch historisch interessant. Die Außenwand zur Mur hin ist noch die alte Stadtmauer. Ich habe ein Stück freigelegt. Wie zu sehen vorwiegend aus Murnockerln, den runden vom Flusswasser abgeschliffenen Steinen mit viel Mörtel.

Es gibt in Graz schon etliche vegetarische Betriebe, andere Landeshauptstädte sind
nicht so gut dran. Glauben Sie, dass noch Platz für mehr ist?

Graz hat mehr als eine Viertelmillion Einwohner, dazu zehntausende Pendler. Da könnten glaube ich noch mehr Veggie- Gaststätten leben.

Dazu die zentrale Lage: Zum Hauptplatz, von sechs Strassenbahnlinien durchfahren, sind es gerade rund 200 m , der Andreas Hofer Platz vor der Tür ist Postautobus-Bahnhof.
Ihr Lokal ist vom Mangolds gerade durch die Mur getrennt, Links der Tegetthoff-Brücke Ihres, rechts das andere. Sehen Sie da Probleme?

Ich als Kleiner bin sicher keine Konkurrenz. Bei den vielen Tausenden die ins Zentrum kommen, ist wie gesagt sicher Platz für mehrer Lokale. Dazu ist die Ausrichtung der Betriebe etwa unterschiedlich, ich rein vegan und mehr Café.

Soweit man das nach ein paar Tagen Betrieb sagen kann, wie sind sie mit der Frequenz zufrieden?
Die Eröffnung war überwältigend, viele junge Leute, mehr al 200 sind gekommen, standen weit auf die Straße hinaus, und was die Folgetage betrifft, bis jetzt bin ich zufrieden, es läuft über Plan.

anima:: Herr Schnölzer, wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg


Impressum
anima – Zeitschrift für Tierrechte, erscheint viertel-jährlich, Medieninhaber und Verwaltung: Österreichi-sche. Vegetarier Union (ÖVU), Herausgeber und Re-daktion: Arbeitskreis Tierrechte der ÖVU (Leitung Er-win Lauppert, auch für nicht gefertigte Texte verant-wortlich), alle Rossegg 41, 8045 Graz-Oberandritz, , Tel. 0316-463717 und 0720 –349 056 (fairytel).
email: anima @vegetarier.at
website: vegetarier.at und vegetarisch.org
ZVR-Zahl 90713 6740, DVR 0955 906.
Beiträge geben, soweit nicht ausdrücklich vermerkt, lediglich die Meinung der Verfasser, nicht die der ÖVU wieder. Nachdruck nur mit schriftlicher Zustimmung. Fotos, wenn nicht bezeichnet: ÖVU, Druck: Druckwerk 8020 Graz


Zur Vitamin B12-Zahnpasta

Aus einer Presseaussendung des VE

BU v. 25.05.2012
Eine Studie des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) in Gießen zur Wirksamkeit der neuen Vitamin-B12-Zahncreme ergab: Die ausschließliche Verwendung der vom VEBU initiierten Zahncreme über einen Zeitraum von fünf Wochen führte bei den etwa 90 Teilnehmern zu einer deutlichen Verbes-serung des Vitamin-B12-Status.

Vorgangsweise: Bei den anfangs 127 Teilnehmern wurde in der ersten Phase der Vitamin-B12-Status anhand von Blutunter-suchungen ermittelt. 37 Teilnehmern mit einem Vitamin-B12-Mangel wurde ärztliche Beratung und Ausscheiden aus der Studie nahegelegt, einige davon haben jedoch auf eigene Verantwortung in einer gesonderten Gruppe (Therapiegruppe) weiterhin teilgenommen. So konnte auch untersucht werden, inwiefern die Zahncreme einem akuten Mangel entgegen wirken kann.
Die Probanden im Normbereich wurden per Zufallsauswahl auf zwei Gruppen verteilt, von denen eine die Test-Zahncreme (Verumgruppe) und die andere eine Placebo-Zahncreme erhielt. Nach der fünfwöchigen Testphase wurden bei allen drei Gruppen erneut Blutproben genom-men. Insgesamt konnten von 91 Probanden beide Blutuntersuchungen ausgewertet werden.

Blutbild bestätigt die Wirksamkeit: Der Wert für Holo-Transcobalamin, dem sensibelsten der drei gemessenen Indikatoren, hat sich im Durch-schnitt (Verum- & Therapiegruppe) um 92 % verbessert. Bei Probanden mit sehr niedrigen Ausgangswerten (Therapiegruppe) hat sich der Wert sogar mehr als verdreifacht. Die Vitamin-B12-Konzentration im Serum stieg um durch-schnittlich 26 % und damit ebenfalls deutlich an. Bei der Placebo-Gruppe sank hingegen die Konzentration im Serum, der Wert für Holo-Transcobalamin veränderte sich nicht signifi-kant. Der Wert für Homocystein, ein Indikator, bei dem niedrige Werte gesundheitlich vorteil-haft sind, sind bei der Verum- & Therapie-gruppe leicht gesunken. Die Ergebnisse zeigen deutlich die gute Wirksamkeit der mit 100 Mikrogramm Vitamin B12 pro Gramm ange-reicherten „SANTE dental med Zahncreme Vitamin B12“.

 

Seite 24:

Gestapo und Cobra


Da gerade ein Gerichtsprozess gegen zwei Cobra-Beamte läuft – bei der irrtümlichen Verhaftung eines Fünfzigjährigen waren dem Knochen geborsten – und weil es gerade vier Jahre her ist, dass zehn – später freigesprochene – Tierschützer unsanft verhaftet wurden, eine Frage an unsere Innenministerin.

Peter Michael Lingens, dem bekannten Journalisten, lange Jahre Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift Profil, kann man wohl keine Nähe zum Nazismus vorwerfen. Er erzählt in seinen „Ansichten eines Außenseiters“, dass ihm der objektiv grausamste Augenblick, als die Gestapo seine Mutter verhaftete, um sie ins KZ zu bringen, subjektiv in freundlichster Erinnerung ist. Zwei Männer holten seine Mutter aus ihrem Haus in der Hinterbrühl ab und ließen auch ihn, ein kleines Kind, in ihr wunderschönes Auto steigen, um ihn, ehe sie die Mutter ins Gefängnis brachten, bei seinen Tanten abzuliefern. Einer der beiden Männer ließ ihn sogar während der Fahrt seine Pistole angreifen. So, mit einem artigen „Danke“ an diesen SS-Mann, sei er aus dem Paradies vertrieben worden.
Ob auch die Kinder verhafteter Tierschützer an den 21.Mai 2008 so freundlich denken?

Wir berichteten seinerzeit. Zur Erinnerung:

Es war ein traumatisches Ereignis – erzählte DDr.Balluch. Noch im Dunkeln ein intensiver Krach (später realisierte ich, mit Rammbock war die Tür aufgebrochen worden), schreiend drangen schwarz Maskierte ein mit tief ins Gesicht gezogenen Helmen, Waffen und Taschenlampen in den Händen, ich wurde aus dem Bett gezerrt, nackt an die Wand gestellt, eine Pistole ins Genick gedrückt. Im Nachbarzimmer schlief mein Bruder mit Frau und zehnjährigem Kind. Dort ungefähr dasselbe.
Zurück zu unseren beiden Cobra-Leuten. Sie hätten von hinten die Armstreck-Hebel-Technik, „eine sehr, sehr gute seit zehn Jahren geübte Methode angewandt, nie sei etwas passiert“. Wirklich nie? Zeitungsmeldungen: Cobra in die falsche Wohnung, Mieter Knochenbruch, Zeitung lesend am Bahnsteig Wartender perlustriert, Knochenbruch …

Die Cobra ist die notwendige Truppe fürs Grobe, ihre Beamten tun, wie es so schön heißt, nur ihre Pflicht. Die Verantwortung liegt bei denen oben, die sie dort einsetzen, wo es auch sanft ginge.
Unsere Frage an die Frau Ministerin: Unter Adolf Hitler, immerhin dem so neben Stalin (lt. Lingens) größten Verbrecher im vergangenen Jahrhundert konnte zivilisiert verhaftet werden. Warum bevorzugt der demokratische Rechtsstaat Österreich den Arm-Streck-Hebel, von hinten?

Ü brigens, hat sich unsere Ministerin beim Fünfzigjährigen oben entschuldigt, mit einem Blumenstrauß oder so? In den Zeitungen stand nichts. Ich meine, sie muss natürlich nicht. Doch eine nette Geste wäre es schon gewesen.
E.L.

 

 

Zurück zur anima - Zurück zur ÖVU-Homepage